Arbeitsunfähigkeit in Ulm und Alb-Donau-Kreis sehr konstant

Bewohner von Stadt und Landkreis waren 2014 im Schnitt 17,8 Tage krankgeschrieben  

Datum: 07.05.2015 / Kategorie: Krankenstand

Ulm

4,9 Prozent ihrer Gesamt-Arbeitszeit waren die Bürger in der Region 2014 arbeitsunfähig – exakt wie im Jahr 2013. Eine detaillierte Arbeitsunfähigkeitsstatistik ihrer Mitglieder für Ulm und Alb-Donau-Kreis veröffentlicht die AOK Ulm-Biberach in ihrem neuen Gesundheitsbericht. Gut jeder Zweite (55 Prozent) war 2014 mindestens einmal krank-geschrieben. Im Durchschnitt dauerte die einzelne Krankschreibung 10,7 Kalendertage, auch hier gibt es keinerlei Veränderung gegenüber dem Vorjahr. Damit steht unsere Region etwas besser da als der landesweite Schnitt von 11 Fehltagen bei ebenfalls 4,9 Prozent AU-Quote.

Krankheitsbedingte Fehlzeitenverursachen für Betriebe und die Volkswirtschaft erhebliche finanzielle Belastungen. Deutschlandweit kosten sie etwa 103 Mrd. Euro (2013). Doch ebenso schwer wiegen die organisatorischen, sozialen und persönlichen Zusatzbelastungen für die Unternehmen und ihre Mitarbeiter. Erfreulicherweise blieb in Ulm und Alb-Donau-Kreis die Arbeitsunfähigkeits (AU)-Quote unter den AOK-Mitgliedern 2014 mit 4,9 Prozent konstant. Jedes AOK-Mitglied blieb im Lauf des Jahres insgesamt 17,8 Tage krankheitsbedingt der Arbeit fern, ein leichter Rückgang von 0,3 Prozent gegenüber 2013. Die durchschnittliche Krankheitsdauer pro Fall lag bei 10,7 Kalendertagen wie schon 2013. In Ulm und Alb-Donau-Kreis ist jeder zweite gesetzlich Versicherte bei der AOK.

AU-Fälle von mehr als sechs Wochen Dauer machten 3,5 Prozent aller Fälle aus – aber 37,1 Prozent aller Fehltage. Damit stellen Langzeit-Erkrankungen für Unternehmen und Kollegen eine besonders große Belastung dar. Doch zwei von fünf Krankschreibungen (38,5 Prozent) dauerten maximal drei Tage. Da die AOK-Statistik nur diejenigen Fälle erfasst, in denen eine ärztliche Krankschreibung vorliegt, dürfte ihr tatsächlicher Anteil noch deutlich höher ausfallen.

Die häufigste Ursache für das Fernbleiben am Arbeitsplatz sind dementsprechend Atemwegs-Erkrankungen, die meist schnell auskuriert sind. Sie haben in Ulm und Alb-Donau-Kreis zwar 22,7 Prozent aller AU-Fälle, aber nur 12,1 Prozent aller AU-Tage ausgemacht. Die Erkrankungen mit den meisten Fehltagen betrafen Muskeln und Skelett, also alles von Rückenschmerzen bis Brüchen. Sie waren der Grund für 22 Prozent aller AU-Tage und 16,5 Prozent der AU-Fälle. Psychische Erkrankungen blieben mit einem Anteil von 10 Prozent an allen Fehltagen konstant.

Das Alter der Angestellten hat einen geringeren Einfluss auf die AU-Zeiten als viele denken. Die 30 bis 34 Jahre alten AOK-Mitglieder hatten die niedrigste AU-Quote; sie fehlten nur 3 Prozent ihrer Arbeitszeit, gefolgt von den 25- bis 29-jährigen mit 3,5 Prozent. Die Jüngsten (15 bis 19) waren 3,8 Prozent der Zeit krank; die Quote stieg in den darauf folgenden fünf Lebensjahren auf 4,1 Prozent (20 bis 24). Einen signifikanten Sprung auf 5 Prozent machten die Zahlen bei den 45- bis 49-Jährigen, doch selbst bei den über 60-Jährigen liegt sie nur bei 7,9 Prozent.

Die AU-Quote der Frauen unterschreitet immer, insbesondere wieder bei den 30- bis 34-Jährigen, klar die der männlichen Kollegen. Sie betrug in dieser Altersgruppe 2,7 Prozent – der niedrigste Wert aller Altersgruppen überhaupt! –, die der Männer hingegen 3,8 Prozent.

Der krankheitsintensivste Monat ist – wenig erstaunlich – traditionell der Februar. Im milden Spätwinter 2014 lagen die Fehlzeiten im Februar lediglich bei 5,8 Prozent und damit deutlich unter denen des kalten Vorjahres-Februars mit einem ganzen Prozent mehr. Die wenigsten Fehlzeiten fallen im Ferienmonat August an, 2014 waren es 4 Prozent.

Neu in die Statistik der AOK Ulm-Biberach aufgenommen sind Arbeitsunfälle nach Branchen. Die deutlich meisten Arbeitsunfälle passieren in der Land- und Forstwirtschaft, das sind 11,4 Prozent. Mit 7,3 Prozent folgt das Baugewerbe, Verkehr und Transport machen 4,9 Prozent aus. Dabei machen die drei Gewerbe nur 1,5 Prozent, 6,5 Prozent beziehungsweise 6 Prozent der Mitglieder aus.

Datenbasis und Methode:

Datenbasis der Auswertungen sind sämtliche Arbeitsunfähigkeitszeiten, die der AOK im Jahr 2014 gemeldet wurden. Berücksichtigt wurden alle erwerbstätigen AOK-Mitglieder in Ulm und Alb-Donau-Kreis. Das sind 66.907 Personen, 56 Prozent davon männlich.

In die Bewertung gehen Wochenenden und Feiertage mit ein, die Analyse erfolgt also auf Basis von Kalendertagen. Kurzzeiterkrankungen von bis zu drei Tagen Dauer wurden nur erfasst, sofern eine ärztliche Bescheinigung vorliegt. Die regionale Zuordnung erfolgt nach dem Arbeitsort. Die Berechnung der Kennzahlen erfolgt auf Basis der tatsächlichen Versichertenzeiten.

Thomas Wöllhaf

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