Zeckensaison hat begonnen im Schwarzwald-Baar-Kreis

Sie sind klein und unscheinbar. Sie lauern im Unterholz, auf Gräsern und kleinen Büschen: Zecken. Der Stich der blutsaugenden Parasiten ist schmerzlos und wird meist gar nicht bemerkt.

Datum: 07.06.2017 / Kategorie: Gesundheit und Prävention

Schwarzwald-Baar-Kreis

Fast ganz Süddeutschland zählt zu Zecken-Risikogebieten. So wird die Zecke dem Menschen selbst gar nicht gefährlich. Doch sie übertragen gefährliche Krankheitserreger wie die von Bakterien ausgelöste Lyme-Borreliose und die virale Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME).

 

Dr. Tobias Kühn Forstamtsleiter der Stadt Villingen-Schwenningen kennt die Not mit den Zecken. 46 Zeckenbisse sind von den Forst-Mitarbeitern letztes Jahr gemeldet worden. Er selbst ist erst einmal von einer Zecke befallen worden und zog sich dabei direkt eine Borreliose zu. Die Anzahl der Betroffenen steigt mit zunehmendem Alter an. Ausnahme bilden die Fünf- bis Neunjährigen, unter denen der Anteil bereits über dem der Zehn-bis14-Jährigen liegt. Ab dem 80. Lebensjahr fällt der Anteil der Betroffenen wieder ab.

 

„Anders als gegen Borreliose-Bakterien gibt es gegen die FSME-Viren eine Impfung, sie wird in Risikogebieten vor allem für Personen, die sich viel im Freien aufhalten, empfohlen“, so Klaus Jeitner, AOK-KundenCenterleiter, in VS-Villingen. Im Jahr 2015 erkrankten im Schwarzwald-Baar-Kreis 149 Personen an einer Borreliose, während 2011 nur 136 Menschen betroffen waren. 30,3 Prozent der Versicherten der AOK Schwarzwald-Baar-Heuberg ließen sich im Zeitraum 2011 bis 2015 gegen FSME impfen. Die Fallzahlen sind über den gesamten Betrachtungszeitraum von 2010 bis 2016 sehr gering und von Jahr zu Jahr unterschiedlich. Betroffen sind vor allem Personen ab dem 45. Lebensjahr und männlich. Die im Jahr 2016 betroffenen Männer waren meist um die 60 Jahre. Bei Frauen war die Häufigkeit in der Altersgruppe der 45 bis 49-Jährigen. „In hohem Gras aufgelesen, spazieren Zecken so lange über die Haut, bis sie eine weiche Stelle gefunden haben, zum Beispiel zwischen den Beinen, unter den Achselhöhlen, in den Kniekehlen oder am Haaransatz. Lange Hosen, hohe Schuhe und Socken können die Zecken davon abhalten, direkt auf den Körper zu gelangen. Und helle Kleidung erleichtert die Suche nach dort herumkrabbelnden Zecken. Wer zu Hause gleich einen kurzen Ganzkörpercheck macht, hat in jedem Fall gut vorgebeugt“, so der Forstamtsleiter im Gespräch mit dem AOK-KundenCenterleiter Jeitner.

 

Im Fall der Fälle wird die Zecke mit einer spitzen Pinzette langsam ziehend entfernt und die Wunde desinfiziert. Dies heißt immer noch nicht, dass man sich infiziert haben muss. Selbst in Risikogebieten überträgt nur etwa jede zehnte Zecke den Virus der Frühsommer- Meningoenzephalitis (FSME). Diese Erkrankung kann zu Hirnhautentzündung und anderen gefährlichen Folgeschäden führen. Grippeähnliche Erscheinungen ein bis zwei Wochen nach dem Biss sollten ein Grund sein, den Arzt aufzusuchen. Klaus Jeitner weiß: „Eine Impfung kann dem vorbeugen und die Ständige Impfkommission des Robert- Koch-Instituts empfiehlt sie für Bewohner und Reisende in FSME-Risikogebieten. Nicht jede Infektion nach Zeckenbiss muss übrigens FSME sein. Bildet sich um die Bissstelle binnen einer Woche ein roter Kreis, dürfte es sich um eine durch Bakterien verursachte Borreliose handeln, die der Arzt mit Antibiotika behandelt.“

 

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