Weniger Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre

Stress und ein ungesunder Lebensstil können auf den Magen schlagen. Das bleibt nicht ohne Folgen, denn jährlich erkranken Menschen an einem Magen- und Darmgeschwür. Betroffen sind vor allem die über 50-Jährigen. Eine Auswertung der AOK Neckar-Fils hat ergeben, dass diese Erkrankungen im Kreis Göppingen erfreulicherweise rückläufig sind. Rund 691 Versicherte, darunter 311 Frauen und 380 Männer, ließen sich 2019 wegen eines Magen- und Zwölffingerdarmgeschwürs behandeln. 2015 waren es noch 858 Versicherte.

Datum: 19.11.2020 / Kategorie: Gesundheit und Prävention

Göppingen

Kommt es zu einem Geschwür im Magen oder Zwölffingerdarm, gibt es dafür mehrere Gründe. Eine besonders häufige Ursache ist die Infektion mit dem Bakterium Helicobacter pylori. Dieses bildet Enzyme und kann die Zellen der Magenschleimhaut schädigen. „Aber auch entzündungshemmende und schmerzlindernde Medikamente wie zum Beispiel Acetylsalicylsäure, Diclofenac oder auch Ibuprofen sind oft Ursache dieser Erkrankung, insbesondere dann, wenn die Schmerzmittel über einen längeren Zeitraum eingenommen werden oder in Kombination mit Kortison“, sagt Dr. Sabine Knapstein, Ärztin bei der AOK Baden-Württemberg.

 

Wenn die Beschwerden nicht eindeutig sind oder von den Betroffenen als wenig belastend wahrgenommen werden, bleiben solche Geschwüre über einen längeren Zeitraum häufig unentdeckt. „Schmerzen im Oberbauch, die oft in direktem Zusammenhang mit den Mahlzeiten stehen, können auf ein Geschwür hinweisen. Verschwinden diese nach dem Essen für einige Stunden, deutet dies auf ein Magengeschwür hin. Treten sie in der Nacht bei leerem Magen auf, weist das auf ein Zwölffingerdarmgeschwür hin“, so die AOK-Ärztin.

 

Um eine sichere Diagnose stellen zu können, ist eine Spiegelung von Magen und Dünndarm verbunden mit der Entnahme einer Gewebeprobe notwendig. Das dient vor allem zur Abklärung einer Infektion mit Helicobacter pylori und dem Ausschluss bösartiger Erkrankungen.

 

Zur Behandlung eines Geschwürs und zur Vorbeugung kann der Patient selbst durch sein Verhalten beitragen. „Beispielsweise Zigaretten, Alkohol, Kaffee sowie Speisen und Getränke meiden, die die Magensaftproduktion stark anregen. Dazu zählen auch fette und scharfe Mahlzeiten“, sagt die AOK-Ärztin.

 

Betroffenen wird empfohlen, den Stress im Alltag zu reduzieren und regelmäßig Entspannungsübungen zu machen. Das kann bei der Genesung und Vorbeugung einer erneuten Erkrankung unterstützen. 

 

 

 

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