Landkreis Tuttlingen: Wenn der Nebel sich nicht mehr lichtet - Depressionen im Alter: besonders Frauen betroffen

Niedergeschlagenheit, Traurigkeit, Hoffnungslosigkeit, Lustlosigkeit können erste Anzeichen einer Depression sein. „Im Alter sind depressive Störungen die häufigste psychische Störung und gehen noch stärker als in jüngeren Altersgruppen mit einem erhöhten Suizidrisiko einher“, warnt Dr. med. Dipl.-Psych. Alexandra Isaksson, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie bei der AOK Baden-Württemberg.

Datum: 07.01.2021 / Kategorie: Gesundheit und Prävention

Landkreis Tuttlingen

Laut einer aktuellen Auswertung der AOK Schwarzwald-Baar-Heuberg, sind im Landkreis Tuttlingen die Zahlen hingegen leicht gesunken: Insgesamt befanden sich 2.487 (Vorjahr 2.577) der über 70-jährigen Versicherten wegen Altersdepression in ärztlicher Behandlung. Dabei liegt der Anteil der betroffenen Frauen (1.813 vs. 1881 im Vorjahr) deutlich über dem der männlichen Betroffenen (674 vs. 696 im Vorjahr). Bei der AOK Baden-Württemberg ist die Zahl der an Altersdepressionen erkrankten Versicherten im Zeitraum von 2015 bis 2019 um 2,3 Prozent gestiegen. Landesweit sind dies bei den über 70-Jährigen für 2019 rund 146.000 behandelte Fälle. Wie sich die Corona-Pandemie auf die Zahlen auswirkt, bleibt abzuwarten.

 

„Besonders gefährdet, an einer Depression zu erkranken, sind Frauen sowie Menschen ohne vertrauensvolle persönliche Beziehungen und Bewohner von Pflegeheimen.“ Aber, so die AOK Expertin, „eine Depression kann auch im Alter gut behandelt werden. Im Falle eines Verdachts auf eine depressive Störung sollte umgehend ein Arzt - Hausarzt, Facharzt für Psychiatrie, Psychosomatische Medizin oder Nervenarzt - aufgesucht werden“, rät die AOK Ärztin.

 

Die Gründe, an Altersdepressionen zu erkranken, sind vielfältig. Laut einer landesweiten Forsa-Befragung vom Oktober 2020, sorgen sich Frauen vor allem um Pflegebedürftigkeit (67 Prozent), gefolgt vom Verlust von Familienmitgliedern oder Freunden (64 Prozent) und gesundheitlichen Problemen im Alter (58 Prozent) sowie der Altersarmut (39 Prozent). Für Männer stehen die gesundheitlichen Probleme im Vordergrund (68 Prozent), gefolgt von Pflegebedürftigkeit (63 Prozent) und der Angst vor dem Verlust von Familienmitgliedern oder Freunden (60 Prozent). Nur rund ein Viertel der Männer sorgt sich um Altersarmut.

 

Ergänzende Hilfsangebote:

 

•       Bei Fragen zur Erkrankung Depression und zu Anlaufstellen in Ihrer Nähe können Sie sich an das Info-Telefon Depression der Deutschen Depressionshilfe wenden unter der Tel.: 0800 / 33 44 533.

 

•       Für Ratsuchende steht weiterhin die Telefonseelsorge rund um die Uhr und kostenfrei unter Tel.: 0800-111 0 111 oder 0800-111 0 222 zur Verfügung.

 

•       AOK-Versicherte haben die Möglichkeit, sich über ihren Hausarzt in das sog. AOK-FacharztProgramm einzuschreiben, über das eine zeitnahe psychiatrische und psychotherapeutische Behandlung sowie auch Unterstützung durch den sozialen Dienst der AOK vermittelt werden kann (https://www.aok.de/pk/bw/inhalt/aok-facharztprogramm/).

 

•       Als ergänzende Online-Selbsthilfe kann das Programm „moodgym“ Hilfestellung im Umgang mit depressiven Symptomen geben. (https://www.aok.de/pk/uni/inhalt/moodgym-online-selbsthilfe-bei-depressionen-2/), ersetzt jedoch keine professionelle Behandlung.

 

•          Um ihre psychische Gesundheit zu fördern, können AOK-Versicherte weiterhin an dem Präventionsprogramm „Lebe Balance“ teilnehmen (https://www.aok.de/pk/uni/inhalt/lebe-balance-das-gesundheitsprogramm/).

 

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