Unverträglichkeiten bei Nahrungsmitteln nehmen im Landkreis Rottweil stark zu - AOK Schwarzwald-Baar-Heuberg wertet Diagnosen zu Laktoseintoleranz und Zöliakie aus

Unverträglichkeiten und Krankheiten bei Nahrungsmitteln nahmen im Landkreis Rottweil in den vergangenen Jahren stark zu. Das geht aus einer aktuellen Auswertung der AOK Schwarzwald-Baar-Heuberg hervor. 727 AOK-Versicherte im Landkreis Rottweil waren nach den neusten auswertbaren Zahlen der AOK im Jahr 2013 wegen Laktoseintoleranz in ärztlicher Behandlung.

Datum: 11.08.2015 / Kategorie: Gesundheit und Prävention

Rottweil

Hinzu kommt eine Dunkelziffer von Personen, die deswegen keinen Arzt aufsuchten. Im Jahr 2007 wurden erst 267 Diagnosen gezählt. Die Zahl der Betroffenen steigt im Landkreis Rottweil seit 2007 um durchschnittlich 18 Prozent pro Jahr. Ähnlich verhält es sich bei Zöliakie, also der Unverträglichkeit von Gluten. Hier stieg die Anzahl der Betroffenen von 26 Personen im Jahr 2007 auf zuletzt 51.

„Laktoseintoleranz ist eine Unverträglichkeit gegenüber dem Kohlenhydrat der Milch, dem Milchzucker“, erklärt Heidrun Zeller-Thorn, Ernährungsberaterin bei der AOK Schwarzwald-Baar-Heuberg in Schramberg. Durch das teilweile Fehlen des Enzyms Laktase im Dünndarm kann der Milchzucker nicht in seine Bestandteile gespalten werden und gelangt unverdaut in den Dickdarm. Das führt zu Völlegefühl, Blähungen und Durchfall. „Treten wiederholt Beschwerden auf, nachdem man Milchprodukte zu sich genommen hat, sollte man zum Hausarzt gehen. Einzige Therapie ist oft eine Ernährungsumstellung“, so die Ernährungsberaterin. Bei Milchprodukten bietet der Handel inzwischen ein umfangreiches Angebot an laktosefreien Varianten. Problem sei jedoch, dass viele Fertiggerichte, Backwaren und Müslizubereitungen, aber auch Wurst und Süßigkeiten teilweise nicht unerhebliche Mengen an Laktose enthalten. Da helfe nur der Blick auf die Zutatenliste, so die Ernährungsberaterin.

Während bei Laktoseintoleranz behutsam ausgetestet werden kann, welche Mengen an Milchzucker man verträgt, ist das bei einer Zöliakie nicht angezeigt. Dabei handelt es sich um eine chronische Erkrankung des Dünndarms, ausgelöst durch das Kleber-Eiweiß Gluten aus Weizen, Dinkel, Grünkern, Roggen, Gerste und Hafer. „Bei einer Zöliakie hilft nur eine lebenslange streng glutenfreie Ernährung“, erläutert Zeller-Thorn. „Hirse, Mais, Buchweizen, Reis, Amaranth und Quinoa sind gute Alternativen zu glutenhaltigen Gertreidesorten.“ Allerdings sollte man bei der Ernährungsumstellung immer einen Arzt oder Ernährungsberater zu Rate ziehen.

Die AOK Schwarzwald-Baar-Heuberg bietet Ernährungsberatung in Kursen oder in der persönlichen Beratung an. Im vergangen Jahr nahmen im Landkreis Rottweil fast 500 Personen an einer Einzelberatung durch die AOK teil. Im Landkreis Rottweil ist über die Hälfte der Bevölkerung bei der AOK Schwarzwald-Baar-Heuberg versichert.

Bildunterschrift: Heidrun Zeller-Thorn, Ernährungsberaterin bei der AOK Schwarzwald-Baar-Heuberg.

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