Hohnlohekreis ist weiterhin Hochrisikogebiet für Zecken-Borreliose

Hohenlohekreis. Durch die erzwungene Isolation aufgrund der Corona-Pandemie, ha-ben viele Menschen die wohltuende Wirkung von Wald- und Wiesenspaziergängen entdeckt. Bewegung tut gut. Die Natur schenkt innere Ruhe und Gelassenheit. Ein Wermutstropfen im Freudenbecher ist jedoch die Gefahr durch Zecken, die im Gras und an Sträuchern lauern, um Blut zu saugen. Die Spinnentiere können dabei für den Men-schen gefährliche Infektionskrankheiten übertragen. Bekannt ist, neben Borreliose, die Frühsommer-Meningoenzephalitis, kurz FSME.

Datum: 24.02.2021 / Kategorie: Gesundheit und Prävention

Hohenlohekreis

Durch den Klimawandel gibt es immer häufiger milde Winter. Dies begünstigt die Ausbreitung der Mini-Vampire. In den heimischen Wiesen und Wäldern startet die Zeckensaison inzwischen schon im Februar. Die Gefahr durch einen Biss an Borreliose zu erkranken, ist in der Region Heilbronn-Franken besonders hoch. Allein im Jahr 2019 wurden deshalb hier 1.930 AOK-Versicherte behandelt. Im Hohenlohekreis waren es 338. Von 2015 bis 2019 stiegen die Borreliose-Diagnosen im Landkreis im Durchschnitt um 0,7 Prozent pro Jahr.

 

Das Robert-Koch-Institut bezeichnet Regionen als Risikogebiete, wenn mehr als fünf Prozent der Tiere den Krankheitserreger in sich tragen. Der Hohenlohekreis ist in dieser Kategorie eingestuft. AOK-Ärztin Dr. Sabine Knapstein: „Die Infektion mit Lyme-Borreliose kann Gelenkentzündungen, Arthritis oder Herzrhythmusstörungen verursachen.“ Die Erkrankung könne, so die Expertin, mit Antibiotika wirkungsvoll therapiert werden. Problematisch sei allerdings, dass sie oft erst Monate nach der Infektion erkannt werde. Ohne Behandlung könne es zu Lähmungserscheinungen, Nervenentzündungen oder Schwellungen der Gelenke kommen.

 

Auch bei den FSME-Erkrankungen war in den vergangenen Jahren ein deutlicher Anstieg festzustellen. 2017 wurden in Baden Württemberg 698 AOK-Versicherte wegen Frühsommer-Meningoenzephalitis behandelt, 2019 waren es 922. In Heilbronn-Franken erhöhten sich die Infektionszahlen im gleichen Zeitraum von 23 auf 35. Wer sich ansteckt, leidet nach einer Inkubationszeit zwischen sieben und 14 Tagen häufig unter Grippesymptomen. Ein großer Teil der Infektionen, zwischen 70 und 95 Prozent, verläuft laut Robert-Koch-Institut jedoch asymptomatisch und wird nicht erkannt.

 

Bei schwereren Verläufen können auch gefährliche Entzündungen im Gehirn, neurologische Ausfälle und lange andauernde Kopfschmerzen entstehen. Teilweise verlaufen FSME-Infektionen tödlich. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts zählt der Hohenlohekreis zu den FSME-Risikogebieten. Deshalb rät AOK-Ärztin Dr. Sabine Knapstein Menschen, die sich viel in der freien Natur aufhalten, zu einer Schutzimpfung gegen FSME. Die Kosten werden von der AOK übernommen.

 

Egal ob es sich um Borreliose oder FSME handelt: Um Erkrankungen zu vermeiden ist es am besten, den Zecken keine Möglichkeit zu bieten, an den menschlichen Körper zu gelangen. Dr. Knapstein rät beim Aufenthalt auf Wiesen und im Wald lange Hosen und langärmlige Shirts mit hellen Farben zu tragen. Diese lassen sich gut nach den Spinnentieren absuchen. In Apotheken und Drogerien gibt es Lotionen oder Sprays, die Zecken durch ihren Geruch für einige Stunden abhalten.

 

„Hat sich der Blutsauger oberflächlich festgebissen, sollte das Tier möglichst schnell mit einer Zeckenzange dicht an der Haut gepackt und herausgezogen werden. Auf keinen Fall Öl oder Klebstoff verwenden. Danach sollte man die Wunde mehrere Tage genau beobachten, ob rote Ränder entstehen. Ist die Zecke schon tiefer in die Haut gedrungen, sollte ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden“, so Dr. Knapstein.   

 

  • Ausführliche Informationen gibt es im Internet unter www.zecken.de

 

(Bildunterzeile)

 

Bei Aktivitäten im Freien sollte man sich durch Schutzmaßnahmen vor Zeckenbissen schützen. Foto: AOK

 

 

 

 

 

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