Zecken kennen keine Corona-Kontaktbeschränkung

Ludwigsburg ist FSME-Risikogebiet / aktuelle Zahlen zu Borreliose-Erkrankungen im Landkreis

Datum: 13.05.2020 / Kategorie: Gesundheitstipps

Ludwigsburg

Nach einem milden Winter wie zuletzt ist die Gefahr durch Zecken besonders hoch. Dies gilt umso mehr in der aktuellen Corona-Pandemie, wenn viele Menschen ihre Freizeitaktivitäten verstärkt in die Natur verlegen.

 


Zecken lauern in Wald und Wiesen vor allem in hohen Gräsern und in Büschen. Sie können Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) sowie auch Borreliose übertragen. Rund ein bis fünf Prozent der Zecken tragen laut Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) das FSME-Virus in sich, das zu Meningitis, Enzephalitis, Myelitis (Hirnhaut- bzw. Gehirn- oder Rückenmarksentzündung) führen kann. Wichtig zu wissen: Gegen dieses Virus gibt es eine Schutzimpfung! Experten empfehlen sie besonders in den Risikogebieten, zu denen auch der Landkreis Ludwigsburg gehört. Die Kosten für Überprüfung und Auffrischung des Impfschutzes übernimmt die AOK Ludwigsburg-Rems-Murr für ihre Versicherten.

 

Bei der Borreliose, die Hautrötungen, Arthritis Meningitis und den Befall von Nervensystem und Herz verursachen kann, gibt es dagegen keinen Impfschutz. Darum ist beim Aufenthalt im Grünen trotz erfolgter FSME-Impfung Vorsicht geboten, auch wenn nicht jeder Zeckenbiss automatisch eine Borreliose-Infektion bedeutet.

 

Im Jahr 2018 befanden sich landesweit rund 17.180 AOK-Versicherte aufgrund einer Borreliose in ambulanter oder stationärer Behandlung. Im Landkreis Ludwigsburg waren es 591 Versicherte. Die Dunkelziffer der Betroffenen könnte höher sein, da nur Versicherte ermittelt wurden, die sich tatsächlich in ärztlicher Behandlung befanden. Die Statistik zeigt, dass Frauen häufiger betroffen sind als Männer.

 

 „Der beste Schutz ist die Vermeidung von Zeckenstichen“, sagt Dr. Leslie Trautrims-Michelitsch, Ärztin und Fachbereichsleiterin Behandlungsmanagement bei der AOK Baden-Württemberg. „Die richtige Kleidung wie geschlossene Schuhe, Strümpfe und lange Hosen wie auch das Absuchen des Körpers nach Aufenthalten in der Natur sind wichtige Vorsichtsmaßnahmen.“

 

Falls man einen Zeckenstich am Körper bemerkt, sollte der Parasit mit einer speziellen Pinzette oder Karte entfernt werden. Je schneller dies geschieht, umso geringer ist die Gefahr, dass Erreger in den Körper gelangen. Nach einem Zeckenstich tritt an der Einstichstelle meist eine juckende Rötung der Haut auf, die einige Tage später wieder verschwindet. Dabei handelt es sich um eine normale Reaktion, nicht um das Anzeichen einer Borreliose. Die sogenannte Wanderröte ist hingegen auf eine Borreliose-Infektion zurückzuführen. Sie tritt einige Tage, manchmal auch erst Wochen nach einem Zeckenstich auf. Diese deutliche ringförmige Hautrötung ist oft im Zentrum blasser als am Rand. Der rote Ring wandert dann allmählich nach außen. In einigen Fällen erscheint nur eine unspezifische Hautrötung, die wandert. Diese Symptome sollten direkt von einem Hausarzt abgeklärt werden.

 

Zu allen Impfungen beraten Hausärzte sowie Kinder- und Jugendärzte/innen. Darüber hinaus informieren Experten am kostenlosen AOK-MedTelefon (Nummer 0800 10 50 501) die Versicherten der Südwestkasse.

 

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