Zeckenstiche können gefährlich sein

Ludwigsburg ist FSME-Risikogebiet / aktuelle Zahlen zu Borreliose-Erkrankungen im Landkreis

Datum: 26.04.2018 / Kategorie: Sonstiges

Ludwigsburg

Im Frühling sind die Zecken wieder aktiv. Ihre Stiche können Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (FSME) oder Lyme-Borreliose übertragen. Allein im Jahr 2016 waren von den Versicherten der AOK Ludwigsburg-Rems-Murr 1.217 AOK-Versicherte wegen Borreliose in ärztlicher Behandlung. Im Landkreis Ludwigsburg waren es 534 Personen. Die Dunkelziffer der Betroffenen könnte höher sein, da nur Versicherte ermittelt wurden, die sich tatsächlich in ärztlicher Behandlung befanden.

 

Nach einem Zeckenstich tritt an der Einstichstelle meist eine juckende Rötung der Haut auf, die einige Tage später wieder verschwindet. Dabei handelt es sich um eine normale Reaktion, nicht um das Anzeichen einer Borreliose. Die sogenannte Wanderröte ist hingegen auf eine Borreliose-Infektion zurückzuführen. Sie tritt einige Tage, manchmal auch erst einige Wochen nach einem Zeckenstich auf. Diese deutliche ringförmige Hautrötung ist oft im Zentrum blasser als am Rand. Der rote Ring wandert dann allmählich nach außen. In einigen Fällen erscheint nur eine unspezifische Hautrötung, die wandert. Diese Symptome sollten von einem Hausarzt abgeklärt werden.

 

„Allerdings tritt nur bei etwa jedem zweiten Erkrankten die Wanderröte auf“, erläutert AOK-Ärztin Dr. Sabine Knapstein. Deshalb sei es wichtig, auch dann den Arzt aufzusuchen, wenn innerhalb von etwa sechs Wochen nach dem Zeckenstich grippeähnliche Beschwerden wie zum Beispiel Fieber, Muskel- und Kopfschmerzen sowie Müdigkeit auftreten.

 

Die Erkrankung könne, so die AOK-Expertin, mit Antibiotika wirkungsvoll therapiert werden. Ohne Antibiotikabehandlung sei das Risiko für einen schweren Verlauf erhöht. Dann kann es in der Folge zu einer Neuroborreliose mit Lähmungserscheinungen, Nervenentzündungen oder einer Gehirnhautentzündung kommen. Selten entwickelt sich nach einer unbehandelten Borreliose auch eine Lyme-Arthritis mit Entzündungen und Schwellungen der Gelenke. Beide Erkrankungen können mit Antibiotika behandelt werden und bleiben meist ohne Spätfolgen.

 

Am besten sei es, den Zecken keine Möglichkeit zu bieten, an den menschlichen Körper zu gelangen. Die Ärztin rät beim Aufenthalt auf Wiesen und im Wald, geschlossene Schuhe, lange Hosen und langärmlige Shirts zu tragen. Zusätzlich kann man sich schützen, wenn man die Hosenbeine in die Socken steckt.

 

Um auf einen Wirt zu gelangen, klettert die Zecke auf eine erhöhte Stelle wie zum Beispiel einen Grashalm oder ein Gebüsch. Dort wartet sie in einer Höhe von weniger als einem Meter, bis ein Tier oder ein Mensch vorbeikommt. Zecken lassen sich entgegen einer weitverbreiteten Meinung nicht von Bäumen fallen und sie können auch nicht springen.

 

Nach dem Aufenthalt im Freien sollte man den Körper immer sorgfältig nach Zecken absuchen. Das gilt ganz besonders auch für Kinder, die im Freien gespielt haben. Zecken bevorzugen Stichstellen wie zum Beispiel Haaransatz, Ohren, Hals, Achseln, Ellenbeuge, Bauchnabel, Genitalbereich oder Kniekehlen, aber auch auf der Haut unter dem Hosenbund sind sie häufiger zu finden.

 

Hat eine Zecke gestochen, sollte sie so schnell wie möglich mit einer Zeckenpinzette oder Zeckenkarte entfernt und die Wunde sorgfältig desinfiziert werden. Dabei sollte die Zecke möglichst nicht gedreht werden. Auf keinen Fall sollte man sie vor dem Entfernen mit Öl oder Klebstoff beträufeln, weil dies dazu führen könnte, dass die Zecke mögliche Krankheitserreger abgibt.

 

Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) zählt der Landkreis Ludwigsburg zu den FSME-Risikogebieten. Tritt eine FSME-Virus-Infektion auf, kann es zu grippeähnlichen Beschwerden wie Fieber oder Kopfschmerzen kommen. Das RKI registrierte 2016 im Landkreis Ludwigsburg vier Erkrankungen, im vergangenen Jahr waren es zwei. Anders als gegen Borreliose-Bakterien gibt es gegen die FSME-Viren eine Impfung. Sie wird in Risikogebieten vor allem für Personen empfohlen, die sich viel im Freien aufhalten. Die Kosten werden von der AOK übernommen.

 

 

 

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