Trotz rückläufiger Fallzahlen bleibt Alkoholmissbrauch ein Problem

Hohenlohe. Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt, Bier, Wein und Schnaps bei der Betriebsfeier zum Jahresende: Alkoholkonsum ist für viele Menschen der Normal-fall. Regelmäßiger Genuss bedingt jedoch erhebliche Gesundheitsschäden. Laut Robert-Koch-Institut (RKI) ist bei jungen Männern jeder vierte Todesfall auf Alkohol zurückzuführen. Die gute Nachricht: In Baden-Württemberg sinkt die Zahl der Per-sonen, die wegen Alkoholmissbrauch in ein Krankenhaus eingeliefert werden müssen, seit Jahren.

Datum: 10.12.2019 / Kategorie: Wissenschaft / Statistiken / Studien / Zahlen

Hohenlohekreis

So ist die Fallrate der Krankenhausbehandlungen bei AOK-Versicherten von 2014 bis 2018 landesweit bei den Männern jährlich um 4,9 Prozent und bei den Frauen um 5,2 Prozent gesunken. Im Hohenlohekreis sanken die Krankenhausfallraten im gleichen Zeitraum bei den Frauen um jährlich 1,6 Prozent und bei den Männern um 1,1 Prozent.

 

 

 

Im Landkreis mussten im vergangenen Jahr 133 AOK-versicherte Personen wegen übermäßigen Alkoholgenusses stationär behandelt werden. Im Jahr 2017 waren es hier 132 Alkoholkranke, 2016 insgesamt 144 und 2015 noch 132. Die Zahlen der AOK gelten als repräsentativ, da sie mit einem Marktanteil von 45 Prozent die größte Krankenkasse des Landes ist.

 

 

 

Positiv sind die Entwicklungsdaten beim Komatrinken von Jugendlichen: Die Behandlungszahlen von AOK-Versicherten sanken in Baden-Württemberg in den vergangenen fünf Jahren jährlich um 5 Prozent. Ein riskanter Alkoholkonsum ist laut Robert-Koch-Institut noch bei knapp 16 Prozent der Jugendlichen zwischen 11 und 17 Jahren festzustellen, regelmäßiges Rauschtrinken bei 11,5 Prozent.

 

Während auf dem Höhepunkt der Welle des Komatrinkens bei dieser Altersgruppe im Jahr 2011 landesweit noch 1.366 Krankenhausbehandlungen bei AOK-versicherten Jugendlichen zu verzeichnen waren, fiel hier die Zahl seitdem kontinuierlich: Auf 994 im Jahr 2014, 994 im Jahr 2016 und 844 stationäre Behandlungen im Jahr 2018. In der Region Heilbronn-Franken wurden im vergangenen Jahr 91 Jugendliche – 42 Frauen und 49 Männer – wegen Komatrinkens im Krankenhaus behandelt.

 

 

 

AOK-Ärztin Dr. Sabine Knapstein: „Dass die Zahlen seit fünf Jahren rückläufig sind, zeigt dass die Präventionsmaßnahmen der Suchtberatungsstellen und Schulen greifen. Jugendliche trinken seltener Alkohol und das Einstiegsalter verschiebt sich nach hinten.“ Trotz der positiven Entwicklung müsse noch viel Aufklärungsarbeit geleistet werden. Dr. Knapstein: „Alkoholmissbrauch stellt nach wie vor eines der

 

 

 

„Die AOK Heilbronn-Franken fördert deshalb die präventiven Projekte der kommunalen Suchtbeauftragten in den Stadt- und Landkreisen finanziell. Wird ein Jugendlicher mit einer Alkoholvergiftung in ein Krankenhaus eingeliefert, wird sofort ein Suchtbeauftragter informiert. Dieser kontaktiert den Patienten und leitet Präventionsmaßnahmen ein“, verdeutlicht die Geschäftsführerin der AOK Heilbronn-Franken Michaela Lierheimer.

 

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