Wenn Lebensmittel krank machen ...

Fast doppelt so viele Frauen wie Männer leiden im Kreis Göppingen unter einer Glutenunverträglichkeit (Zöliakie). Noch drastischer sieht es bei der Milchzuckerunverträglichkeit (Laktoseintoleranz) aus. Hier lag der Anteil der weiblichen Versicherten im vergangenen Jahr fast dreimal höher als bei den männlichen, so das Ergebnis einer Auswertung der AOK Neckar-Fils unter ihren Versicherten. Insgesamt 734 Versicherte ließen sich 2016 wegen Laktoseintoleranz behandeln; bei der Zöliakie waren es 139 Fälle.

Datum: 19.12.2017 / Kategorie: Wissenschaft / Statistiken / Studien / Zahlen

Göppingen

Zöliakie ist eine chronische Erkrankung des Dünndarms, die auf einer Überempfindlichkeit der Darmschleimhaut gegenüber Gluten beruht. „Gluten ist ein Eiweiß, das in vielen Getreidesorten vorkommt, beispielsweise in Weizen, Dinkel und Roggen. Bei der Zöliakie können Nährstoffe und Mineralien vom Körper nicht mehr gut aufgenommen werden, sodass es zu einer Mangelernährung kommt und die unverdaute Nahrung im Darm Beschwerden verursacht“, sagt AOK-Ernährungsberaterin Gerlinde Steffan. Die Zöliakie bestehe meist lebenslang, sei aber durch eine glutenfreie Ernährung behandelbar.

 

Je nach Alter können die Symptome variieren. „Kinder bekommen oft schnell einen vorgewölbten Bauch und Durchfall mit Blähungen, wenn sie zum ersten Mal Getreideprodukte essen. Bei älteren Kindern und Erwachsenen sind die Beschwerden schwächer und vielfältiger ausgeprägt“, sagt AOK-Ärztin Sabine Knapstein. Bei ihnen könnten beispielsweise Durchfall, starke Erschöpfung, eine verminderte Knochendichte und Eisenmangel, aber auch Depressionen, Unfruchtbarkeit oder Gelenkschmerzen auf eine Zöliakie hinweisen.

 

„Wer Milchprodukte schwer verdauen kann, verträgt Milchzucker, also Laktose, womöglich nur in kleinen Mengen. Fachleute sprechen dann von Laktoseintoleranz“, so Knapstein. Die Beschwerden wie Völlegefühl, Unterbauchschmerzen, ausgeprägte Blähungen, Durchfall, Übelkeit, Erbrechen und manchmal auch Verstopfung treten meist auf, kurz nachdem man Milch oder Milchprodukte zu sich genommen hat. „Eine Laktoseintoleranz könne nicht geheilt werden. Mit einer angepassten Ernährung sei es aber möglich, beschwerdefrei zu leben. Bei Kindern unter fünf Jahren sei eine Laktoseintoleranz eher selten. „Meist entwickelt sie sich erst im Jugend- und Erwachsenenalter“, sagt Knapstein.

 

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