Tuttlingen: Schuppenflechte - wenn die Haut juckt und brennt

Schuppenflechte ist weit verbreitet. 2020 waren im Kreis Tuttlingen 1.271 Versicherte der AOK Schwarzwald-Baar-Heuberg deshalb in Behandlung.

Datum: 25.03.2022 / Kategorie: Gesundheit und Prävention

Kreis Tuttlingen

Die Haut juckt, ist teilweise mit weißem Schorf bedeckt und an manchen Stellen ist ein roter Ausschlag sichtbar. Wer an diesen Symptomen leidet, hat oft Schuppenflechte (Psoriasis). Die chronisch-entzündliche Hauterkrankung ist erblich veranlagt. Sie kann die Lebensqualität erheblich einschränken. Denn sie zeigt sich nicht nur äußerlich, auch psychosomatische Beschwerden können auftreten. Im Jahr 2020 erhielten in Baden-Württemberg 70.250 AOK-Versicherte diese Diagnose, in der Region Schwarzwald-Baar-Heuberg waren es 4.089, im Kreis Rottweil 1.481 und im Schwarzwald-Baar-Kreis 1.337.

 

Neben der Haut können auch Nägel und Gelenke befallen sein. Gefäße, Herz, Leber und Stoffwechselvorgänge können ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen werden. Schuppenflechte ist nicht ansteckend. Schätzungen des RKI zufolge sind etwa zweieinhalb bis dreieinhalb Prozent der Deutschen von Psoriasis betroffen. „Als ursächlich gilt eine genetische Veranlagung, kombiniert mit bestimmten Auslösern wie Stress, Infekten, Allergenen oder bestimmten Medikamenten“, so Dr. Gudula Kirtschig, Ärztin bei der AOK. Schweregrad und Ausdehnung sind individuell und sehr unterschiedlich. Die silbrig-weißen Schuppen bilden sich auf scharf umgrenzten, geröteten Hautarealen des gesamten Körpers. Eine ursächliche Heilung ist nicht möglich. Daher zielen Therapien immer auf eine Linderung und das Abheilen der Symptome, eine Verkürzung der akuten Krankheitsphase und eine Vermeidung neuer Schübe. Hierfür stehen eine ganze Reihe von Möglichkeiten zur Verfügung. Sie reichen von pflegenden Salben bis zu starken, das Immunsystem hemmenden Medikamenten. Dr. Gudula Kirtschig: „Grundsätzlich gilt, dass die Haut gut gepflegt werden sollte. Ideal sind rückfettende Ölbäder, Fettsalben oder fettreiche Cremes. Die medizinische Behandlung besteht meist aus Cortisonsalben sowie Vitamin-D3 Analoga.“

 

Medikamente, wie Dithranol, hemmen übermäßiges Zellwachstum und Entzündungsvorgänge. Von Vitamin D abgeleitete Wirkstoffe wirken ebenfalls entzündungshemmend und sind eine Standardtherapie, die allein einsetzbar und gut mit selektiver Phototherapie kombinierbar ist. Häufig werden Vitamin D-Präparate mit Cortisonsalben kombiniert. Dies ist zur Beginn der Behandlung hilfreich, aber bei einer Langzeitanwendung von Cortison ist Vorsicht geboten: Es führt dazu, dass die Haut an den behandelten Stellen dünner und infektionsanfälliger wird.

 

Angelika Sönnichsen

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