Weniger Geschwüre in Magen und Darm

Magen-Darm-Tag am 7. November 2020: Laut einer aktuellen Statistik der AOK ist die Zahl der Behandlungen in Neckar-Alb stetig gesunken. Die Kasse warnt jedoch vor übermäßiger Einnahme an freiverkäuflichen Schmerzmitteln und Magensäureblockern.

Datum: 29.10.2020 / Kategorie: Gesundheit und Prävention

Neckar-Alb

Jährlich erkranken 50 von 100.000 Menschen in Deutschland an einem Magengeschwür. Die meisten sind älter als 50 Jahre, Frauen und Männer sind gleichermaßen betroffen. Beim Zwölffingerdarmgeschwür sind es sogar 150 von 100.000 Menschen, die die Diagnose erhalten. Männer erkranken dreimal häufiger als Frauen. In der Region Neckar-Alb verzeichnete die AOK unter ihren Versicherten 2.273 Fälle in 2019, die wegen eines Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwürs ärztlich behandelt wurden. Vor fünf Jahren waren es 2.371 Betroffene. Mit den rückläufigen Zahlen liegt die Region im allgemeinen Trend in Industriestaaten.

 

Einzig im Landkreis Tübingen zählte die Kasse eine leichte Erhöhung von 453 im Jahr 2015 auf 461 Betroffene im Jahr 2019. Allerdings liegen die Fallzahlen hier auf einem insgesamt sehr viel niedrigerem Niveau als in den Nachbarlandkreisen. Im Landkreis Reutlingen etwa wurden vergangenes Jahr 942 AOK-Versicherte wegen eines Magen- oder Darmgeschwürs behandelt, gegenüber 978 Fällen im Jahr 2015. Im Zollernalbkreis waren es im Jahr 2019 870 Betroffene gegenüber 940 im Jahr 2015.

 

Bei Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren handelt es sich um abgegrenzte entzündliche Defekte in der Schleimhaut, die in tiefere Schichten der Magen- bzw. der Darmwand hineinreichen. An der Entstehung eines Geschwürs sind meist mehrere Faktoren beteiligt. Eine besonders häufige Ursache ist eine Entzündung mit dem Bakterium Helicobacter pylori, die schon im Kindesalter erworben wird. Begünstigend auf die Entstehung solcher Geschwüre wirken aber auch eine genetische Veranlagung zu empfindlichem Magen, psychosozialer Stress, der die Produktion von Magensäure erhöhen kann, und ein ungesunder Lebensstil, hier vor allem das Rauchen sowie ein übermäßiger Konsum von Alkohol und Kaffee.

 

Freiverkäufliche Medikamente können Geschwüre verursachen

 

„Entzündungshemmende und schmerzlindernde Medikamente, sogenannte nicht-steroidale Antirheumatika wie zum Beispiel Acetylsalicylsäure, Diclofenac oder auch Ibuprofen, sind ebenfalls oft Ursache von Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwüren.“ erklärt AOK-Ärztin Dr. Sabine Knapstein, und warnt ausdrücklich vor der unbedachten Einnahme solcher Mittel, die ohne Rezept in den Apotheken zugänglich sind. Vor allem, wenn die Schmerzmittel über einen längeren Zeitraum oder in Kombination mit Kortison eingenommen würden, könne das Geschwüre verursachen. „Wichtig zu wissen ist hier, dass die Einnahme von Kortison allein meist nicht zu Geschwüren führt. Weitere Medikamente, die zu einer Geschwürbildung führen können, sind sogenannte Serotoninwiederaufnahmehemmer, die oft gegen Depressionen verordnet werden, Chemotherapeutika und Bisphosphonate.“

 

Die Ärztin rät, bei Symptomen wie Schmerzen im Oberbauch, die oft in direktem Zusammenhang mit den Mahlzeiten stehen, ärztlich abklären zu lassen. Treten Schmerzen nachts bei leerem Magen auf, weist dies auf ein Zwölffingerdarmgeschwür hin. Schmerzen, die sich vor allem direkt nach dem Essen bemerkbar machen, können Anzeichen für Geschwüre im Magen sein. „Um eine sichere Diagnose stellen zu können, ist eine Spiegelung von Magen und Dünndarm verbunden mit der Entnahme einer Gewebeprobe notwendig. Dies dient vor allem zur Abklärung einer Infektion mit Helicobacter pylori und dem Ausschluss bösartiger Erkrankungen.“, so Dr. Knapstein.

 

AOK-Versicherte, die am Haus- und Facharzt-Programm teilnehmen, haben bereits ab 50 Jahren Anspruch auf eine kostenlose Vorsorgedarmspiegelung, sowohl Männer als auch Frauen. Regulär haben Frauen erst ab 55 Jahren darauf Anspruch. Die AOK bietet zudem allen Versicherten Gesundheitskurse an, zum Beispiel mit Blick auf eine gesunde, ausgewogene Ernährung und zum Erlernen von Entspannungsmethoden.

 

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