Weiter hohe Zahl an Depressionen (Rems-Murr-Kreis)

2017 litten im Rems-Murr-Kreis 10,3 Prozent der AOK-Versicherten darunter

Datum: 27.09.2018 / Kategorie: Gesundheit und Prävention

Waiblingen

Depressionen verändern das Leben von Betroffenen nachhaltig negativ: Sie leiden häufig unter einer tiefen Niedergeschlagenheit, empfinden kaum noch Freude, fühlen sich innerlich leer, verlieren das Interesse an sozialen Kontakten, sind antriebslos und müde. Alltägliche Aufgaben in Beruf und Familie können kaum noch bewältigt werden. Darauf macht die AOK Ludwigsburg-Rems-Murr zum Europäischen Depressionstag, am 1. Oktober, aufmerksam.

 

Im Rems-Murr-Kreis waren im vergangenen Jahr 16.248 AOK-Versicherte davon betroffen. Dies entspricht 10,3 Prozent. Damit lag der Landkreis unter dem Landesschnitt, denn im gleichen Zeitraum betrug die Zahl der AOK-versicherten Depressions-Patienten in Baden-Württemberg 465.382 Menschen, was einer Quote von 10,72 Prozent aller AOK-Versicherten entspricht. Die Daten der AOK gelten als repräsentativ, da sie mit 43 Prozent aller Versicherten die größte Krankenkasse im Land ist.

 

Im Rems-Murr-Kreis entwickelten sich die Behandlungen von depressiven Erkrankungen von 13.303 im Jahr 2014 über 14.000 in 2015 und 16.485 in 2016 auf 16.248 im vergangenen Jahr. Dies entspricht einer mittleren jährlichen Veränderung von 0,9 Prozent zwischen 2014 und 2017. Die Zahl der Depressionen stieg hier also mittelfristig weiter an, während sie in Baden-Württemberg gleichbleibend auf einem hohen Niveau verharrt.

 

AOK-Ärztin Dr. Sabine Knapstein: „Psychische Belastungen und Störungen zählen seit 20 Jahren zu den häufigsten Ursachen für krankheitsbedingte Ausfälle am Arbeitsplatz – und das mit steigender Tendenz.“ Frauen erkranken nach Angaben des Robert-Koch-Instituts etwa doppelt so häufig wie Männer. Dies wird auch durch die Zahlen der AOK Baden-Württemberg bestätigt. Von den AOK-Versicherten im Land wurden im vergangenen Jahr 311.643 Frauen und 153.739 Männer wegen Depressionen behandelt.

 

„Diese Erkrankung ist nicht immer leicht zu erkennen und die Dunkelziffer ist vermutlich relativ hoch“, ergänzt Dr. Sabine Knapstein. Viele Patienten berichten über Symptome wie Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen, Verdauungsbeschwerden, Muskelverspannungen oder auch Gedächtnisstörungen. Oft würden die Antworten auf zwei Fragen den Arzt auf die richtige Spur führen: Hat sich der Betroffene in den vergangenen Monaten häufig niedergeschlagen, traurig oder gar hoffnungslos gefühlt? Und: Hatte er in dieser Zeit weniger Freude an Dingen, die er sonst gerne macht?

 

Dr. Knapstein: „Wenn die Diagnose feststeht, sollten Arzt und Patient die Ziele der Behandlung gemeinsam festlegen. Um gesund zu werden, ist es wichtig, dass der Patient mitarbeitet“. Studien weisen darauf hin, dass körperliche Bewegung Depressionen vorbeugen kann. Regelmäßiger Sport spiele dabei eine wesentliche Rolle. „Zu den Zielen der Behandlung gehört unter anderem, dass sich die Beschwerden verringern, die Krankheit sich zurückbildet und die Betroffenen wieder am beruflichen sowie sozialen Leben teilhaben können“, so die Ärztin.

 

Versicherte der AOK Baden-Württemberg, die an einer Depression erkrankt sind, können am Facharztprogramm Psychotherapie, Neurologie und Psychiatrie teilnehmen. Dies ermöglicht eine schnelle, strukturierte und flexibel auf die Bedürfnisse der Betroffenen zugeschnittene Behandlung.

 

Weiterführende Informationen zum Thema „Depression“ gibt es im Internet unter depression.aok.de

 

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