Zahl der Fehltage leicht gesunken. Rückenleiden und psychische Störungen nehmen zu

Der Krankenstand in Stuttgart und im Landkreis Böblingen lag im Jahr 2016 bei fünf Prozent (2015: 5,1 Prozent) und ist damit gegenüber dem Vorjahr leicht gesunken. Dies ergab eine aktuelle Auswertung der AOK Stuttgart-Böblingen über die krankheitsbedingten Fehlzeiten ihrer versicherten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Ursächlich für diese Entwicklung ist der Rückgang von Erkrankungen des Atmungssystems. Rückenleiden und Erkrankungen aufgrund von psychischen Belastungen sind dahingegen leicht gestiegen.

Datum: 22.02.2017 / Kategorie: Gesundheit und Prävention

Stuttgart und Kreis Böblingen

Mit 12,1 Prozent ist der Anteil der psychischen Störungen weiterhin hoch und belegen vor den Verletzungen mit 9,3 Prozent den dritten Platz bei den Krankheiten, die als häufigste Ursache einer Arbeitsunfähigkeit angegeben werden. Während der Anteil der Ausfälle von psychischen Störungen im Jahr 2015 noch bei 11,1 Prozent lag, stieg dieser Wert im abgelaufenen Kalenderjahr um einen Prozentpunkt an. Christian Kratzke, Geschäftsführer der AOK Stuttgart-Böblingen, stellt fest: „Obwohl die Zahl der Frühberentungen insgesamt zurück geht, hat sich diese Zahl bei Menschen mit depressiven Störungen vom Jahr 2000 bis 2013 mehr als verdoppelt“.

 

Der Anteil der Erkrankungen des Atmungssystems, also vor allem Erkältungskrankheiten, lag mit 15 Prozent aller Arbeitsunfähigkeitstage (AU-Tage) etwas unter dem des vergangenen Jahres (15,8 Prozent). Besonders häufig wurden dabei „Akute Infektionen der oberen Atemwege“ und „Akute Bronchitis“ diagnostiziert. „Der vergleichsweise milde Winter mit nahezu ausgeglichener Niederschlagsbilanz hat den Menschen nicht so sehr zugesetzt wie die langen, grauen und vor allem feuchten Winter der Jahre zuvor“, sagt die Ärztin und Psychotherapeutin bei der größten Südwestkasse, Dr. Sabine Knapstein. Die Erkältungskrankheiten liegen als Ursache für eine Arbeitsunfähigkeit an zweiter Stelle hinter den „Muskel- und Skeletterkrankungen“, worunter insbesondere Rückenerkrankungen zu verstehen sind. Diese schlagen bei den AOK-Versicherten mit 21,9 Prozent aller AU-Tage zu Buche und haben im Vergleich zu 2015 (20,5 Prozent) einen leichten Anstieg erfahren.

 

Anmerkung für die Redaktionen: Der Krankenstand beschreibt die Arbeitsunfähigkeitstage im Kalenderjahr. So bedeutet dies für 2016, dass im Durchschnitt jedes AOK-Mitglied in Stuttgart und im Landkreis rund 18 Tage (5 Prozent der 365 Tage) arbeitsunfähig war. Mehr als die Hälfte (58 Prozent) aller Arbeitsunfähigkeitstage sind auf die vier beschriebenen Krankheitsarten zurückzuführen.

 

 

 

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