Unverträglichkeiten bei Nahrungsmitteln im Landkreis Tuttlingen nehmen stark zu - AOK Schwarzwald-Baar-Heuberg wertet Diagnosen zu Laktoseintoleranz und Zöliakie aus

Unverträglichkeiten und Krankheiten bei Nahrungsmitteln nahmen im Landkreis Tuttlingen in den vergangenen Jahren stark zu. Das geht aus einer aktuellen Auswertung der AOK Schwarzwald-Baar-Heuberg hervor. 435 Versicherte im Landkreis Tuttlingen waren nach den neusten auswertbaren Zahlen der AOK im Jahr 2013 wegen Laktoseintoleranz in ärztlicher Behandlung.

Datum: 11.08.2015 / Kategorie: Gesundheit und Prävention

Tuttlingen

Hinzu kommt eine Dunkelziffer von Personen, die deswegen keinen Arzt aufsuchten. Im Jahr 2007 wurden erst 153 Diagnosen gezählt. Die Zahl der Betroffenen steigt im Landkreis seit 2007 um 17 Prozent jährlich. Ähnlich verhält es sich bei Zöliakie, also der Unverträglichkeit von Gluten. Hier stieg die Anzahl der Betroffenen von 35 Personen im Jahr 2007 auf zuletzt 65.

„Laktoseintoleranz ist eine Unverträglichkeit von Milchzucker“, erklärt Katharina Lause, Ernährungsberaterin bei der AOK Schwarzwald-Baar-Heuberg in Tuttlingen. Dabei ist im Dünndarm die Aufnahme von Milchzucker, der sogenannten Laktose, gestört. Es kommt zu Völlegefühl, Blähungen und Durchfall. „Treten wiederholt Beschwerden auf, nachdem man Milchprodukte zu sich genommen hat, sollte man zum Hausarzt gehen. Einzige Therapie ist oft eine Ernährungsumstellung“, so die Ernährungsberaterin. Dabei müsse man wissen, dass auch in Fertiggerichten, Wurstaufschnitt oder Konserven sehr oft Laktose enthalten ist. Betroffene können statt Tiermilch Sojamilch, statt Kochwurst rohen Schinken oder Pflanzenöle statt Streichfetten verwenden und sollten beim Einkaufen auf laktosefreie Milchprodukte achten.

Während bei Laktoseintoleranz behutsam getestet werden kann, welche Mengen an Milchzucker man verträgt, ist das bei Beschwerden aufgrund von Gluten nicht angezeigt. Bei der sogenannten Zöliakie handelt es sich um eine chronische Erkrankung des Dünndarms. Diese beruht auf einer lebenslangen Unverträglichkeit gegenüber dem Eiweiß Gluten. Gluten kommt beispielsweise in den Getreidearten Weizen, Dinkel, Roggen, Gerste und Hafer vor. „Hier hilft nur eine glutenfreie Diät“, erläutert Lause. „Hirse, Mais, Buchweizen, Reis oder Sojabohnen sind Alternativen zu glutenhaltigen Getreideprodukten.“ Allerdings sollte man bei der Ernährungsumstellung immer einen Arzt oder Ernährungsberater zu Rate ziehen.

Die AOK Schwarzwald-Baar-Heuberg bietet Ernährungsberatung in Kursen oder in der persönlichen Beratung an. Im vergangenen Jahr nahmen im Landkreis Tuttlingen fast 400 Personen an einer Einzelberatung durch die AOK teil. Im Landkreis ist über die Hälfte der Bevölkerung bei der AOK Schwarzwald-Baar-Heuberg versichert.

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