AOK-Fehlzeitenreport für den Landkreis Rastatt und die Stadt Baden-Baden Erstes Halbjahr 2022: Krankenstand steigt deutlich

Der Gesundheitsbericht der AOK Mittlerer Oberrhein spiegelt die Auswirkungen der Pandemie im Landkreis Rastatt und der Stadt Baden-Baden wider: So meldete sich über die Hälfte aller beitragspflichtigen Mitglieder einmal oder mehrfach im ersten Halbjahr 2022 krank. Zum Vergleich: Im Jahr 2021 betrug dieser Wert rund 35 Prozent. Mit einem Plus von über 55 Prozent überschritt auch die Gesamtzahl der Krankschreibungen den Vorjahreswert.

Datum: 22.09.2022 / Kategorie: Wissenschaft / Statistiken / Studien / Zahlen

Baden-Baden/Rastatt

„Während wir im ersten Halbjahr 2021 beobachtet haben, dass Beschäftigte durch den Lockdown und Homeoffice-Regelungen seltener, dafür aber länger krank waren, registrieren wir im ersten Halbjahr 2022 einen Rückgang bei der durchschnittlichen Krankheitsdauer, dafür aber deutlich mehr Krankheitsfälle, so dass auch die Gesamtzahl an Fehltagen gestiegen ist“, fasst Carlo Petruzzi, Koordinator für Betriebliches Gesundheitsmanagement bei der AOK Mittlerer Oberrhein, die gegenläufige Veränderung zusammen. Der Analyse liegen die Daten von insgesamt 35.490 beitragspflichtigen AOK-Mitgliedern im Landkreis Rastatt und 13.077 beitragspflichtigen AOK-Mitgliedern in der Stadt Baden-Baden zugrunde.

 

Rund 30 Prozent mehr Fehltage

 

„Im ersten Halbjahr 2022 verdoppelten sich die durch Atemwegserkrankungen verursachten Fehltage im Vergleich zum Vorjahr. Außerdem schnellte die Anzahl der coronabedingten Krankmeldungen in die Höhe“, erklärt Petruzzi den auffällig angestiegenen Krankenstand. Im Landkreis Rastatt betrug dieser für das erste Halbjahr 2022 6,9 Prozent, im ersten Halbjahr 2021 lag er noch bei 5,2 Prozent. Der entsprechende Krankenstand in der Stadt Baden-Baden betrug 6,3 Prozent, im Vorjahr 4,8 Prozent. Der Krankenstand beschreibt die Arbeitsunfähigkeitstage im Kalenderjahr. „So bedeutet dies für das erste Halbjahr 2022, dass im Durchschnitt jedes AOK-Mitglied im Landkreis Rastatt 12,6 Tage arbeitsunfähig war. In der Stadt Baden-Baden kamen auf jedes AOK-Mitglied 11,3 Arbeitsunfähigkeitstage“, veranschaulicht Petruzzi. „Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum stieg die Zahl der Fehltage damit um 32,8 Prozent im Landkreis Rastatt beziehungsweise 29,6 Prozent in der Stadt Baden-Baden.“ Der erhöhte Krankenstand, der im Februar und März bei 7 bis 8 Prozent gipfelte, ziehe sich durch fast alle Branchen.

 

Ausgeprägte Erkältungswelle 

 

Der Anteil der Erkrankungen des Atmungssystems, also vor allem Erkältungskrankheiten, lag mit 22,8 Prozent aller Arbeitsunfähigkeitsfälle für den Landkreis Rastatt und 23,3 Prozent für die Stadt Baden-Baden an erster Stelle – in beiden Regionen damit nahezu doppelt so hoch wie im Vorjahreszeitraum. Petruzzi rechnet damit, dass der Krankenstand auch für das Gesamtjahr 2022 auf einen Höchstwert klettern wird.

 

Nina Weber

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