Stuttgart: Wenn das Essen zur Qual wird

Die Nahrungsmittelunverträglichkeit nimmt stark zu, auch im Stadtkreis Stuttgart. Die Anzahl der Menschen, die unter Laktoseintoleranz und Zöliakie leiden, hat in den letzten Jahren sowohl bei Frauen als auch bei Männern zugenommen, so die AOK Stuttgart-Böblingen in ihrer Pressemitteilung.

Datum: 21.11.2017 / Kategorie: Gesundheit und Prävention

Stuttgart

Gutes Essen ist nicht nur notwendiger Brennstoff für den Körper, sondern auch Genuss und wichtig für das Wohlbefinden. Für immer mehr Menschen in der Region hat der Verzehr bestimmter Nahrungsmittel jedoch schmerzhafte Folgen. Das zeigen die Zahlen der AOK Stuttgart-Böblingen.

 

 

 

Nicht nur Milchprodukte können zu Symptomen wie Blähungen und Durchfällen, Kopfschmerzen oder Schwindel führen. Auch das Eiweiß Gluten, das in Getreidearten wie Weizen, Dinkel, Roggen, Gerste oder Hafer vorkommt, kann zu Beschwerden führen. „Grund dafür ist oft eine chronische Entzündung des Dünndarms, die auf einer Überempfindlichkeit der Darmschleimhaut gegenüber Gluten beruht“, so Dr. Sabine Knapstein, Ärztin bei der AOK Baden-Württemberg. Die Zahl der Betroffenen in der Region hat sich in den letzten zehn Jahren stark erhöht. Im Stadtkreis Stuttgart waren 2007 insgesamt 78 Versicherte betroffen (2012: 145), im Jahr 2016 waren es bereits 258. Einzige Therapie bei einer Glutenunverträglichkeit (Zöliakie) ist eine glutenfreie Ernährung. Dabei bieten sich Hirse, Mais oder Sojabohnen als glutenfreie Alternativen an.

 


Deutlich häufiger als die Zöliakie traten zuletzt Fälle von Laktoseintoleranz auf. Hier kann der Körper den Milchzucker aus der Nahrung nicht verdauen. Der Grund liegt in der fehlenden oder zumindest verminderten Produktion von Laktase, einem Enzym, welches bei der Verdauung eine wichtige Rolle spielt. Mussten sich im Jahr 2012 noch 950 AOK-Versicherte in Stuttgart in ambulante oder stationäre ärztliche Behandlung begeben, waren es 2016 schon 1.548 Personen. Dabei sind Männer und Frauen unterschiedlich stark betroffen: In Stuttgart sind Frauen häufiger erkrankt (10,1 Prozent) als Männer (8,9 Prozent). Am häufigsten diagnostiziert wird Laktoseintoleranz in den Alterstruppen von 25 bis 29 Jahren und von 50 bis 54 Jahren.

 

 

 

Immer mehr Menschen mit Laktoseintoleranz kommen zu Diplom-Oecotrophologin Andrea Scholpp in die Ernährungsberatung: „Einzige Therapie ist eine Ernährungsumstellung. In Fertiggerichten, Wurstaufschnitt oder Konserven ist beispielsweise sehr oft Laktose enthalten. Stattdessen sollten Sojamilch, roher Schinken oder Pflanzenöle verwendet werden“, empfiehlt die Ernährungsexpertin der AOK Stuttgart-Böblingen. Mit einer qualifizierten Beratung fällt Betroffenen eine Ernährungsumstellung, die zur kompletten Beschwerdefreiheit führen kann, meist leichter. Die gute Nachricht: Laktoseintoleranz ist keine Krankheit, sondern eine Unverträglichkeit. Sie birgt keine weiteren Risiken, sofern Betroffene auf eine ausgewogene Ernährung achten. „Menschen, die eine Milchzuckerunverträglichkeit feststellen, müssen nicht immer komplett auf Milchprodukte verzichten. Oft genügt es, weniger davon zu essen. Temperatur, Zeitpunkt und Konsistenz spielen eine Rolle; Flüssiges wird schlechter vertragen als feste Speisen“, sagt Andrea Scholpp. Sollte man gar keinen Milchzucker vertragen, findet man eine breite Palette an laktosefreien Lebensmitteln im Kühlregal.

 

Kontakt zur Pressestelle

Dr. Elisabeth Schöndorf

Leiterin Kommunikation/Politik

E-Mail: Dr.Elisabeth.Schoendorf@bw.aok.de
Telefon: 0711 2069-1025
Telefax: 0711 2069-911026
Mobil: 0172 6178096

Presselstraße 19
70191 Stuttgart