Zahl der Komatrinker im Rems-Murr-Kreis steigt leicht

Männer müssen aufgrund von exzessivem Alkoholkonsum deutlich häufiger ins Krankenhaus als Frauen. Auffällige Häufung im Monat Mai.

Datum: 20.05.2015 / Kategorie: Sonstiges

Waiblingen

Feiertage, Frühlings- oder Stadtfeste – im Mai wird zu vielen Gelegenheiten gefeiert und Alkohol getrunken. Aktuelle Auswertungen der AOK Baden-Württemberg zu den Daten ihrer Versicherten zeigen, dass im „Wonnemonat“ des letzten Jahres besonders viele Personen aufgrund von „Komatrinken“ im Krankenhaus behandelt werden mussten. Saisonale Häufungen treten zudem an Fasching und Silvester/Neujahr auf. Die Fallzahlen im Rems-Murr-Kreis sind 2014 im Vergleich zum Vorjahr leicht gestiegen, über einen längeren Zeitraum betrachtet ist der Trend jedoch rückläufig.

Laut den Zahlen der AOK Ludwigsburg-Rems-Murr sind im Jahr 2014 im Rems-Murr-Kreis insgesamt 209 AOK-Versicherte aufgrund von „Komatrinken“ stationär behandelt worden. 2013 waren es 193 Personen. Während hier ein Anstieg zu verzeichnen ist, ist die Fallzahl im Vergleich zu dem Mittelwert der Jahre 2007-2013 (217 Fälle) leicht gesunken. „Auffällig ist, dass Männer weiterhin deutlich häufiger aufgrund von ‚Komatrinken‘ ins Krankenhaus eingeliefert werden als Frauen“, sagt Hiltrud Nehls, Geschäftsführerin bei der AOK Ludwigsburg-Rems-Murr.

Unter Jugendlichen zwischen 15 und 19 Jahren ist das Phänomen des „Komatrinkens“ besonders verbreitet, in Baden-Württemberg gehen über 14 Prozent aller Fälle auf diese Altersgruppe zurück. Während die Fallzahlen in Baden-Württemberg jedoch insgesamt rückläufig sind, sind sie im Rems-Murr-Kreis im letzten Jahr im Vergleich zum Jahr 2013 leicht gestiegen. „Es gibt weiterhin viel zu tun. Jeder ‚Komatrinker‘ ist einer zu viel“, sagt Nehls. „Rauschhafter Alkoholkonsum ist in jungen Jahren besonders schädlich. In diesem Alter kann der Alkohol nur sehr langsam abgebaut werden, daher führen bereits geringe Mengen zu schweren Schädigungen und Vergiftungen“, so Nehls weiter. Auch die körperliche und geistige Entwicklung ist bei Jugendlichen noch nicht abgeschlossen. Zudem beeinträchtigt Alkohol in erheblichem Maß die Fitness und den Muskelaufbau.

Die AOK Baden-Württemberg fördert seit Jahren die suchtpräventiven Projekte der kommunalen Suchtbeauftragten in den Stadt- und Landkreisen. Wird ein Jugendlicher mit einer Alkoholvergiftung ins Krankenhaus eingeliefert, wird nach Möglichkeit noch während des dortigen Aufenthaltes ein Suchtbeauftragter informiert. Dieser kontaktiert dann die betroffenen Jugendlichen, um frühzeitig geeignete und individuelle Suchtpräventionsmaßnahmen einleiten zu können.

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