Häufige Arbeitsunfähigkeit wegen Rückenschmerzen

Wer im Freundes- oder Kollegenkreis über Schmerzen an der Wirbelsäule oder Bandscheibe redet, findet sofort Gesprächspartner, die aus eigener, leidvoller Erfahrung berichten. Etwa jeder zweite Erwachsene in Deutschland leidet an Rückenschmerzen. Im vergangenen Jahr waren im Landkreis Main-Tauber-Kreis 3.358 AOK-Versicherte wegen Rückenschmerzen krank geschrieben. Die Zahlen der AOK gelten als repräsentativ, da sie mit 43 Prozent aller Versicherten die größte Krankenkasse im Land ist.

Datum: 18.08.2016 / Kategorie: Wissenschaft / Statistiken / Studien / Zahlen

Main-Tauber-Kreis

Im Jahr 2015 waren in Baden-Württemberg 213.564 AOK-Versicherte mit der Diagnose „Rückenschmerzen“ mindestens einen Tag arbeitsunfähig. Dies entspricht einer Quote von 12,48 Prozent aller Einwohner. Im Main-Tauber-Kreis waren 14,74 Prozent der Menschen betroffen. Die Patientenzahlen entwickelten sich im Landkreis wie folgt: Von 3.053 (2012) über 3.113 (2013) und 3.202 (2014) auf 3.358 in 2015.

Nach Auskunft des Robert-Koch-Instituts sind gut 20 Prozent der Arbeitsunfähigkeitstage auf Rückenleiden zurückzuführen. Dies verursacht in Deutschland Kosten von etwa 17,5 Milliarden Euro jährlich. In Baden-Württemberg zählte man im vergangenen Jahr bei den AOK-Versicherten 477.566 Arbeitsunfähigkeitstage wegen Rückenproblemen, im Main-Tauber-Kreis waren es 7.610.

Besonders häufig betroffen ist die Altersgruppe der 30- bis 50-Jährigen. AOK-Ärztin Dr. Sabine Knapstein: „Zu den Hauptursachen für Rückenschmerzen zählen einseitige Belastung in Beruf und Alltag sowie die zu schwache Ausbildung der den Haltungsapparat stützenden Muskeln.“ Für diese Patienten seien mehr Bewegung und Entspannung meist die beste Medizin. Muskeln und Bandscheiben würden durch Bewegung gestärkt, die Durchblutung angekurbelt. Entspannung wirke sich positiv auf muskuläre Verspannungen aus, so Dr. Knapstein.

Sei der Rückenschmerz akut, helfe Wärme. Wichtig sei, dass der Patient schnell wieder in Bewegung komme, um so an der Ursache des Schmerzes ansetzen zu können. Daher sei es auch sinnvoll, für maximal zwei Wochen ein entzündungshemmendes Schmerzmittel einzunehmen, um den Teufelskreis aus Schmerzen und Schonung zu durchbrechen.

Wirksames Gerätetraining für den Aufbau der stabilisierenden Muskulatur bietet das AOK-Rückenstudio Tauberbischofsheim. Die Teilnehmer des Rückenkonzeptes absolvieren ein zwölfwöchiges Programm mit zwei einstündigen Einheiten pro Woche. Das dynamische Krafttraining wird durch funktionsgymnastische und ergonomische Übungen ergänzt. In den vier Rückenstudios der AOK Heilbronn-Franken wurden im vergangenen Jahr 56.094 Übungseinheiten absolviert. Dabei wurden deutlich mehr als 6.000 Patienten vom Schmerz befreit. Dr. Sabine Knapstein: „Wer einmal Rückenprobleme hatte, sollte unbedingt aktiv werden, denn die Schmerzen werden mit größter Sicherheit wieder kommen“.

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Dr. René Schilling

Pressesprecher

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