Breisgau-Hochschwarzwald: 751 AOK-Versicherte wegen illegaler Drogen in medizinischer Behandlung

Die Anzahl der Versicherten, die wegen Betäubungsmittelmissbrauch in ambulanter oder stationärer Behandlung waren, steigt. Das geht aus einer Auswertung der AOK Südlicher Oberrhein hervor. Männer deutlich stärker betroffen als Frauen.

Datum: 17.06.2020 / Kategorie: Gesundheit und Prävention

Breisgau-Hochschwarzwald

Die Anzahl der Versicherten, die wegen ihrer Sucht in ärztlicher Behandlung waren, hat im Landkreis 2018 mit 751 Versicherten zwar den höchsten Stand der letzten fünf Jahre erreicht, die Steigerungsrate liegt aber deutlich unter dem Landesschnitt. Seit 2014 hat sich der Betroffenen-Anteil im Land um jährlich durchschnittlich 1,4 Prozent erhöht, im gleichen Zeitraum lag der Wert im Landkreis bei 0,4 Prozent. „Männer machen in der Auswertung mit 465 Versicherten einen deutlich höheren Anteil aus wie die Frauen mit 286 Versicherten“, erklärt Markus Schlegel, Leiter des AOK-Kundencenters in Neustadt. Die Gruppe der 35-39-Jährigen ist am stärksten vertreten.

 

„Manche Drogen beruhigen oder entspannen, andere putschen auf oder lösen Halluzinationen aus“, berichtet Elvira Steinmann. Die 51-Jährige ist Leiterin des Sozialen Dienstes bei der AOK Südlicher Oberrhein. Ihr Team unterstützt unter anderem im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald Menschen mit Suchterkrankungen. „Drogen beeinflussen das Denken, Fühlen oder auch die Wahrnehmung. Der Betroffene verliert schnell die Kontrolle über den Konsum. Der Körper gewöhnt sich an die Droge und benötigt für die gleiche Wirkung eine immer größere Menge.“. Psychologische oder soziale Faktoren aber auch genetische Veranlagungen können bei der Suchtentwicklung eine Rolle spielen. Die gute Nachricht: „Es gibt auch Faktoren, die das Risiko für eine Suchterkrankung senken“, so Steinmann. „Zum Beispiel ein gesundes Selbstwertgefühl oder auch Eltern, die verantwortungsbewusst mit Alkohol, Nikotin und Medikamenten umgehen und ein gutes Vorbild sind“.

 

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