Weniger Alltagsverletzungen bei Kindern im Corona-Jahr

Die Zahl der Kinderunfälle sinkt laut AOK-Statistik seit 2018, besonders im Coronajahr. Alltagsverletzungen bleiben jedoch die häufigste To-desursache bei Kindern und Jugendlichen.

»Unfälle und Verletzungen im Alter von 1 bis 17 Jahren sind der häufigste Grund für eine Aufnahme in ein Krankenhaus und der zweithäufigste Anlass für einen Arztbesuch.«

Marion Rostam, Geschäftsführerin der AOK Neckar-Alb

Datum: 23.06.2022 / Kategorie: Wissenschaft / Statistiken / Studien / Zahlen

Balingen

Alltagsverletzungen stellen weltweit für Kinder eine maßgebliche Bedrohung für Leib und Leben dar. „Unfälle und Verletzungen im Alter von 1 bis 17 Jahren sind der häufigste Grund für eine Aufnahme in ein Krankenhaus und der zweithäufigste Anlass für einen Arztbesuch“, bestätigt Marion Rostam, Geschäftsführerin der AOK Neckar-Alb. Einer aktuellen Auswertung zufolge seien im Zollernalbkreis 2.666 AOK-versicherte Kinder und Jugendliche im Jahr 2020 wegen Verletzungen, Verbrennungen, Verätzungen oder Vergiftungen behandelt worden. „Das entspricht rund 21 Prozent aller Kinder. Jungen sind etwas häufiger betroffen. Eine leichte Häufung tritt insbesondere bei den Ein- bis Vierjährigen auf.“ Einen deutlichen Rückgang an Verletzungen stelle man für das Corona-Jahr 2020 fest. Ein Jahr zuvor lag die Zahl der Behandlungen noch bei 2.869. Durchschnittlich fielen die Behandlungszahlen um jährlich 6,3 Prozent.

 

Zu den vier häufigsten Todesursachen im Kleinkindalter zählen Ersticken, beispielsweise durch das Eindringen flüssiger oder fester Stoffe in die Atemwege oder durch Strangulation im Kinderbett, Ertrinken, insbesondere in der Badewanne, Stürze und Verbrennungen beziehungsweise Rauchvergiftungen. Die meisten Unfälle von kleinen Kindern passieren also nicht auf der Straße, sondern in den eigenen vier Wänden. Erst ab dem Grundschulalter sind die häufigsten Unfallursachen Straßenverkehrsunfälle und ab zehn Jahren Fahrradunfälle.

 

Marion Rostam, selbst Mutter zweier Kinder, appelliert deshalb an die Eltern: „Unfallverhütung fängt bei uns an. Es geht darum, als Eltern von Anfang an aktiv und mit Umsicht für eine möglichst sichere und ungefährliche Umgebung für unsere Kinder zu sorgen.“ Zu vorbeugenden Maßnahmen gehöre auch, die Hausapotheke regelmäßig aufzufrischen, die Teilnahme an einem Erste-Hilfe-Kurs für Babys und Kinder und die wichtigen Telefonnummern wie etwa vom Notarzt (112), der Giftnotrufzentrale und dem Kinderarzt verfügbar zu haben.

 

Eveline Blank

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