Trau dich Mann! AOK rät zur Krebsvorsorge

Südlicher Oberrhein. Ganze Generationen junger Männer wurden bei ihrer Musterung auf Wehrdiensttauglichkeit untersucht. „Husten Sie mal“ – der darauf folgende Leistengriff war für viele junge Männer die erste Vorsorgeuntersuchung. Nach Ende der Abschaffung des Wehrdienstes endete damit auch dieser Vorsorge-Check junger Männer.

Datum: 18.08.2016 / Kategorie: Gesundheit und Prävention

Südlicher Oberrhein

„In den Landkreisen Ortenau, Emmendingen und Breisgau-Hochschwarzwald sowie dem Stadtkreis Freiburg erleben wir in den letzten Jahren eine deutlich Zunahme an Hodenkrebserkrankungen“, erklärt Wolfgang Schweizer, Geschäftsführer der AOK Südlicher Oberrhein. 2008 zählte die AOK 94 erkrankte Versicherte, 2010 waren es schon 120 Betroffene. 2014 erhöhte sich die Zahl auf 150 AOK-Versicherte. „Das scheint zwar eine recht kleine Zahl zu sein, aber die Zunahme im Durchschnitt der letzten sieben Jahre liegt in der Region bei 6 Prozent“, so Schweizer. „Hodenkrebs ist der Krebs des jungen Mannes, erklärt der Offenburger Urolge Thomas Herde. Die meisten Fälle treten im Alter zwischen 20 und 40 Jahren auf. In dieser Altersgruppe ist Hodenkrebs die häufigste bösartige Tumorerkrankung beim Mann. Hodenhochstand in der Vorgeschichte gilt als einer der Risikofaktoren. Hatten Vater oder Bruder Hodenkrebs ist das Risiko, selbst daran zu erkranken, ebenfalls erhöht. Die gute Nachricht: „Bei den meisten dieser Tumoren sind die Heilungschancen sehr gut“, weiß Thomas Herde. Wichtigstes Symptom ist die schmerzlose Vergrößerung des Hodens. Da die Tumoren sehr selten sind und recht schnell wachsen gibt es keine wirkliche Früherkennung durch eine Vorsorgeuntersuchung. Die Tumore werden meist von den Patienten selbst entdeckt. „Daher empfiehlt sich eine regelmäßige Selbstuntersuchung. Stellt man Veränderungen fest, sollte man dann zu seinem Arzt gehen“.

 

Deutlich höher fallen die Zahlen beim Prostatakrebs aus. Hier lag die Zahl der erkrankten AOK-Versicherten in der Region im Jahr 2008 bei 1.757, sechs Jahre später wurden 2.184 betroffene Versicherte gezählt. Prostatakrebs ist ebenfalls eine bösartige Tumorerkrankung und gehört zu den häufigsten Krebserkrankungen des Mannes. .“Bei einer frühzeitigen Erkennung gibt es auch beim Prostatakrebs gute Heilungschancen“, so der Urologe.

 

Lt. Robert-Koch-Institut lebten 2014 in Deutschland ca.222.300 Männer, die in den vorangegangenen fünf Jahren an Prostatakrebs erkrankt waren. Für 2016 werden fast 67.000 Neuerkrankungen prognostiziert. Die Betroffenen sind hier deutlich älter. Die meisten Erkrankten stellt die AOK in der Altersgruppe 75 bis 79 Jahren fest. Als Risikofaktoren gelten unter anderem fettes Essen, Übergewicht und Rauchen.

 

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