AOK im Dialog mit MdL Thomas Hentschel (Grüne): Gesundheitswesen zukunftssicher gestalten

Um Chancen und Herausforderungen der regionalen medizinischen Versorgung zu diskutieren, trafen sich der Grünen-Landtagsabgeordnete für den Wahlkreis Rastatt, Thomas Hentschel, und die Geschäftsführung der AOK Mittlerer Oberrhein zu einem gesundheitspolitischen Austausch im AOK-KundenCenter Rastatt.

Datum: 02.09.2022 / Kategorie: Gesundheitspolitik

Rastatt

Petra Spitzmüller, Geschäftsführerin der AOK Mittlerer Oberrhein, kritisierte den Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Stabilisierung der GKV-Finanzen. Für eine nachhaltigere Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) dürfe sich der Staat bei seinen Aufgaben nicht aus der Verantwortung ziehen. Es brauche daher unbedingt Strukturreformen auf der Ausgabenseite, kostendeckende Beiträge für Arbeitslosengeld-II-Empfänger und eine Absenkung der Mehrwertsteuer für Arzneimittel von 19 auf 7 Prozent. „Beim Thema Krankenhausfinanzierung wünschen wir uns, dass die Länder ihren Pflichten besser nachkommen“, so Spitzmüller. „Sie fahren ihre Investitionskosten sukzessive zurück.“ Das Prinzip der „dualen Finanzierung“, bei dem die Krankenkassen die Betriebskosten der Krankenhäuser und die Bundesländer die Investitionskosten finanzieren, werde derzeit nicht erfüllt.

 

Wie lässt sich die Krankenhauslandschaft so gestalten, dass die Patienten dort effizient, zeitgemäß und hochwertig versorgt werden? – Für den Grünen-Abgeordneten Thomas Hentschel ist die Standortwahl „Am Münchfeldsee“ für das Zentralklinikum Mittelbaden nachvollziehbar: „Ein zentraler attraktiver Standort zieht auch Ärzte und Pfleger an. Um Patienten bestmöglich zu behandeln, muss das Klinikpersonal gut strukturiert arbeiten können.“ Hentschel zeigte sich auch in seiner Funktion als Mitglied des Verkehrsausschusses vom Standort „Am Münchfeldsee“ überzeugt: „Die Verkehrsanbindung könnte hier auch gut ausgebaut werden.“

 

Auch für Bernhard Ibach, stellvertretender Geschäftsführer der AOK Mittlerer Oberrhein, stehen bei der Standortwahl Zentralität und Effizienz im Mittelpunkt: „Die Region tut gut daran, sich in Sachen Infrastruktur zu verbinden und mit einem leistungsstarken Standort zukunftssicher aufzustellen.“ Dies beinhalte auch eine optimale Notfallversorgung und das Einhalten der Hilfsfristen im Rettungswesen.

 

Ein Thema, das sowohl den Landespolitiker als auch die Geschäftsführung der AOK Mittlerer Oberrhein umtreibt, liegt in der regionalen Ärzteversorgung. Spitzmüller plädiert für die Lockerung des Numerus clausus und regt an, bereits im Medizinstudium erste Weichen für die Stärkung der hausärztlichen Versorgung besonders in ländlichen Regionen zu stellen. Für Entlastung könnten hier auch gut strukturierte medizinische Versorgungszentren sorgen ebenso wie eine verstärkte Unterstützung der Hausärzte durch Berufe wie der/dem Medizinischen Fachangestellten (MFA) oder der/dem Versorgungsassistent/in in der Hausarztpraxis (VERAH).

 

Der gesundheitspolitische Austausch wurde um verkehrspolitische Aspekte abgerundet: Da sich die AOK Mittlerer Oberrhein im Rahmen von Prävention seit vielen Jahren für das Thema Radfahren einsetzt, gab Verkehrspolitiker Hentschel der Geschäftsführung Einblicke in die regionale Radwege-Planung. Am Ende des Besuchs ließ sich MdL Hentschel noch das Gesundheitszentrum im AOK-KundenCenter Rastatt mit der Ernährungs-Werkstatt und dem Rücken-Studio zeigen.

 

Foto: (v.l.n.r.) MdL Thomas Hentschel, Bernhard Ibach, stellvertretender Geschäftsführer der AOK Mittlerer Oberrhein, Petra Spitzmüller, Geschäftsführerin der AOK Mittlerer Oberrhein

 

Fotonachweis: Nina Weber-Kunt

 

 

 

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