Grippewelle weitgehend ausgefallen - AOK rät trotzdem zur Vorsicht

Waren bisher während der Grippe-Saison die Wartezimmer der Arztpraxen voll, so blieb es in der Saison 2020/2021 auffallend ruhig. Auch in der Ortenau machen das die Zahlen deutlich.

Datum: 16.11.2021 / Kategorie: Gesundheit und Prävention

Ortenau

2020 zählte die AOK in den Reihen ihrer Versicherten im Ortenaukreis lediglich 964 Versicherte (496 Frauen, 468 Männer), die wegen einer echten Grippe in ärztlicher Behandlung waren – ein Jahr davor waren es mehr als 1.300 Versicherte, zwei Jahre davor gar 2.260.

 

Auch in den Nachbarkreise sieht es ähnlich aus. So waren im Landkreis Emmendingen vor einem Jahr  453 AOK-Versicherte erkrankt, zwei Jahre zuvor waren es fast doppelt so viele. In Baden-Württemberg setzt sich der Trend fort. 2020 wies die Statistik 53.600 erkrankte Versicherte auf, 2018 waren es über 92.000.

 

„Zum ersten Mal ist eine Grippewelle ausgeblieben“, erklärt Tobias Rauber, Leiter des AOK-Kundencenters in Offenburg. „Eine ähnliche Entwicklung wird weltweit beobachtet. Trotzdem sieht der Gesundheitsexperte keinen Grund zur Entspannung. Händewaschen, Masken, Abstandsregeln, häufiges Lüften und nicht zuletzt das Arbeiten im Homeoffice hätten zwar dafür gesorgt, dass sich auch die Influenza-Viren nicht wie gewohnt ausbreiten konnten. „Allerdings wird dadurch unser Immunsystem nicht mehr so gefordert und trainiert. Deshalb werden wir wohl schlechter vorbereitet in die neue Saison starten“, ist Rauber überzeugt. Das könnte die Grippezahlen deutlich erhöhen. Das Robert-Koch-Institut empfiehlt daher in diesem Herbst allen Älteren, Schwangeren, medizinischem Personal und Menschen mit Vorerkrankungen sich gegen Influenza impfen zu lassen.

 

Nach wie vor ist die Influenza eine Erkrankung, die oft unterschätzt und auf die leichte Schulter genommen wird. Schätzungen gehen davon aus, dass während der Grippewelle 2018/2018 rund 25.000 Menschen in Deutschland starben.

 

Nicht selten beginnt eine Influenza mit Symptomen, die einem grippalen Infekt oder auch einer Corona-Infektion sehr ähnlich sein können. „Es wird gerade in diesem von der Coronapandemie geprägten Jahr wichtig sein, alle Krankheiten zu vermeiden, die die Atemwege oder die Lunge betreffen könnten“, berichtet AOK-Mediziner Hans-Peter Zipp. „Covid 19 und Influenza sind gleichermaßen ernst zu nehmende Krankheiten, die unter Umständen schwere Verläufe nach sich ziehen, die Überlebenschancen mindern und eine höhere Sterblichkeitsrate bedeuten“. Gefährlich sei die Grippe vor allem für ältere Menschen bzw. Menschen mit chronischen Erkrankungen. „Eine Schutzimpfung kann das Risiko, an Grippe zu erkranken, um mehr als die Hälfte senken“, so der Arzt. Experten raten zur Grippeschutzimpfung, um die Zahl der Krankenhausaufenthalte wegen Influenza möglichst niedrig zu halten, damit das durch die Corona-Pandemie stark angespannte Gesundheitssystem nicht zusätzlich belastet wird. Und da sich Grippeviren ständig verändern sollte sich für einen ausreichenden Impfschutz jährlich erneut impfen lassen. „In diesem Jahr steht für ältere Menschen sogar ein besonders wirksamer Hochdosis Grippeimpfstoff zur Verfügung“. Die Krankenkasse übernimmt die Kosten für die Schutzimpfung für ihre Versicherten ohne Einschränkungen.

 

Frank Kölble

Pressesprecher

E-Mail: frank.koelble@bw.aok.de
Telefon: 0761 2103-228
Telefax: 0761 2103-316
Mobil: 0173 2674515

Fahnenbergplatz 6
79098 Freiburg