Stuttgart: Wieder mehr psychische Erkrankungen

Die Auswertung des Krankenstands der AOK Stuttgart-Böblingen zeigt wieder einen Anstieg der psychischen Erkrankungen. So war 2018 mehr als jeder zwölfte Ausfalltag auf eine psychische Erkrankung zurück zu führen.

Datum: 15.03.2019 / Kategorie: Wissenschaft / Statistiken / Studien / Zahlen

Stuttgart

"Auffällig an der diesjährigen Auswertung der Krankenstände ist, dass die Ausfallzeiten aufgrund psychischer Erkrankungen wieder zugenommen haben, von 11,9 auf 12,3 Prozent bezogen auf alle Arbeitsunfähigkeitstage“, so Dr. Elisabeth Schöndorf, Sprecherin der AOK Stuttgart-Böblingen. „Von Seiten unserer Versicherten bekommen wir häufig mit, dass es immer wieder die Doppelbelastung zwischen Beruf und Familie ist, die im Alltag für Zeitdruck und Stress sorgen – und die im schlimmsten Falle zu einer Erkrankung führen kann.“

 

Psychische Erkrankungen machten 2018 in Stuttgart zwar nur 5,2 Prozent aller Fälle von Arbeitsunfähigkeit aus. Aber: Sie verantworten 12,3 Prozent aller Krankheitstage. Tatsächlich dauern die Fehlzeiten bei psychischen Erkrankungen im Schnitt mehr als doppelt so lange wie bei anderen Krankheiten. Grundlage der Auswertung sind die erfassten Krankheitstage bei knapp 210.000 AOK-versicherten Arbeitnehmern in Stuttgartern Betrieben.

 

Auch wenn vermutet werden kann, dass ein verändertes ärztliches Diagnoseverhalten, das in der Bevölkerung mit einem spürbar offeneren Umgang mit psychischen Erkrankungen einhergeht, diesen Anstieg mit verursacht, so können doch insbesondere die gestiegenen psychosozialen Belastungen am  Arbeitsplatz als Ursache benannt werden. "Auch vor dem Hintergrund dieser Ergebnisse ist es wichtig, nicht nur die Belastungen im beruflichen Umfeld zu reduzieren, sondern auch die Ressourcen und den Umgang mit Stress bei jedem Einzelnen zu stärken", empfiehlt AOK-Psychologe Henry Markus, der bei der AOK Stuttgart-Böblingen verschiedene Entspannungskurse wie „Achtsam bewegt“ oder „Entspannt von Kopf bis Fuß“ leitet.

 

Insgesamt blieb der Krankenstand 2018 in der Stadt Stuttgart mit 4,9 Prozent auf demselben Niveau wie 2017 und damit weiterhin unter dem Landesschnitt (5,2 Prozent). Die Krankheiten des Muskel- und Skelettsystems, worunter beispielsweise Rückenleiden fallen, führen bei den Krankheitstagen die Statistik mit 20,3 Prozent an, während Atemwegserkrankungen - unter anderem grippale Infekte – nur für 16,1 Prozent der Fehltage verantwortlich sind. Hier liegen psychische Störungen wie Burn-out-Syndrom oder Depressionen mit ihrem Anteil von 12,3 Prozent bereits an dritter Stelle.

 

Mit Blick auf die Verteilung der Krankheitstage in den unterschiedlichen Berufen besteht die höchste Zahl an Arbeitsunfähigkeitstagen in jenen Branchen, in denen die körperliche Arbeit im Vordergrund steht. „Die am stärksten betroffenen Berufsgruppen in Stuttgart sind Mitarbeiter in der Abfallwirtschaft, in den Bus- und Straßenbahnbetrieben und Servicekräfte im Straßen- und Schienenverkehr“, sagt Schöndorf. Die Zahl der Arbeitsunfälle, Wegeunfälle sind hier ausgenommen, ist in der Baubranche mit 4,5 Prozent aller Arbeitsunfähigkeitsfälle am höchsten, gefolgt vom Verkehr- und Transportgewerbe (2,5 Prozent). Die AOK-Statistik zeigt außerdem, dass Frauen und Männer im Alter zwischen 30 und 34 Jahren mit 3,3 (Frauen) bzw. 3,4 Prozent (Männer) am seltensten arbeitsunfähig sind. Am höchsten ist der Krankenstand bei Frauen und Männern zwischen 60 und 64 Jahren, mit 8,6 (Frauen) bzw. 7,8 Prozent (Männer).

 

Für unterschiedliche Alters- und Zielgruppen bietet die AOK Stuttgart-Böblingen sowohl Gesundheitskurse an, zum Beispiel in ihrem Rückenstudio und Gesundheitszentrum am Berliner Platz, aber auch Betriebliches Gesundheitsmanagement direkt in den Firmen. Dabei arbeitet sie eng mit den Arbeitgebern und den Arbeitnehmern zusammen und führt Kurse, Weiterbildungen und Sofortmaßnahmen in den Bereichen Ernährung, Bewegung und Entspannung durch.

 

Kontakt zur Pressestelle

Dr. Elisabeth Schöndorf

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