Tag des Kopfschmerzes am 5. September – AOK veröffentlicht regionale Zahlen

Eine Mehrheit der Deutschen leidet unter Kopfschmerzen, oft unter chronischen. Schnell wird dann von Migräne gesprochen. Doch Migräne ist weit mehr als ein Kopfschmerz und beeinträchtigt Betroffene immens. In Ulm, Alb-Donau-Kreis und Biberach gab es 2014 gemäß den Zahlen der AOK 4,2 Prozent Migräne-Patienten. Experten gehen aber davon aus, dass die tatsächliche Zahl mindestens doppelt so hoch liegt: Gut jeder zweite Betroffene kennt seine Diagnose nicht.

Datum: 04.09.2015 / Kategorie: Gesundheit und Prävention

Ulm/Biberach

Migräne ist nicht nur ein Kopfschmerz, sie ist eine neurologische Störung und damit eine chronische Krankheit – sogar eine der häufigsten in Deutschland. Migräne-Patienten kennen den Unterschied: Erste Symptome sind Müdigkeit und Konzentrationsstörungen Tage vorher. Bei jedem zehnten Patienten folgt die so genannte Aura mit Sehstörungen. Danach kommt der hämmernde oder stechende Schmerz, der sich fast ins Unerträgliche verschlimmert. Dann hilft nur noch Liegen im abgedunkelten Raum.

Unter ihren Versicherten zählt die AOK Ulm-Biberach nach aktuellen Zahlen 8.663 Migräne-Patienten, das sind 4,1 Prozent aller ihrer Kunden. Das entspricht in etwa dem Schnitt ganz Baden-Württembergs mit 4,2 Prozent. Vier von fünf Betroffenen sind Frauen (79,9 Prozent). Regional variieren die Zahlen leicht.

  • Stadt und Landkreis Biberach liegen mit 3,6 Prozent und 3.592 Migräne-Patienten unter dem Schnitt. 2.810 Erkrankte sind weiblich.
  • Ulm hingegen hat 1.611 Patienten und damit überdurchschnittliche 4,5 Prozent, 1.295 davon Frauen.
  • Im Alb-Donau-Kreis leiden 3.460 Personen und damit 4,3 Prozent unter Migräne. 2.725 davon sind Frauen.

Da Experten die Zahlen auf mindestens zehn Prozent der Bevölkerung schätzen,* kann man davon ausgehen, dass sich die Annahme bewahrheitet, jeder Zweite wisse trotz hohem Leidensdruck und klarer Symptome nicht, dass er unter Migräne leidet. Patienten laufen dann vom Augenarzt über den Orthopäden bis zum Zahnarzt auf der Suche nach Linderung, doch alle Maßnahmen nützen nichts.

„Nur bei einer klaren Diagnose können Ärzte die richtige Therapie einleiten. Erste Anlaufstelle ist der Hausarzt, der den Patienten am besten kennt und eventuelle andere Erkrankungen bei der Diagnose berücksichtigen kann. Deshalb ist der Hausarzt-Beruf so wichtig,“ sagt Dr. Sabine Schwenk, Geschäftsführerin der AOK Ulm-Biberach. Der Hausarzt überweist dann an einen Schmerzspezialisten oder Neurologen.

Zur Erhebung der Zahlen: Berücksichtigt wurden alle Versicherten der AOK Ulm-Biberach, zurzeit 236.500 Personen, die im Jahr 2014 mit der Diagnose Migräne einen Arzt aufsuchten. Die AOK versichert in Ulm, Alb-Donau-Kreis und Biberach jeden zweiten gesetzlich Versicherten, damit sind die Zahlen repräsentativ. Sollten Sie weitere Zahlen bzw. die einer anderen Region benötigen, können Sie die Auswertungen gern anfordern:

* Original-Zitat (Kopie) aus der Leitlinie Therapie der Migräne der Deutschen Gesellschaft für Neurologie: „Migräne ist eine der häufigsten Kopfschmerzformen. Die Prävalenz der Migräne liegt zwischen 10 und 15% (Lipton et al. 2008, Stovner et al. 2008, Pfaffenrath et al. 2009, Yoon et al. 2012). Vor der Pubertät beträgt die Häufigkeit der Migräne 4–5 %. Jungen und Mädchen sind gleich häufig betroffen. Die höchste Inzidenz der Migräneattacken besteht zwischen dem 35. und 45. Lebensjahr. In dieser Lebensphase sind Frauen dreimal häufiger betroffen als Männer.“

Thomas Wöllhaf

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