Wenn der Schlag trifft: Schnelles Handeln rettet Leben

In Deutschland erleiden jedes Jahr etwa 270.000 Menschen einen Schlaganfall. Eine von der AOK ausgeführte Auswertung ergab, dass im Jahr 2017 im Ortenaukreis 542 AOK-Versicherte wegen eines Schlaganfalles in ärztlicher Behandlung waren.

Datum: 06.06.2019 / Kategorie: Gesundheit und Prävention

Offenburg

Wenn der Schlag trifft: Schnelles Handeln rettet Leben

 

In Deutschland erleiden jedes Jahr etwa 270.000 Menschen einen Schlaganfall.

 

Eine von der AOK ausgeführte Auswertung ergab, dass im Jahr 2017 im Ortenaukreis 542 AOK-Versicherte wegen eines Schlaganfalls in ärztlicher Behandlung waren.

 

„Diese Zahl ist etwas rückläufig“, erklärt Tobias Rauber, Leiter des Offenburger Kundencenters der AOK. 2014 erfasste die Krankenkasse 649 betroffene Versicherte im Kreis, 2016 waren es 618 Versicherte. Am südlichen Oberrhein, also in der Ortenau, den Landkreisen Emmendingen, Breisgau-Hochschwarzwald und der Stadt Freiburg, zählte die AOK 2017 insgesamt 1.131 betroffene Versicherte. Weltweit treffen drei von vier Schlaganfällen Menschen über 70 Jahre, doch sind in Deutschland pro Jahr etwa 9.000 bis 14.000 Männer und Frauen unter 50 Jahren betroffen. Außerdem trifft es jedes Jahr auch etwa 300 Kinder.

 

„Nach Krebs- und Herzerkrankungen ist der Schlaganfall die dritthäufigste Todesursache“, berichtet Rauber. Etwa die Hälfte der überlebenden Patientinnen und Patienten trägt dauerhafte Schäden davon. Bei 85 von 100 Schlaganfällen kommt es zum vollständigen oder teilweisen Verschluss eines Hirngefäßes oder einer das Gehirn mit Blut versorgenden Arterie“, erklärt Dr. Jan Paulus von der AOK Baden-Württemberg. „Weil das Gehirn in dieser Situation nicht ausreichend mit Sauerstoff und Blut versorgt wird, kommt es zum Untergang von Hirngewebe“. Zwar ist das Alter ein wichtiger Risikofaktor, neben genetischer Veranlagung zählen auch Bluthochdruck, unbehandeltes Vorhofflimmern, sowie Rauchen, Alkohol und Bewegungsmangel zu den Risikofaktoren.

 

Wie schwer die langfristigen Folgen eines Schlaganfalles sind, hängt stark davon ab, wie schnell Betroffene die richtige Hilfe bekommen. Bei einem Hirninfarkt und einer Hirnblutung sterben mit jeder Minute Gehirnzellen ab, da sie keinen Sauerstoff mehr bekommen. „Jeder Schlaganfall ist ein Notfall und erfordert sofortige Diagnostik und Therapieentscheidung“, macht der Mediziner klar. Deshalb ist es wichtig, die Alarmzeichen zu kennen und schnell zu reagieren: Einseitige Lähmungen, Schwäche oder Taubheitsgefühl in einem Arm, Bein oder im Gesicht, wenn die Sprache nicht gehorcht, der Betroffene undeutlich spricht oder Worte wiederholt oder er die Worte nicht finden kann, wenn die Augen nicht gehorchen, man verschwommen sieht oder gar vorübergehend blind ist. Auch Schluckstörungen, Gleichgewichtsstörungen oder starke, schlagartig einsetzende Kopfschmerzen können Vorboten sein.

 

Jede Minute zählt. Mit dem FAST-Test kann der Schlaganfall-Verdacht binnen Sekunden geprüft werden. FAST steht für Face (Gesicht), Arms (Arme), Speech (Sprache) und Time (Zeit).

 

FACE: Bitten Sie den Betroffenen zu lächeln. Ist das Gesicht einseitig verzogen, deutet das auf eine Halbseitenlähmung hin.

 

ARMS: Bitten Sie den Betroffenen, die Arme nach vorn zu strecken und dabei die Handflächen nach oben zu drehen. Bei einer Lähmung können nicht beide Arme gehoben werden.

 

SPEECH: Bitten Sie die Person, einen einfachen Satz nachzusprechen oder einen Gegenstand zu benennen. Ist sie nicht in der Lage oder klingt die Stimme verwaschen, liegt vermutlich eine Sprachstörung vor.

 

TIME: Verlieren Sie keine Zeit, wählen sie die 112 und schildern sie die Symptome.

 

Kontakt zur Pressestelle

Frank Kölble

Pressesprecher

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