Ortenau: Wenn Schwangerschaftskomplikationen das ungeborene Kind gefährden

Diabetes und Schwangerschaftserkrankungen mit Bluthochdruck, der sogenannten Präeklampsie, gefährden die Gesundheit von Ungeborenen wie von den schwangeren Frauen selbst. Die AOK Südlicher Oberrhein beobachtet unter ihren Versicherten im Ortenaukreis eine starke Zunahme der Behandlungszahlen. Befanden sich 2016 noch 469 Frauen wegen solcher Schwangerschaftserkrankungen in ambulanter oder stationärer Behandlung, so stieg die Behandlungszahl vier Jahre später auf 593. „Zwischen 2016 und 2020 nahm der Anteil der Betroffenen im Ortenaukreis im Durschnitt um 2,1 Prozent pro Jahr zu“, berichtet Norbert Limberger, der das Kundencenter-Netzwerk Ortenau Süd leitet.

Datum: 01.07.2022 / Kategorie: Gesundheit und Prävention

Ortenau

Auch in Baden-Württemberg wird ein deutlich steigender Trend beobachtet. „2016 zählten wir 10.995 medizinisch versorgter Behandlungen, 2020 stiegen die Zahl auf über 15.000 an“, so Limberger. Eine auffällige Häufung gibt es bei den Frauen zwischen 3o und 34 Jahren.

 

Bei einer Präeklampsie leiden die Betroffenen nach der 20. Schwangerschaftswoche an Bluthochdruck und erhöhter Eiweißausschüttung im Urin. „Symptome wie Nierenfunktionseinschränkungen, Leberbeteiligung, Lungenödem oder eine Wachstumsstörung des Ungeborenen weisen auf eine Präeklampsie hin“, erklärt AOK-Ärztin Gudula Kirtschig. Im Endstadium, der sogenannten Eklampsie, treten Krampfanfälle auf. „Neben Blutungen und Infektionen ist die Eklampsie die häufigste Ursache der Schwangerensterblichkeit“, so die Medizinerin. „Betroffene Frauen sollten sich körperlich schonen, sollten sich eiweißreich ernähren und ausreichend trinken“. Die Gründe für den Anstieg in den vergangenen Jahren sind nicht genau bekannt. Vermutet wird aber, dass ein ungesünderer Lebensstiel mit steigenden Zahlen an Bluthochdruck und Diabetes eine Rolle spielt.

 

Eine Schwangerschaftsdiabetes ist eine Stoffwechselerkrankung. „Diese Diagnose wird gestellt, wenn der Blutzuckerspiegel während der Schwangerschaft zu hoch ist“, erklärt Kirtschig. Die grundlegenden Ursachen dafür sind die Veranlagung zu Übergewicht, Bewegungsarmut und ungesunde Ernährung. Viele Menschen haben dadurch auch ein erhöhtes Risiko für das Auftreten eines Typ-2-Diabetes. „Diabetes mellitus in der Schwangerschaft erhöht das Risiko für zum Beispiel überdurchschnittlich großer Kinder und Präeklampsie. Im schlimmsten Fall komme es zur Totgeburt“.

 

Frank Kölble

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