Zitternd und gelähmt – das war früher

Schüttellähmung wurde Parkinson früher genannt. Dank moderner Therapie können die meisten Erkrankten heute ein normales Leben führen. Die AOK Ostwürttemberg legt Zahlen für den Landkreis vor.

Datum: 09.05.2018 / Kategorie: Gesundheit und Prävention

Heidenheim

Bild im Anhang

 

In Deutschland leben Schätzungen zufolge rund 280.000 Menschen mit Parkinson. Im Landkreis Heidenheim verzeichnet die AOK Ostwürttemberg 114 Frauen und 114 Männer, die an dieser Erkrankung des Nervensystems leiden. In ganz Ostwürttemberg sind 932 AOK-Versicherte betroffen.                                                                                                                                                                                       „Die Erkrankung wird zumeist zwischen dem 50. und 70. Lebensjahr festgestellt“, sagt Dr. Hawighorst-Knapstein, Ärztin bei der AOK Baden-Württemberg. Bei einer Parkinson-Erkrankung werden Nervenzellen des Gehirns geschädigt, die für die Produktion des Nervenbotenstoffs Dopamin zuständig sind.                                                                                                                                               Früher stand die Krankheit Parkinson für sehr kurze Lebenserwartung, mangelnde Therapiemöglichkeiten, Rollstuhl, Bettlägerigkeit und schließlich qualvolles Sterben. „Heute kann der Betroffene bei frühzeitigem Erkennen der Erkrankung und moderner Dopamin-Therapie in den ersten zehn Jahren und häufig auch darüber hinaus ein normales Leben führen.“                                                                            Obwohl der Patient durch die Medikamentengabe meistens ohne Symptome ist, schreitet die Krankheit weiter voran. Beim Auftreten der ersten Symptome ist bereits die Hälfte der körpereigenen Dopamin-Produktion verloren gegangen und die Möglichkeit der Dopamin-Speicherung im Körper verringert sich im Laufe der Zeit.                                                                                                                                  Je früher die Krankheit entdeckt wird, um so besser. Wer nicht mehr gut riechen oder schmecken kann und beispielsweise immer öfters Schwierigkeiten beim Zuknöpfen eines Hemdes hat, sollte bei einem Neurologen vorsprechen, rät die Gesundheitskasse. 75 Prozent aller AOK-Versicherter, die an der Nervenkrankheit erkrankt sind 75 Jahre und älter. Männer sind tendenziell häufiger betroffen als Frauen. Obwohl in den letzten fünf Jahren die Anzahl Fälle von Parkinson im Landkreis Heidenheim laut AOK um 2,1 Prozent gestiegen ist, ist die Gesamtzahl der Fälle weiterhin niedrig. Die höchste Quote gibt es bei den über 85-jährigen – statistisch sind hier 5 von 100 Menschen an Parkinson erkrankt.                                                                                                                                                               Warum bei manchen Menschen Parkinson entsteht und es zum Untergang von Hirnzellen kommt, weiß man leider bis heute nicht.  "Betroffene und Angehörige sollten sich früh Rat und Hilfe holen“, betont Hawighorst-Knapstein. Denn ein Drittel der Menschen mit Parkinson haben auch Demenz oder eine Depression. Im vorangeschrittenen Stadium treten auch oft plötzliche Befindlichkeitsveränderungen auf. Vor allem die Angehörigen gehen daher häufig durch ein Wechselbad der Gefühle. Daher sei es wichtig, eine vertraute Person zu haben, bei der man über die Situation und den erkrankten Angehörigen sprechen kann. Hier biete sich der Kontakt zu einer Selbsthilfegruppe an.                                                                                                                                                                                            Doch nicht immer ist Parkinson die richtige Diagnose. Es gibt Medikamente, die als Nebenwirkung Parkinson-ähnliche Symptome verursachen können, das gilt vor allem bei Mitteln gegen Psychosen und gegen Übelkeit und Erbrechen. Die Symptome verschwinden aber wieder, wenn das Medikament abgesetzt wird.                                                                                                                                                Zur Erhebung der Zahlen:

 

Alle aufgeführten Zahlen basieren auf Erhebungen unter allen AOK-Versicherten in Ostwürttemberg und umfassen zirka 169.000 Personen und knapp 43 Prozent der gesetzlich Versicherten. Eingeschlossen wurden alle ambulanten und stationären Behandlungen mit der Diagnose Parkinson (ICD-10 G20.-)

 

Bild: Parkinson bricht meistens bei Menschen aus, die im Herbst des Lebens angekommen sind. Sport und Bewegungstraining wirkt sich positiv auf verschiedene Aspekte der Parkinson-Erkrankung aus. Besonders positiv scheint sich das Radfahren auszuwirken. Die AOK Ostwürttemberg rät bei ersten Symptomen, wie fehlender Geschmacksinn, den Neurologen zu konsultieren.

 

Quelle: Pixabay

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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