Verunsicherung durch Pollenallergien in Corona Zeiten - 2019 wurden im Landkreis Hall 7.771 AOK-Versicherte wegen Heuschnupfen behandelt / häufig Heranwachsende betroffen

Im beginnenden Frühling sieht man wieder viele Menschen mit tränenden Augen, tropfender Nase, Atemnot oder Reizhusten. Bei diesen Symptomen wird schnell die Befürchtung wach, dass es sich um Covid-19 handeln könnte. Bei Heuschnupfen gibt es teilweise Beschwerden, die denen einer Corona-Erkrankung ähnlich sind. AOK-Ärztin Dr. Sabine Knapstein: „Zwar stehen bei einer Pollenunverträglichkeit Niesattacken, Augenjucken und laufende Nase im Vordergrund, doch eine Rhinopathie kann auch zu asthmatischen Beschwerden führen – Symptome, die ebenfalls bei einer Infektion mit dem Coronavirus auftreten können.“

Datum: 16.04.2021 / Kategorie: Gesundheitstipps

Schwäbisch Hall.

Jeder vierte Erwachsene sowie 15 Prozent der Kinder im Schulalter leiden unter Heuschnupfen. Schuld sind häufig Pollen, die von Gräsern oder Bäumen in die Luft abgegeben werden. In Baden-Württemberg erhöhten sich die ärztlichen Behandlungen bei AOK-Versicherten von 196.568 in 2015 auf 216.210 im Jahr 2019. Im Landkreis Schwäbisch Hall verringerte sich die Zahl der Betroffenen im gleichen Zeitraum von 8.031 auf 7.771. Damit sind die Rhinopathie-Diagnosen in den vergangenen fünf Jahren hier um durchschnittlich 2,9 Prozent gesunken. Die Zahlen der AOK gelten als repräsentativ, da sie mit einem Marktanteil von über 45 Prozent die größte Krankenkasse des Landes ist.

 

„Was bei den Patienten derzeit häufig Ängste auslöst ist, dass zum Heuschnupfen oft eine Atemwegsinfektion hinzukommt. Etwa wenn zusätzlich zu den typischen allergischen Reaktionen ein außergewöhnlicher Husten oder auch Fieber auftritt. Erkrankte sollten sich dann telefonisch an ihren behandelnden Arzt wenden und mit ihm das weitere Vorgehen klären, zum Beispiel auch, ob ein Covid-19-Test sinnvoll ist,“ so Dr. Knapstein.

 

Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts gehört „Heuschnupfen, zu den häufigsten gesundheitlichen Beeinträchtigungen bei Heranwachsenden“. So wurden im Jahr 2019 in Baden-Württemberg 30.162 AOK-versicherte Kinder und Jugendliche deshalb behandelt. Im Landkreis Schwäbisch Hall waren es 1.017.

 

„Bei Pollenallergien zeigen sich die Symptome immer dann, wenn die jeweiligen Auslöser in hoher Konzentration auftreten. Dies ist meist mit Beginn der wärmeren Jahreszeit der Fall. Wichtig zur Vorbeugung ist es, die Allergene zu meiden,“  verdeutlicht Dr. Knapstein und ergänzt: „Bei starkem Pollenflug sollte man beim Fahren die Autofenster geschlossen halten und vor dem Schlafengehen die Haare waschen.“ Hilfreich seien auch Pollenschutzgitter an den Wohnungsfenstern. Studien hätten gezeigt, dass das Inhalieren von ätherischen Dämpfen, salzhaltige Nasensprays, und –Spülungen Erleichterung verschaffen.

 

Zur Behandlung könne eine Reihe von Medikamenten eingesetzt werden. Gut belegt sei auch die Wirksamkeit der spezifischen Immuntherapie, auch Hyposensibilisierung genannt. Ziel ist es, das Immunsystem an die allergieauslösenden Stoffe zu gewöhnen und den Verlauf der allergischen Erkrankung günstig zu beeinflussen. Hier muss immer ein Arzt zu Rate gezogen werden.

 

Wer unsicher ist, ob es sich bei den persönlichen Beschwerden um eine Allergie oder doch um Covid-19 handelt, kann als erste Maßnahme einen Corona-Schnelltest durchführen. Bei positivem Ergebnis muss unmittelbar eine laborgestützte Untersuchung erfolgen, um Klarheit zu erhalten.

 

 

 

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Allergischer Schnupfen ist häufig auf eine Pollenallergie zurückzuführen. Wer aber zusätzlich Fieber oder Atemwegsbeschwerden hat, sollte wegen der Möglichkeit einer Corona-Erkrankung dringend seinen Hausarzt kontaktieren.  Foto: AOK

 

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