Süchtig sein

Die Selbsthilfekontaktstelle der AOK – Die Gesundheitskasse Bodensee-Oberschwaben zeigt großes Kino

Datum: 22.05.2018 / Kategorie: AOK-Aktionen

Bodensee-Oberschwaben

Die Sucht ist eine moderne Volkskrankheit. Sie ist kein Randproblem der Gesellschaft, sondern betrifft viele Menschen in Deutschland. Süchtig sein heißt, niemals genug zu kriegen, nie zufrieden zu sein und für wenige Momente des Wohlbefindens den Preis zunehmender Unfreiheit zu bezahlen. Abhängigkeit von Suchtmitteln und Suchtverhalten sind häufig mit dramatischen persönlichen Schicksalen verbunden und betreffen den Abhängigen ebenso wie Familienangehörige, Freunde oder Kollegen. Meist ist man sich der eigenen, sich unbemerkt entwickelnden Sucht gar nicht bewusst. Und süchtig sein kann man nach vielem: nach Fernsehen, Einkaufen, nach dem Glücksspiel, Alkohol, Drogen, nach Essen, Arbeit, Computer, dem Smartphone und dem Internet.

 

Abhängigkeitserkrankungen sind schwere chronische Krankheiten, die zu erheblichen gesundheitlichen Beeinträchtigungen und vorzeitiger Sterblichkeit führen können. Für die Sucht gibt es meist viele Ursachen. Tobias Nestle, Diplom-Sozialpädagoge von der AOK – Die Gesundheitskasse Bodensee-Oberschwaben: „Individuelle Vorbelastungen, bestimmte Lebensumstände, Erfahrungen im Umgang mit anderen Menschen, Störungen im emotionalen Gleichgewicht, Einfluss einer wichtigen Bezugsperson, aber auch die Verfügbarkeit von Suchtstoffen können Gründe sein, um immer mehr der Sucht zu verfallen.

 

Drogenkonsum kann mit schwerwiegenden Gesundheitsschäden einhergehen, nicht nur wegen der Substanz, sondern auch wegen der Verunreinigungen der Spritzen. Hauptsächlich werden Abhängigkeiten von Cannabinoiden und Opiaten in den Suchtkrankenhäusern behandelt. „Das Abhängigkeitspotenzial von Opiaten ist extrem hoch. Bereits wenige Stunden nach dem letzten Konsum kommt es zu Entzugserscheinungen. Körperliche Symptome können von Schweißausbrüche, Zittern, Schwächegefühle, Gliederschmerzen, Magenkrämpfe und Übelkeit sowie Kreislaufstörungen, Temperaturschwankungen bis hin zu lebensbedrohlichen Zuständen mit schweren Krampfanfällen und akuten Geistesstörungen reichen“, betont der Diplom-Sozialpädagoge.

 

Ein Ausstieg aus der Sucht eröffnet aber neue Lebensperspektiven und die Möglichkeit, die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben sowie die Lebenszufriedenheit zu verbessern. Flächendeckend treffen sich Selbsthilfegruppen zu verschiedenen Themen rund um die Sucht. Der Soziale Dienst der AOK – Die Gesundheitskasse Bodensee-Oberschwaben berät AOK-Versicherte individuell zu Themen rund um die Behandlungs- und Unterstützungsmöglichkeiten. „Dabei arbeiten wir eng mit den Institutionen zusammen und vermitteln Kontakte“, so Tobias Nestle weiter und ergänzt: „In unseren Beratungsgesprächen im Sozialen Dienst vermitteln wir Erkrankte an die regionalen Beratungsstellen und Selbsthilfegruppen. Dabei können wir auf ein gutes Netz von Unterstützungsangeboten zurückgreifen. Der erste und wichtigste Schritt ist, sich Hilfe zu holen.“

 

Um auf Suchterkrankungen und deren Folgen hinzuweisen und die Menschen in der Region zu sensibilisieren, geht die AOK-Selbsthilfekontaktstelle Bodensee-Oberschwaben deshalb neue Wege und veranstaltet zusammen mit den Kinos in Überlingen, Bad Saulgau und in Weingarten eine Kinoreihe. Beginn ist jeweils um 18 Uhr. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

 

Am

 

Montag, 4. Juni 2018, Kulturzentrum Linse Weingarten (Beginn 19 Uhr!)

 

Dienstag, 5. Juni 2018, Cine-Greth Überlingen

 

Mittwoch, 6. Juni 2018, Kino Bad Saulgau

 

sorgt das Film-Highlight Die Beste aller Welten für einen neuen ungewöhnlichen Blickwinkel auf den Alltag mit einer Suchterkrankung. „Die Beste aller Welten“ ist die wahre Geschichte einer drogenabhängigen Mutter, der abenteuerlichen Welt ihres Kindes und ihrer Liebe zueinander. Der siebenjährige Adrian erlebt eine Kindheit im außergewöhnlichen Milieu einer Drogenszene am Rand einer österreichischen Stadt und mit einer Mutter zwischen Fürsorglichkeit und Drogenrausch. Wenn er groß ist, möchte er Abenteurer werden. Trotz allem ist es für ihn eine behütete Kindheit, die beste aller Welten. Er ist kein unglückliches Kind. Helga ist eine liebevolle Mutter, spielt mit ihm Fußball, erzählt ihm Zaubermärchen, bestärkt ihn. Bis sich die Außenwelt nicht mehr länger aussperren lässt. Helga weiß, sie muss clean werden, um ihren Sohn nicht für immer zu verlieren.

 

So geht es weiter:

 

Vergiss mein nicht ist ein deutscher Dokumentarfilm aus dem Jahr 2012. David Sieveking zeigt die letzten Lebensjahre seiner eigenen Mutter Gretel, die an der Alzheimer-Krankheit erkrankt ist.

 

Freitag, 21. September 2018, Kulturzentrum Linse Weingarten

 

Montag, 24. September 2018, Kino Bad Saulgau

 

Dienstag, 25. September 2018, Cine-Greth Überlingen

 

Ich und Earl und das Mädchen ist die bewegende Geschichte von Greg. Greg ist siebzehn und hält sich am liebsten aus allem raus. Soziale Kontakte vermeidet er, wo immer es geht. Stattdessen dreht er mit seinem einzigen und ziemlich verpeilten Kumpel Earl verrückte Versionen von Filmklassikern. Bis seine Mutter ihn mehr oder weniger dazu zwingt, Zeit mit der unheilbar kranken Rachel zu verbringen.

 

Montag, 22. Oktober 2018, Kulturzentrum Linse Weingarten

 

Dienstag, 23. Oktober 2018, Kino Bad Saulgau

 

Mittwoch, 24. Oktober 2018, Cine-Greth Überlingen

 

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Thomas Müller

Pressesprecher

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