Covid-19 setzt sozialen Berufen besonders zu

Je anpassungsfähiger und flexibler Beschäftigte sich selbst und ihr Unternehmen in der Pandemie empfunden haben, desto besser bewerten sie ihren Gesundheitszustand und ihr individuelles Wohlbefinden. Das ergab eine Befragung von mehr als 2.600 Beschäftigten zwischen 20 und 65 Jahren für den Fehlzeiten-Report 2021 des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO).

»Betriebsklima und Krankenstand korrelieren miteinander - auch während der Pandemie«

Wolfgang Schweizer, Geschäftsführer der AOK Südlicher Oberrhein

Datum: 14.09.2021 / Kategorie: Krankenstand

Südlicher Oberrhein

Die Corona-Pandemie hat den Arbeitsalltag vieler Beschäftigter ganz grundlegend verändert. Die Arbeit im Homeoffice, die Herausforderungen der Kinderbetreuung und die sozialen Auswirkungen der Kontaktbeschränkungen der letzten Monate sind nur einige Stichworte. Der aktuelle Fehlzeiten-Report 2021 des WIdO beleuchtet die Frage, wie sich die Pandemie auf die Gesundheit und das Wohlbefinden der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ausgewirkt hat und welche Faktoren Beschäftigten und Unternehmen helfen, die Krise gut zu bewältigen.

 

An der Spitze des Rankings bei Erkrankungen von Beschäftigten im Zusammenhang mit Covid-19 in Baden-Württemberg stehen im Zeitraum März 2020 bis Juli 2021 Jobs in der Altenpflege (7.090 Krankschreibungen je 100.000 Beschäftigte), gefolgt von Berufen in der Kinderbetreuung (6.696 Krankschreibungen je 100.000 Beschäftigte). Auf den weiteren Plätzen folgen Berufe in der Haus- und Familienpflege sowie in der Krankenpflege.

 

Widerstandskraft senkt krankheitsbedingte Fehltage

 

Ein weiteres zentrales Ergebnis der Befragung betrifft die Resilienz der Unternehmen: Beschäftigte, die ihr Unternehmen in der Krise als besonders anpassungsfähig, die Führungskraft als Unterstützung und den Zusammenhalt im Betrieb als gut erleben, bleiben auch in herausfordernden Zeiten gesund und leistungsfähig und berichten seltener von gesundheitlichen Beschwerden. Dieser Effekt spiegelt sich auch in den krankheitsbedingten Fehltagen wider: Beschäftigte, die der Resilienz ihres Unternehmens besonders gute Noten geben, haben im Schnitt 7,7 krankheitsbedingte Fehltage in den letzten zwölf Monaten. Bei Erwerbstätigen, die die Unternehmensresilienz besonders schlecht bewerten, sind es dagegen 11,9 krankheitsbedingte Fehltage. Diese Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gehen nach eigenen Angaben auch häufiger krank zur Arbeit. „Das ist ein Trend, den wir auch vor Corona schon bei den Unternehmen feststellen“, erklärt Wolfgang Schweizer, Geschäftsführer der AOK Südlicher Oberrhein. Sein Unternehmen analysiert für viele Betriebe in der Region jährlich die Arbeitsunfähigkeitsdaten ihrer Beschäftigten. Der AOK-Chef sieht einen Zusammenhang zwischen Betriebsklima und Krankenstand. „Bei Unternehmen, die Wert auf eine wertschätzende Unternehmenskultur legen, wenn Geschäftsleitung, Führungskräfte und Belegschaft miteinander kommunizieren und wenn Eigeninitiative und Selbstbewusstsein nicht nur geduldet sondern ausdrücklich erwünscht sind, da fällt auch der Krankenstand niedriger aus. Und wenn eine Führungskraft, die offensichtlich für einen hohen Krankenstand in einer Abteilung mitverantwortlich ist, das Unternehmen verlässt und in einem anderen Betrieb anheuert, dann nimmt sie diesen hohen Krankenstand mit in das neue Unternehmen“, so Schweizer“. Der „Produktionsfaktor Gesundheit“ entscheidet mit über Erfolg, über Produktivität und über Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen.

 

Frank Kölble

Pressesprecher

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