Wie gefährlich ist Schwangerschaftsdiabetes? Neun Prozent der Schwangeren im Landkreis Rottweil davon betroffen

Durchschnittlich neun Prozent aller Schwangeren im Landkreis Rottweil waren in den vergangenen Jahren wegen Schwangerschaftsdiabetes in Behandlung. Das teilt die AOK mit, die dazu die Diagnosen ihrer Versicherten ausgewertet hat.

Datum: 06.08.2019 / Kategorie: Gesundheit und Prävention

Rottweil

„Pro Jahr sind zwischen 70 bis fast 100 AOK-versicherte Schwangere davon betroffen“, erklärt Mirjam Botta, die das AOK-Kundencenter Schramberg leitet. „Hochgerechnet auf die Gesamtbevölkerung im Landkreis sind das jährlich etwa 150 Schwangere. Viele Frauen machen sich vor allem bei der ersten Schwangerschaft Sorgen wegen dieser Erkrankung.“

 

Wenn der Blutzucker während der Schwangerschaft bestimmte Werte übersteigt, sprechen Fachleute von Schwangerschaftsdiabetes. Er wird in Deutschland bei etwa 10 von 100 Frauen festgestellt. Die Tendenz ist laut AOK weiterhin steigend. „Erhöhte Blutzuckerwerte sind häufiger bei Frauen, die stark übergewichtig sind, schon einmal einen Schwangerschaftsdiabetes hatten oder nahe Verwandte mit Diabetes haben“, sagt AOK-Ärztin Sabine Knapstein zu den Risikofaktoren. Der Übergang zwischen einem leicht erhöhten Zuckerspiegel im Blut und einem Schwangerschaftsdiabetes sei aber fließend. „Im Laufe der Schwangerschaft verändert sich der Stoffwechsel und Zucker wird nach einer Mahlzeit langsamer aus dem Blut in die Körperzellen aufgenommen. Erhöhte Blutzuckerwerte sind daher bei vielen schwangeren Frauen nicht ungewöhnlich“, so die Ärztin der AOK. Meist lasse sich der erhöhte Blutzucker allein durch eine Umstellung der Ernährung ausreichend senken. Auch mehr Bewegung kann helfen, den Blutzuckerspiegel zu senken. Nur in Sonderfällen müssten die Betroffenen Insulin spritzen oder Diabetesmedikamente nehmen.

 

Wie gefährlich ist ein Schwangerschaftsdiabetes? Sabine Knapstein: „Bei erhöhtem Blutzucker steigt das Risiko für eine seltene Schwangerschaftserkrankung, die sogenannte Präeklampsie. Diese geht mit einer erhöhten Eiweißausscheidung im Urin einher, der Blutdruck steigt und es kommt zu Wassereinlagerungen im Körper. Ohne Behandlung kann eine Präeklampsie Mutter und Kind schaden.“ Meist reiche laut AOK bereits eine Ernährungsumstellung zur Vermeidung von Komplikationen durch Schwangerschaftsdiabetes aus. Die weitaus meisten Betroffenen haben überdies eine ansonsten normale Schwangerschaft und bringen ein gesundes Kind zur Welt.

 

Schwangeren wird in der 24. bis 27. Schwangerschaftswoche ein Zuckertest angeboten, erklärt die Schramberger AOK-Chefin Mirjam Botta. Dieser sogenannte Glukosetoleranztest gebe schnell Aufklärung darüber, ob ein Schwangerschaftsdiabetes vorliegt. „Es ist wichtig, als werdende Mutter die regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen in Anspruch zu nehmen. Die Kosten des Glukosetoleranztests werden von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen“, so Mirjam Botta.

 

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