Tabu-Thema Hämorrhoiden: Fallzahl im Landkreis Lörrach steigt

Kaum einer redet darüber, doch viele Menschen leiden unter Hämorrhoiden.

Datum: 07.04.2017 / Kategorie: Gesundheit und Prävention

Lörrach

Schätzungen gehen davon aus, dass 70 von 100 Erwachsenen im Laufe ihres Lebens mindestens einmal von Hämorrhoiden betroffen sind. Im Landkreis Lörrach ließen sich im Jahreszeitraum 2015 genau 866 AOK-Versicherte deswegen ärztlich behandeln, eine Steigerung von 4 Prozent im Vergleich zum Bemessungszeitraum 2013. Da rund die Hälfte der Bevölkerung bei der AOK versichert ist, ist die Zahl der Behandlungsfälle im Landkreis etwa doppelt so hoch.

 

Die Dunkelziffer dürfte laut AOK wesentlicher höher sein. Vielen Menschen sei es nämlich zu peinlich, sich wegen ihrer Beschwerden an einen Arzt zu wenden, meint AOK-Ärztin Dr. Sabine Knapstein: „Stattdessen versuchen viele Betroffene, selbst mit den Beschwerden zurecht zu kommen, bis es nicht mehr geht. Daher sollten Hämorrhoidalleiden aus der Tabuzone geholt werden. Schließlich gehören sie zu den häufigsten Erkrankungen in Industrienationen.“ Die Ärztin empfiehlt, den Mut aufzubringen und die Symptome ärztlich untersuchen zu lassen. Nur dann können die Beschwerden wirkungsvoll behandelt werden, bevor es zu einer Verschlimmerung kommt. Auch müssten andere, schwerwiegendere Krankheiten diagnostisch ausgeschlossen werden.

 

Was viele nicht wissen: Jeder hat Hämorrhoiden

 

Hämorrhoiden sind gut durchblutete Gefäßpolster am Ausgang des Enddarms. „Zusammen mit dem Schließmuskel ermöglichen sie die Kontrolle der Darmentleerung“, erklärt Dr. Knapstein. „Sind die Hämorrhoiden vergrößert, können sie Beschwerden verursachen.“ Ursache der Vergrößerung sei die faserarme und fettreiche Ernährung, wie sie heutzutage in den reicheren Ländern vorherrsche. Das führe zu Verstopfungen und Dehnung – und in der Folge zur Vergrößerung des Gewebes am After. „Genügend trinken und sich ballaststoffreich ernähren sind eine wirksame Vorbeugung gegen Verstopfung“, empfiehlt die Ärztin. „Daher sollten Obst, Gemüse, Getreide und Hülsenfrüchte auf den Speiseplan. Sehr wirksam gegen Verstopfung ist auch regelmäßige körperliche Bewegung.“

 

Auch die richtige Analhygiene helfe, Beschwerden zu lindern und eine zusätzliche Reizung der Hämorrhoiden zu verhindern, klärt Dr. Knapstein auf: „Nach dem Stuhlgang sollte man die Analregion am besten mit leicht angefeuchtetem Toilettenpapier reinigen und danach abtrocknen.“ Übertriebene Hygiene könne die Beschwerden aber auch verstärken. Feuchtes Toilettenpapier und Waschlotionen enthalten häufig Stoffe, die die Haut reizen und allergische Reaktionen hervorrufen können.

 

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