Welt-Diabetes-Tag - Fallzahlen für Diabetes Typ 2 steigen im Landkreis

Waldshut-Tiengen, 12. November – Anlässlich des Welt-Diabetes-Tags veröffentlicht die AOK Baden-Württemberg neue, beunruhigende Zahlen: 10,56 Prozent aller AOK-Versicherten im Land, das sind 420.618 Personen, waren im vergangenen Jahr wegen Diabetes Typ 2 in Behandlung. Auch im Landkreis Waldshut steigen die Zahlen. 2014 mussten sich 5.744 Menschen wegen Diabetes Typ 2 im Krankenhaus behandeln lassen. In der Langzeitbetrachtung ist statistisch gesehen ein kontinuierlicher An-stieg festzustellen. Laut AOK stieg in den Jahren 2011 bis 2014 der Anteil der Diabetes-Patienten landesweit von 10,3 auf 10,6 Prozent.

Datum: 12.11.2015 / Kategorie: Gesundheit und Prävention

Waldshut-Tiengen

Diese Tendenz bestätigt auch Facharzt Dr. Tilman Kirchhoff aus Lauchringen. "Wir haben eine Zunahme an übergewichtigen Menschen in den Industrienationen zu verzeichnen – ein Risikofaktor für den Typ-2 Diabetes“, erläutert Dr. Kirchhoff. „Aufgrund der demografischen Entwicklung ist dieser Trend deutschlandweit feststellbar. Die meisten Diabetiker sind heute über 65 Jahre alt.“

Auslöser sind wenig Bewegung und schlechte Ernährung

Die Erkrankung kann nicht nur für lebenslange Medikamenteneinnahme stehen, sondern auch eine Vorstufe für gefährliche Folgeerkrankungen sein. Auslöser für Diabetes-Typ-2-Erkrankungen seien häufig mangelnde Bewegung, Übergewicht und ungesunde Ernährung, sind sich die Fachleute sicher. "Gemeinsam mit dem Hausarzt eine individuell auf die Begleiterkrankungen und Lebensführung angepasste Therapiestrategie finden", rät der Diabetologe neu erkrankten Diabetes-Patienten.

Die Diagnose "Zuckerkrankheit" sei für viele Betroffene zuerst einmal ein Schock, weiß Nina Blattmann, Leiterin des AOK-Gesund­heitszentrums in Waldshut-Tiengen aus ihrer langjährigen Beratungstätigkeit. Obwohl Diabetes in der Regel chronisch ist, könnten die Betroffenen ihre Situation maßgeblich verbessern. "Zahlreiche Studien haben bewiesen, dass Typ-2-Diabetiker besonders profitieren, wenn sie ihre Ernährung umstellen, regelmäßig körperlich aktiv sind, sich ausreichend entspannen und auf die Fußpflege achten“, ergänzt die Ernährungsexpertin. Dies sei beispielsweise in den "AOK-Curaplan-Kursen" zu erlernen.

Dass oftmals zunächst eine Lebensstiländerung ausreichend sei, betont auch Dr. Kirchhoff: "Es muss nicht gleich der Griff zu Tabletten oder Insulin erfolgen". Der Facharzt ist überzeugt, dass die moderne Medizin der Krankheit Diabetes den Schrecken nehmen kann: "Ziel ist es, die gefürchteten Begleiterkrankungen durch Veränderungen an den großen und kleinen Gefäßen zu vermeiden beziehungsweise möglichst lange hinauszuzögern. Dies ist heutzutage durch eine moderne Therapie unter ständiger Kontrolle möglich."

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