Ungesunder Lebensstil geht zunehmend an die Nieren

Heilbronn. Im Stadtkreis Heilbronn leiden 5,3 Prozent der AOK-Versicherten an einer Niereninsuffizienz - also einer eingeschränkten Funktion der Nieren - im Landkreis Heilbronn sind es 4,4 Prozent. Tendenz stark steigend: In den vergangenen fünf Jahren haben sich die Patientenzahlen um jährlich 8,1 Prozent im Stadtkreis und 11,8 Prozent im Landkreis Heilbronn erhöht. Dies teilt die AOK Heilbronn-Franken anlässlich des Welt-Nierentags am 12. März auf Grundlage ihrer Versichertendiagnosen mit.

Datum: 05.03.2020 / Kategorie: Wissenschaft / Statistiken / Studien / Zahlen

Heilbronn

Hinzu komme laut AOK eine hohe Dunkelziffer an Personen, die noch nicht in ärztlicher Behandlung sind. Denn Betroffene spüren eine chronische Erkrankung der Nieren oft erst, wenn es durch Folgeerkrankungen zu Beschwerden kommt oder die Nieren bereits versagen. Im Jahr 2014 waren im Stadtkreis Heilbronn 1.805 AOK-Versicherte von einer Nierenfunktionsstörung betroffen, 2016 waren es 2.068 und 2018 dann 2.530. Im Landkreis Heilbronn entwickelten sich die Patientenzahlen im gleichen Zeitraum von 4.485 über 5.446 auf 6.684. Im Jahr 2018 waren landesweit 204.094 AOK-Versicherte betroffen.

 

„Diese Daten sind alarmierend! Unsere Nieren sind kleine Kraftpakete und reinigen Tag für Tag rund 1.700 Liter Blut von Abfallprodukten“, erklärt PD Dr. Sabine Knapstein, Ärztin bei der AOK. „Die häufigsten Ursachen für eine chronische Nierenerkrankung bei Erwachsenen sind Diabetes und Bluthochdruck. Wesentliche Risikofaktoren für die Entstehung sind Übergewicht, Rauchen und starker Alkoholkonsum.“ Die Nierenschädigung sei oft eine schleichende Folgeerkrankung. Ein ungesunder Lebensstil kann dann manchmal Jahrzehnte später im Wortsinn an die Nieren gehen.

 

Folglich steigt das Erkrankungsrisiko mit dem Alter stark an. Beträgt die Erkrankungshäufigkeit laut AOK-Auswertung bei den 60- bis 64-Jährigen noch 4,9 Prozent, sind es bei den 75- bis 79-Jährigen bereits 18,5 Prozent, in höheren Altersgruppen deutlich mehr.

 

Um einer Nierenschädigung vorzubeugen oder sie aufzuhalten seien alle Faktoren bedeutsam, die sich auch positiv auf Grunderkrankungen wie Diabetes oder Bluthochdruck auswirken. Dr. Sabine Knapstein: „Dazu zählen insbesondere Rauchstopp, eine ausgewogene Ernährung, körperliche Aktivität und der Abbau von Übergewicht. Ein bewusster Lebensstil hilft, die Organe zu schonen.“

 

Damit Patientinnen und Patienten mit chronischer Nierenerkrankung bestmöglich unterstützt werden können, haben die AOK und der Arztverband MEDI in Zusammenarbeit mit dem Verbund nephrologischer Praxen (VNP) in Baden-Württemberg einen neuen Facharzt-Vertrag geschlossen, der zum 1. April startet. Er fördert die umfassende Beratung und Unterstützung der Patienten durch den Nieren-Facharzt in Abstimmung mit dem Hausarzt. Dauerhafte Schädigungen können so frühzeitig erkannt und Spätfolgen vermindert werden. Gefördert wird darüber hinaus eine angepasste Arzneimitteltherapie. Auch in der Region Heilbronn-Franken wird dieses Versorgungsprogramm umgesetzt. Informationen erhalten Hilfesuchende in jedem AOK-KundenCenter.

 

 

 

 

Kontakt zur Pressestelle

Dr. René Schilling

Pressesprecher

E-Mail: dr.rene.schilling@bw.aok.de
Telefon: 07131 639-350
Telefax: 07131 639-415
Mobil: 0152 21550995

Allee 72
74072 Heilbronn