Unterschiedliche Entwicklung beim Alkoholmissbrauch

In Baden-Württemberg verringert sich die Zahl der Personen, die wegen Alkohol-missbrauch in ein Krankenhaus eingeliefert werden müssen, seit Jahren. So ist die Fallrate der Krankenhausbehandlungen von 2013 bis 2017 landesweit bei den Männern jährlich um 5,4 Prozent und bei den Frauen um 2,4 Prozent gesunken. Im Main-Tauber-Kreis stiegen die Krankenhausfallraten im gleichen Zeitraum bei den Frauen um 14,3 Prozent und sanken bei den Männern um 4,2 Prozent.

Datum: 12.06.2018 / Kategorie: Wissenschaft / Statistiken / Studien / Zahlen

Main-Tauber-Kreis

Weit besser sind die Landes-Daten beim Komatrinken von Jugendlichen zwischen 15 und 19 Jahren: Die Behandlungszahlen in Krankenhäusern nahmen in den vergangenen fünf Jahren jährlich um 4,7 Prozent ab. Während auf dem Höhepunkt der Welle des Komatrinkens bei dieser Altersgruppe in 2011 landesweit noch 1.366 Krankenhausbehandlungen zu verzeichnen waren, fiel hier die Zahl seitdem kontinuierlich auf 979 stationäre Behandlungen in 2017.

 

 

 

AOK-Ärztin Dr. Sabine Knapstein: „Die seit vier Jahren rückläufigen Zahlen zeigen, dass die Präventionsmaßnahmen der Suchtberatungsstellen greifen. Jugendliche trinken seltener Alkohol und das Einstiegsalter verschiebt sich nach hinten.“ Ein riskanter Alkoholkonsum ist laut Robert-Koch-Institut bei knapp 16 Prozent der Jugendlichen zwischen 11 und 17 Jahren festzustellen, regelmäßiges Rauschtrinken bei 11,5 Prozent.

 

 

 

Im Main-Tauber-Kreis mussten im vergangenen Jahr 56 Frauen und 189 Männer – also insgesamt 245 Personen - wegen übermäßigen Alkoholgenusses stationär behandelt werden. Im Jahr 2016 waren es ebenfalls 245 Alkoholkranke, 2015 insgesamt 287 ebenso 2014. Die Zahlen der AOK gelten als repräsentativ, da sie mit einem Marktanteil von 43 Prozent die größte Krankenkasse des Landes ist.

 

 

 

Im Landkreis hatte das Komatrinken von Jugendlichen in 2010 mit 32 Krankenhausfällen seinen negativen Höhepunkt. Danach sanken die Zahlen von 30 in 2011, 26 in 2012 auf 21 in 2015. Im Jahr 2016 waren es wieder 28 und 2017 insgesamt 24 alkoholbedingte Krankenhausbehandlungen bei Jugendlichen, so dass die Zahlen entgegen dem Landestrend hier auf einem relativ hohen Niveau stagnieren.

 

 

 

AOK-Ärztin Dr. Sabine Knapstein: „Es muss noch viel Aufklärungsarbeit geleistet werden. Alkoholmissbrauch stellt nach wie vor eines der gravierendsten Gesundheitsprobleme unserer Gesellschaft dar“. Die Behandlungskosten durch Komatrinken beliefen sich im Jahr 2017 landesweit immer noch auf mehr als 5,8 Millionen Euro. „Die AOK Heilbronn-Franken fördert die präventiven Projekte der kommunalen Suchtbeauftragten in den Stadt- und Landkreisen finanziell. Wird ein Jugendlicher mit einer Alkoholvergiftung in ein Krankenhaus eingeliefert, wird sofort ein Suchtbeauftragter informiert. Dieser kontaktiert den Patienten und leitet Präventionsmaßnahmen ein“, verdeutlicht die Geschäftsführerin der AOK Heilbronn-Franken Michaela Lierheimer.

 

 

 

 

 

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