Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre: Im Landkreis Heidenheim sind Männer häufiger betrofen

Die Anzahl an Erkrankten von Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren ist zwar leicht rückläufig, doch immer noch hoch. 2019 begaben sich in Baden-Württemberg 28.305 AOK-Versicherte in Behandlung. In der Region Ostwürttemberg wurden 947 Versicherte aufgrund von Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren behandelt, davon 338 im Landkreis Heidenheim.

Datum: 05.12.2020 / Kategorie: Gesundheit und Prävention

Heidenheim

Vor allem Männer sollten präventiv gegen Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre angehen: Sie sind häufiger betroffen als Frauen. 2019 waren es 197 Männer und 141 Frauen. Die Behandlungsprävalenz nimmt mit dem Alter stetig zu und ist in der Gruppe der 84-jährigen und älter am höchsten.

Risikofaktoren für Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren

„Kommt es zu einem Geschwür im Magen oder dem Zwölffingerdarm, sind meist mehrere Faktoren beteiligt. Eine besonders häufige Ursache ist die Infektion mit dem Bakterium Helicobacter pylori, das Enzyme bildet, die Zellen der Magenschleimhaut schädigen können“, erklärt Frau PD Dr. Sabine Knapstein, Ärztin bei der AOK Baden-Württemberg. Der Erreger Helicobacter pylori lässt sich bei 90 von 100 Patienten mit Magengeschwür nachweisen und entwickelt sich meist zu einer chronischen Magenschleimhautentzündung aufgrund einer Infektion mit diesem Bakterium. Bei 75 von 100 Patienten mit Zwölffingerdarmgeschwür liegt auch eine solche Infektion vor.“ Es ist unklar, wie man sich das Bakterium einfängt. Es kann durch Fäkalbakterien im Wasser oder an Obst in den Körper gelangen. Auch eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist nicht ausgeschlossen.

„Entzündungshemmende und schmerzlindernde Medikamente sind ebenfalls oft Ursache von Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwüren, insbesondere dann, wenn die Schmerzmittel über einen längeren Zeitraum oder in Kombination mit Kortison eingenommen werden. Weitere Medikamente, die zu einer Geschwürbildung führen können, sind sogenannte Serotonin-Wiederaufnahmehemmer, die oft gegen Depressionen verordnet werden. Begünstigend auf das Entstehen solcher Geschwüre wirken eine genetische Veranlagung zu einem empfindlichen Magen, Stress, der die Produktion von Magensäure erhöhen kann, und ein ungesunder Lebensstil, hier vor allem Rauchen sowie ein übermäßiger Konsum von Alkohol und Kaffee“, erklärt Dr. Knapstein.

Symptome bei Geschwüren

Schmerzen im Oberbauch, die oft in direktem Zusammenhang mit den Mahlzeiten stehen, können auf ein Geschwür hinweisen. Verschwinden diese nach dem Essen für einige Stunden, deutet dies auf ein Magengeschwür hin. Treten sie in der Nacht bei leerem Magen auf, weist dies auf ein Zwölffingerdarmgeschwür hin. Schmerzen, die sich vor allem direkt nach dem Essen bemerkbar machen, können Anzeichen für Geschwüre im Magenkörper sein.

Bei etwa 20 von 100 Betroffenen beginnt das Geschwür zu bluten, was ernsthafte Folgen haben kann. So kann es zu einem Eisenmangel oder einer Blutarmut kommen. Bei stärkeren Blutungen kann der Betroffene auch Blut erbrechen. Um eine sichere Diagnose stellen zu können, ist eine Spiegelung von Magen und Dünndarm verbunden mit der Entnahme einer Gewebeprobe notwendig. Dies dient vor allem zur Abklärung einer Infektion mit Helicobacter pylori und dem Ausschluss bösartiger Erkrankungen

Behandlung und Prävention

„Wird eine Helicobacter-pylori-Infektion nachgewiesen, steht das Abtöten des Keims im Mittelpunkt der Behandlung“, erklärt Dr. Knapstein. „Bei mehr als 90 von 100 Patienten kann mit einer Kombination aus Medikamenten zum Magenschutz und Antibiotika eine Heilung erzielt werden. Geschwüre, die nach sechs Monaten noch nicht abgeheilt sind, werden in der Regel operiert.“

Zum Behandeln eines Geschwürs und zum Vorbeugen eines Wiederauftretens kann der Patient selbst durch sein Verhalten beitragen. So hilft es, Rauchen, Alkohol, Kaffee sowie Speisen und Getränke zu meiden, die die Magensaftproduktion stark anregen. Dazu zählen zum Beispiel fette und scharfe Gerichte. Zudem sollte mit dem Arzt abgeklärt werden, ob möglicherweise magenschädigende Medikamente abgesetzt werden müssen. Das Reduzieren von Stress und regelmäßige Entspannungsübungen können unterstützend wirken.

Infos zum Thema „Gesundheit für Magen, Darm und Co. gibt’s unter:

www.gastro-liga.de

Quellenangabe Foto: AOK-Mediendienst

 

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