Wenn das Essen zur Qual wird – Nahrungsmittelunverträglichkeit wird auch in der Region ein immer größeres Problem

Gutes Essen ist nicht nur notwendig, um die körperliche Leistungsfähigkeit zu erhalten, sondern auch ein besonderer Genuss, der zum Wohlbefinden beiträgt. Für immer mehr Menschen in der Region hat der Verzehr bestimmter Nahrungsmittel jedoch schmerzhafte Folgen. Das zeigen die Zahlen der AOK Hochrhein-Bodensee. Treten zum Beispiel nach dem Essen von Milch oder Milchprodukten wiederholt Beschwerden auf, sollte ein Arzt konsultiert werden. Möglicherweise liegt eine Laktose-Intoleranz vor.

Datum: 11.08.2015 / Kategorie: Gesundheit und Prävention

Waldshut-Tiengen

Doch nicht nur Milchprodukte können zu Symptomen wie Blähungen und Durchfällen, Kopfschmerzen oder Schwindel führen. Auch das Eiweiß Gluten, das in Getreidearten wie Weizen, Dinkel, Roggen, Gerste oder Hafer vorkommt, kann zu Beschwerden führen. Grund dafür ist oft eine chronische Entzündung des Dünndarms, die auf einer lebenslangen Unverträglichkeit gegenüber Gluten beruht. Die Zahl der Betroffenen im Landkreis Waldshut hat sich in den letzten sechs Jahren mehr als verdoppelt. Einzige Therapie bei einer Gluten-Unverträglichkeit (Zöliakie) ist eine lebenslange glutenfreie Ernährung. Dabei bieten sich Hirse, Reis, Mais oder Sojabohnen als glutenfreie Alternativen an.

Deutlich häufiger als die Zöliakie traten zuletzt Fälle von Laktose-Intoleranz auf. Bei Laktose-Intoleranz kann in der Nahrung enthaltener Milchzucker nicht verdaut werden. Der Grund liegt in der fehlenden oder zumindest verminderten Produktion des zur Verdauung notwendigen Enzyms Laktase. Mussten sich im Jahr 2007 lediglich 86 AOK-Versicherte in der Region in ambulante oder stationäre ärztliche Behandlung begeben, waren es zuletzt schon 298 Personen. Das entspricht einer Steigerungsrate von jährlich rund 22,8 Prozent. Besonders verbreitet ist die Diagnose in den Altersgruppen von 20-24 Jahren und von 45-49 Jahren.

Ernährungsberaterin Claudia Kaiser vom AOK-Gesundheitszentrum Waldshut unterstützt immer mehr Menschen mit Laktose-Intoleranz bei der Veränderung ihrer Essgewohnheiten: „Einzige Therapie ist eine Ernährungsumstellung. In Fertiggerichten, Wurstaufschnitt oder Konserven ist beispielsweise sehr oft Laktose enthalten. Stattdessen sollten laktosefreie Milch und generell laktosefreie Produkte, roher Schinken oder Pflanzenöle verwendet werden“, rät die Diplom-Oecotrophologin. Mit einer qualifizierten Beratung fällt Betroffenen eine Ernährungsumstellung, die zur kompletten Beschwerdefreiheit führen kann, meist leichter.

Und noch eine gute Nachricht: Laktose-Intoleranz ist keine Krankheit, sondern eine Unverträglichkeit. Sie birgt keine weiteren Risiken, sofern Betroffene auf eine ausgewogene Ernährung achten. Studien zeigen aber auch, dass die deutliche Mehrheit der Menschen, die angeben unter einer Unverträglichkeit zu leiden, aus medizinischer Sicht keine Unverträglichkeit aufweisen.

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