TSV Markelsheim bringt Kinder in Bewegung

Markelsheim. Die Tennisabteilung des TSV Markelsheim bietet in Kindergärten und Grundschulen mit Unterstützung der AOK Heilbronn-Franken ein Leuchtturmprojekt zur integrativen Spielvermittlung. Indem Spaß an Sport vermittelt wird, wirkt der Verein der weit verbreiteten Bewegungsarmut von Kleinkindern entgegen.

Datum: 14.12.2018 / Kategorie: Kindergesundheit

Main-Tauber-Kreis

 „Ein Großteil der Kinder hat erhebliche Defizite bei der Koordination. Auch einfachste Schrittkombinationen oder Handlungsabfolgen werden nicht beherrscht. Dies wirkt sich negativ auf Körper und Gehirn aus“, weiß Ingo Schulz, der das Sportprogramm für Kinder konzipiert hat und seit 15 Jahren leitet. 

Es ist ein typischer Mittwochnachmittag in der Schulturnhalle von Markelsheim: Benjamin und Tim schlagen mit lachenden Gesichtern gelbe Softbälle mit Tennisschlägern über ein grünes Netz. Seit einer halben Stunde toben die beiden fünfjährigen Jungs zusammen mit siebzehn anderen Vorschülern vom Kindergarten St. Theresia begeistert über das Parkett. Die Kids haben sichtlich Freude an dem ausgeklügelten Bewegungsprogramm von Gruppenleiter Ingo Schulz. 

Genau dies ist die Absicht des Tennistrainers: Begeisterung für körperliche Betätigung wecken. Ohne ausreichend Sport werde der Nachwuchs immer dicker und verliere die Fähigkeit für komplexe Bewegungsabläufe, so Schulz.

Die Tennisabteilung des örtlichen Turn- und Sportvereins ist Gesundheitssport-Kooperationspartner der AOK Heilbronn-Franken und organsiert seit 15 Jahren mit finanzieller und organisatorischer Unterstützung der AOK kindgerechte Förderprogramme in Kindergärten und Schulen von Markelsheim, Elpersheim und Igersheim, die sich über jeweils acht Einheiten mit je 90 Minuten erstrecken. „Wir ergänzen den Sportunterricht und geben zusätzliche Impulse“, sagt Ingo Schulz. Inzwischen wurden weit mehr als 1.000 Kinder geschult und viele begannen zusätzlich Vereinsangebote zu nutzen oder sich Schulsport-Arbeitsgemeinschaften anzuschließen. 

Der Übungsleiter gibt mit ruhiger Stimme Anweisungen und hat die wilde Horde sicher im Griff. Beim Teamspiel herrscht ein ohrenbetäubender Lärm. Die Mannschaften stehen keine Sekunde still, feuern ihre Aktiven mit überschlagenden Stimmen an. Den Kindern bereitet das pädagogische Sportprogramm sichtlich Vergnügen. „Sie lernen spielerisch Basiskompetenzen, ihr Sozialverhalten wird geschult, und die Koordination verbessert“, verdeutlicht AOK-Sportwissenschaftlerin Stefanie Höttges, die die Angebote der Partnervereine für die Gesundheitskasse betreut.

„Der Spaß steht bei uns ganz klar im Mittelpunkt. Zugleich trainieren die Kinder ihre Motorik, den Körper und alle Sinne durch herausfordernde Impulse. Die motorische Grundausbildung ist Voraussetzung für ein gutes Körpergefühl. Was hier in der Kindheit versäumt wurde, kann man als Erwachsener nicht mehr aufholen“, so Ingo Schulz. 

Ein weiteres zentrales Anliegen sei die Schulung der Sozialkompetenz. Die Gruppe solle lernen Verantwortung für ihre Mitglieder zu übernehmen, aufeinander acht zu geben und zusammenzuwirken. „Dazu gehört auch, sich mit- und gegeneinander fair zu verhalten, Toleranz zu üben, gewaltfrei zu agieren und Ausgrenzungen zu vermeiden. Dies lässt sich mit Sport hervorragend vermitteln“, verdeutlicht Ingo Schulz. 

Der Leistungsgedanke trete komplett in den Hintergrund. Es gehe nicht um „gut oder schlecht, sondern darum, dass sich die Kinder bestmöglich weiterentwickeln“. Für S. Egner, Erzieherin des Kindergartens St. Theresia, sind die Angebote zur Bewegungsförderung „ein unglaublich großer Gewinn. Die Kinder freuen sich schon Tage vorher auf diese Stunden. Sie haben kleine Erfolgserlebnisse ohne Leistungsstress und werden animiert, auch zu Hause und im Verein aktiv zu sein.“ Am Kursende erhalten alle Teilnehmer Urkunden und Medaillen, die sie stolz nach Hause tragen.

„Bewegung ist lernen für das Leben“, sagt Ingo Schulz und lobt die „Zusammenarbeit mit der AOK, die uns organisatorisch unterstützt, mit ihren Fachkräften berät und zusätzlich finanzielle Hilfe leistet, so dass wir Geräte und Materialien anschaffen können.“ Er arbeitet für das Projekt pro Woche elf Stunden ehrenamtlich. „Die Begeisterung der Kinder trägt mich und strahlende Kinderaugen sind der schönste Lohn für meinen Einsatz,“ begründet der sympathische Ruheständler sein Engagement.

 

((Info-Kasten))

Projekte für Kids

Die AOK Heilbronn-Franken arbeitet mit zahlreichen Vereinen der Region zusammen, um der Bewegungsarmut von Kindern zu begegnen. Neben finanzieller Förderung bietet die Gesundheitskasse aktive Beratung und organisatorische Unterstützung. Informationen hat Magdalena Rothengast, Koordinatorin für Gesundheitsförderung bei der AOK Heilbronn-Franken, Telefon, 09341 940-177, E-Mail: magdalena.rothengast@bw.aok.de

 

 

 

Dr. René Schilling

Pressesprecher

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