Zu wenig Nachwuchs an Hochrhein und Bodensee - AOK hilft bei unerfülltem Kinderwunsch

Waldshut-Tiengen, 10. Mai – Mit 1,37 Kindern pro Frau liegt die Geburtenrate im Landkreis Waldshut unter dem Landesdurchschnitt (1,46). In den Landkreisen Lörrach liegt sie bei 1,46, in Konstanz bei 1,38. Seit 1966 (2,7) nimmt die Rate ständig ab. „Ein Grund für die niedrige Geburtenziffer ist, dass es in Deutschland Millionen Frauen und Männer gibt, die – ungewollt oder gewollt – keine Kinder haben“, glaubt Uwe Schreiber, Geschäftsführer der AOK-Bezirksdirektion Hochrhein-Bodensee. So haben laut Bundesfamilienministerium fast 30 Prozent im Alter zwischen 30 und 50 Jahren kein Kind (7 Millionen). „Von allen kinderlosen Frauen und Männern im Alter zwischen 20 und 50 Jahren ist jeder Vierte ungewollt kinderlos“, erläutert Schreiber die Statistik. „Sie möchten ein eigenes Kind, konnten sich diesen Wunsch aber bislang noch nicht erfüllen, beispielsweise weil ein passender Partner fehlt oder aufgrund von Fertilitätsproblemen.“ Fast jedes zehnte Paar zwischen 25 und 59 Jahren sei ebenfalls ungewollt kinderlos.

Datum: 10.05.2016 / Kategorie: Gesundheitstipps

Waldshut-Tiengen / Konstanz / Lörrach

„Für viele Paare ist eine medizinische Behandlung möglich“, weiß der AOK-Gesundheitsexperte. „Die AOK Baden-Württemberg unterstützt ihre Versicherten dabei über das gesetzlich notwendige Maß hinaus und damit auch mehr als andere Krankenkassen.“ Dies gelte für verheiratete Paare und für gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaften von Frauen sofern beide Frauen unter ärztlich festgestellter krankheitsbedingter Kinderlosigkeit leiden. „Bei der AOK-Bezirksdirektion Hochrhein-Bodensee haben sich die Behandlungszahlen seit 2008 nahezu verdoppelt“, erläutert Schreiber die Entwicklung.

Kündigt sich nach einem Jahr oder länger trotz regelmäßigem Geschlechtsverkehr kein Kind an, könne eine Fruchtbarkeitsstörung vorliegen. Dann sei es sinnvoll, gemeinsam mit einem Arzt oder einer Ärztin nach den Ursachen zu suchen. „Bei ungewollter Kinderlosigkeit werden immer Frau und Mann untersucht“, sagt Reproduktionsmediziner Dr. Andreas Heine, Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe aus Singen. „Die medizinischen Untersuchungen finden für die Frau beim Frauenarzt, für den Mann beim Urologen statt. Kommt der Arzt zu dem Schluss, dass eine künstliche Befruchtung erforderlich ist, kann er an Spezial-praxen oder Zentren für Reproduktionsmedizin weitervermitteln.“

In Frage kommen laut Dr. Heine dann drei verschiedene Methoden der künstlichen Befruchtung. Bei der Insemination, also dem Einbrin-gen von Samenflüssigkeit in die Gebärmutter nach hormoneller Stimulation liegen die Chancen 10 bis 15 Prozent. Erfolgsversprechender sind nach Dr. Heine die In-vitro-Fertilisation (IVF) und die intrazytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI) – beides künstliche Befruchtung außerhalb des Körpers mit Chancen von 35 bis 40 Prozent.

Allerdings gibt es auch Paare bei denen die Fortpflanzungsmedizin nicht weiterhelfen kann. Sie bleiben kinderlos und sind gezwungen, ihr Lebenskonzept zu ändern. „Diese Paare setzen große Hoffnungen in die Behandlung. Wenn mehrere Versuche scheitern, ist die Enttäuschung und Verzweiflung oft entsprechend groß“, sagt der Facharzt und rät: „In dieser Situation kann es hilfreich sein, sich von einem Psychologen beraten zu lassen, oder einer Selbsthilfegruppe beizutreten."

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