Koronare Herzkrankheit: Landkreis Böblingen unterm Landesdurchschnitt

Sie verläuft chronisch und ist sehr oft tödlich: Die koronare Herzkrankheit (KHK) ist weltweit die häufigste Todesursache. In Deutschland starben 2020 mehr als 120.000 Menschen an den Folgen der Herzerkrankung. Gute Vorsorge ist deshalb wichtig. Bei der Häufigkeit der KHK gibt es jedoch sehr große Unterschiede. Der aktuelle „Gesundheitsatlas Koronare Herzkrankheit“ des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) zeigt auch, wie es um den Landkreis steht.

Datum: 23.09.2022 / Kategorie: Gesundheit und Prävention

Sindelfingen

Im Landkreis Böblingen sind weniger Menschen von der koronaren Herzkrankheit (KHK) betroffen als im landesweiten Durchschnitt: Mit einer Krankheitshäufigkeit von 6,5 Prozent in der Bevölkerung ab 30 Jahren liegt der Landkreis unter dem Landesdurchschnitt von über sieben Prozent. Der Landkreis Böblingen hat damit einen niedrigen Anteil von knapp 17.500 KHK-Patientinnen und -Patienten. Auch im Vergleich der fünf Landkreise aus der Region Stuttgart, welche im Durchschnitt bei knapp sieben Prozent liegen, schneidet der Landkreis Böblingen gut ab. Nur die Landeshauptstadt hat hier weniger Fälle. Somit gehört der Landkreis bei der KHK-Häufigkeit vergleichsweise zu den weniger betroffenen Regionen. Doch auch für den Landkreis Böblingen gilt: „Die Krankheitshäufigkeit steigt mit dem Alter stark an. Laut der allgemeinen Analyse des Gesundheitsatlas erreicht die Krankheitshäufigkeit ihren Gipfel in den Altersgruppen ab 85 Jahren. In dieser Gruppe sind 41 Prozent der Männer und 28 Prozent der Frauen von KHK betroffen“, weiß der Sprecher der AOK Stuttgart-Böblingen, Sebastian Scheible.

 

Die koronare Herzkrankheit ist eine chronisch verlaufende Erkrankung. Ablagerungen führen zu einer Verengung in den Herzkranzgefäßen. Die Folge ist ein verringerter Blutfluss und Sauerstoffmangel. „Die Patientinnen und Patienten empfinden dabei ein Gefühl von Enge oder Druck in der Brust, Luftnot und Schmerzen hinter dem Brustbein, die in den Unterkiefer oder linken Arm ausstrahlen können“, erklärt Ulrike Hautke, Leiterin des Geschäftsbereichs Prävention bei der AOK Stuttgart-Böblingen. „Daneben kommen unspezifische Zeichen wie Schweißausbrüche und Übelkeit vor. Bei Patienten mit Vorerkrankungen, Frauen oder älteren Menschen können die Leitsymptome deutlich geringer ausfallen oder sogar fehlen. Das nennt man dann auch ´stummer Infarkt´, so Ulrike Hautke weiter. Im Zweifelsfall sollte immer von einem Notfall ausgegangen und medizinische Hilfe gerufen werden.

 

Zusammenhang mit Rauchen

 

Der Gesundheitsatlas beleuchtet auch den Einfluss der verschiedenen Risikofaktoren auf das Entstehen der Koronaren Herzkrankheit. So bestätigt die Analyse den aus der wissenschaftlichen Literatur bekannten Zusammenhang mit dem Rauchen: Im Landkreis Böblingen machen gerundet 7.500 KHK-Patientinnen und -Patienten die Raucher aus. Auch der Zusammenhang zwischen KHK und Bluthochdruck sowie KHK und Typ-2-Diabetes spiegelt sich in der regionalen Auswertung wider. So lag der Anteil im Landkreis mit Bluthochdruck-Betroffenen gerundet bei 5.000 und bei Diabetes mellitus Typ 2 gerundet bei 2.500 KHK-Patienten.

 

Risikofaktoren und Primärprävention

 

„Neben Rauchen, Bluthochdruck und Diabetes mellitus können aber auch eine genetische Veranlagung, ein hohes Alter oder Übergewicht sowie ein ungesunder Lebensstil weitere Risikofaktoren sein, die die Entwicklung einer koronaren Herzkrankheit begünstigen“, weiß die AOK-Präventionsexpertin. „Deshalb kommt es auf eine gute Vorsorge an. Wer sich ausgewogen ernährt, auf das Rauchen verzichtet und Sport und Bewegung als festen Bestandteil im Alltag integriert hat, kann sogar eine KHK vermeiden. Mit Unterstützung von Ernährungsberatern oder Aktivitäten in Gesundheitskursen kann diese herzgesunde Lebensweise auch längerfristig gefördert werden“, “, betont Ulrike Hautke abschließend.

 

Infobox:

 

„Gesundheitsatlas Koronare Herzkrankheit“ des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO)

 

Mit der Gesundheitsatlas-Reihe des WIdO wird die Gesundheitssituation aller Einwohnerinnen und Einwohner in den 401 Landkreisen und Städten Deutschlands transparent gemacht. Die aktuelle Ausgabe des Gesundheitsatlas beschäftigt sich mit der koronaren Herzkrankheit.

 

Für den Gesundheitsatlas wurde ein Hochrechnungsverfahren verwendet, das vom WIdO in Zusammenarbeit mit der Universität Trier entwickelt wurde. Es erlaubt auf Basis der Abrechnungsdaten der AOK-Versicherten zuverlässige Aussagen zu Krankheitshäufigkeiten in der Gesamtbevölkerung Deutschlands bis auf die regionale Ebene. Unterschiede zwischen den AOK-Versicherten und der Gesamtbevölkerung in Bezug auf Alter, Geschlecht und Krankheitshäufigkeit werden dabei durch ein statistisches Verfahren herausgerechnet.

 

In die Analyse einbezogen wurden Personen ab 30 Jahren mit einer ärztlich dokumentierten KHK-Diagnose oder einem für die KHK spezifischen Eingriff an den Herzkranzgefäßen. Basis waren die Abrechnungsdaten des Jahres 2020.

 

Der regionalspezifischen Berichte des „Gesundheitsatlas Koronare Herzkrankheit“ stehen auf der Website des WIdO unter www.gesundheitsatlas-deutschland.de zum kostenlosen Download zur Verfügung.

 

AOK Bezirksdirektion Stuttgart-Böblingen

 

Zur Aussagekraft der ausgewerteten Daten: Die AOK Stuttgart-Böblingen hat einen Marktanteil von über 40 Prozent und ist damit Marktführer der gesetzlichen Krankenkassen in der Region. Im Landkreis Böblingen sind mehr als 145.000 Menschen bei der Gesundheitskasse versichert.

 

AOK Baden-Württemberg

 

Die AOK Baden-Württemberg versichert über 4,5 Millionen Menschen im Land und verfügt über ein Haushaltsvolumen von über 20 Milliarden Euro.

 

Informationen zur AOK Baden-Württemberg unter www.aok.de/bw  

 

Sebastian Scheible

Leiter Kommunikation/Politik

E-Mail: Sebastian.Scheible@bw.aok.de
Telefon: 0711 2069-1025
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