Wenn das Essen auf den Magen

Essen sollte nicht nur Nahrungsaufnahme sein, es sollte auch Spaß machen. Für viele Menschen ist es aber mit dem Genuss und Spaß schnell vorbei wenn Sie etwas essen oder trinken, was sie eigentlich meiden sollten. Eine Nahrungsmittelunverträglichkeit kann einem buchstäblich den Appetit verderben. 2013 gab es allein im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald 290 Versicherte, die wegen einer Laktoseintoleranz in ambulanter oder stationärer Behandlung waren. Darauf weist die AOK Südlicher Oberrhein in einer Pressemitteilung hin.

Datum: 24.08.2015 / Kategorie: Gesundheit und Prävention

Breisgau-Hochschwarzwald

„Hier beobachten wir einen sehr schnellen Anstieg“, sagt Fabian Singler, Ernährungsberater bei der AOK Südlicher Oberrhein. „2007 waren das noch 85 Personen, heute sind es mehr als drei Mal so viele“. Auffällig ist, dass deutlich mehr Frauen als Männer in Behandlung sind. „Wir können nur auswerten, wer tatsächlich in ärztlicher Behandlung war“, erklärt der Ernährungsexperte. „Wir gehen davon aus, dass die Dunkelziffer höher ist“. Wenn nach dem Essen der Magen schmerzt, der Darm rumort oder die Haut anfängt zu jucken könnten dies Reaktionen auf eine Nahrungsmittelunverträglichkeit sein. Dann sollte der Hausarzt aufgesucht werden. „Mit einer Umstellung von Ess- und Trinkverhalten lässt sich eine Unverträglichkeit meist gut in den Griff bekommen“, macht Singler Mut. „In Milch zum Beispiel steckt viel Gutes – aber auch Milchzucker. Und den kann eben nicht jeder gut verdauen“. 15 bis 20 Prozent der Deutschen reagieren auf den Verzehr von Quark, Sahne, Käse und Molke mit Völlegefühl, Blähungen und Durchfall. Sie vertragen die in der Milch enthaltene Laktose nicht. „Oft hilft schon eine laktosearme Kost, auch findet man in den Regalen heute viele laktosefreie Lebensmittel“.

Ein Blick auf die Zutatenliste reicht normalerweise schon aus, denn Laktose ist deklarierungspflichtig. Auch Fertiggerichte, Back- oder Wurstwaren können Milchzucker enthalten. „Um sicher zu sein sollte man einfach im Geschäft oder dem Restaurant nachfragen“ findet Fabian Singler. Auch die Gastronomie stellt sich heute diesen besonderen Anforderungen. So bieten immer mehr Restaurants ihren Kunden laktose- und glutenfrei Gerichte an.

Wenn Weizen, Dinkel, Roggen, Hafer oder Gerste auf den Magen schlagen, deutet das auf eine Glutenunverträglichkeit hin, einer chronischen Erkrankung des Dünndarms. Auslöser ist das im Getreide enthaltene Klebereiweiß Gluten. Gewichtsverlust, Durchfall und Wachstumsstörungen können die Folge sein, aber auch Mangelerscheinungen wie Osteoporose können die Folge sein. Auch hier ist ein deutlicher Anstieg sichtbar. „2007 zählten wir im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald rund knapp 30 Versicherte, die wegen Glutenunverträglichkeit in Behandlung waren, 2013 schon 70“. Die AOK südlicher Oberrhein bietet Ernährungsberatung an. Im vergangenen Jahr haben im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald über 600 Versicherte eine individuelle Ernährungsberatung in Anspruch genommen.

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