Stuttgart: Wenn es immer leiser wird

Die Menschen werden immer älter. Und damit einher gehen auch typische Alterskrankheiten. Eine davon ist die sogenannte Altersschwerhörigkeit, die ihren Höhepunkt nach einer Auswertung der AOK Stuttgart-Böblingen in der Altersgruppe der 80- bis 84-Jährigen erreicht. Doch auch junge Leute können Hörschäden davontragen, zum Beispiel durch dauerhaften Lärm oder zu laute Musik über Kopfhörer.

Datum: 02.03.2021 / Kategorie: Gesundheit und Prävention

Stuttgart

„Schwerhörigkeit ist immer noch ein Tabuthema, denn wer ein Hörgerät trägt, hat nach landläufiger Meinung -im Gegensatz zu einer Brille- eine Art Behinderung“, so Sarah Ritson-Burke, Leiterin des CompetenceCenters Hilfsmittel der AOK Stuttgart-Böblingen. Anlässlich des Welttags des Hörens am 3. März hat die AOK ihre Daten ausgewertet. 249.955 AOK-Versicherte in Baden-Württemberg waren 2019 wegen einer Hörschwäche in ärztlicher Behandlung. Das entspricht 5,5 Prozent aller rund 4,4 Millionen Versicherten. Im Stadtkreis Stuttgart waren im gleichen Jahr 11.239 AOK-Versicherte wegen Hörschwäche beim Arzt, also rund 4,4 Prozent.

 

In den Vergleichsjahren von 2015 bis 2019 ist unter den in Stuttgart bei der AOK versicherten Menschen eine leichte Steigerung von insgesamt 1,0 Prozent bei den Behandlungszahlen festzustellen. Im Gegensatz zu ganz Baden-Württemberg, wo die Zahlen um 0,4 Prozent sanken. Ritson-Burke: „Auffällig hier in Stuttgart im Vergleich zu den anderen Land- oder Stadtkreisen ist, dass die Behandlungszahlen wegen Schwerhörigkeit bei den Männern höher gestiegen sind als bei den Frauen, nämlich um 1,1 Prozent im Gegensatz zu 0,8 Prozent bei den Frauen.“ (siehe Anlage) Der Anstieg der Behandlungszahlen steht auch in einem engen Zusammenhang mit der Verordnung von Hörgeräten. „Insgesamt wurden von 2015 bis 2019 in Stuttgart 1,6 Prozent mehr Hörgeräte verordnet, 1,3 Prozent bei den Frauen, 2,3 Prozent bei den Männern. Ein Hörgerät ist als Lösung bei Altersschwerhörigkeit sehr gut geeignet, um eine Schwerhörigkeit im Alter zu kompensieren. Hier sollte man keine falsche Scham zeigen“, so die Expertin. Tritt der Hörverlust plötzlich auf oder geht er mit Schmerzen oder Fieber einher, empfiehlt die AOK Stuttgart-Böblingen, umgehend einen Arzt aufzusuchen. Auch wenn sich die Schwerhörigkeit schleichend entwickelt, sollte man sein Hörvermögen testen lassen.

 

Auch die kostenlosen Vorsorgeuntersuchungen für Babys (U1 bis U6) und Kinder (U7 bis U9) sollte man immer in Anspruch nehmen, denn bei jeder der altersabhängigen Untersuchungen wird auch das Hörvermögen untersucht. Wer im AOK-Hausarzt-Programm für Kinder- und Jugendliche eingeschrieben ist, erhält Leistungen, die über die Regelversorgung hinausgehen. Zum Beispiel auch zusätzliche, spezielle Hörtests.

 

Weitere Tipps zur Vorbeugung von Hörschäden:

 

  • Auch manches Kinderspielzeug kann sehr laut sein. Deshalb schon bei der Auswahl auf Lärmverursacher achten.
  • Laute Musik mit Kopfhörern möglichst vermeiden. Wenn, je lauter, desto kürzer.
  • Dem Gehör nach Lärm eine Ruhepause gönnen, das gilt auch nach Konzerten.
  • Bei lauten Verrichtungen, z.B. beim Sägen oder Bohren, immer einen Hörschutz tragen.
  • Den Grundsatz beachten: Was gut ist für das Herz, ist auch fürs Gehör gut. Also auf einen gesunden Lebensstil achten.
  • Empfiehlt der Arzt ein Hörgerät, sollte man verschiedene Modelle beim Hörgeräteakustiker in Ruhe ausprobieren.

 

 

 

Infos zum Hausarztprogramm für Kinder und Jugendliche:

 

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