Hochansteckend aber meist harmlos: Hand-Fuß-Mund-Krankheit im Jahr 2020 in Ulm und im Alb-Donau-Kreis stark rückläufig

Rote Flecken und Bläschen an den Handflächen und Fußsohlen sowie im Mundbereich – so zeigt sich die Hand-Fuß-Mund-Krankheit. Sie wird scherzhaft auch als falsche Maul- und Klauenseuche bezeichnet. An der Hand-Fuß-Mund-Krankheit erkranken überwiegend Kinder unter zehn Jahren. Die Viruserkrankung ist hochansteckend, verläuft aber in der Regel harmlos.

Datum: 03.02.2022 / Kategorie: Wissenschaft / Statistiken / Studien / Zahlen

Ulm

Social Distancing, Abstand halten und Maske tragen: Damit wurde im Jahr 2020 nicht nur das Coronavirus eingedämmt, sondern auch andere Krankheiten wie grippale Infekte oder die Hand-Fuß-Mund-Krankheit. Erkrankten in Baden-Württemberg im Jahr 2019 noch 13.427 AOK-Versicherte an der Hand-Fuß-Mund-Krankheit, waren es im Jahr 2020 nur noch 1.847. Auch im Alb-Donau-Kreis und im Stadtkreis Ulm ist die Zahl der Versicherten mit einer entsprechenden Diagnose stark gesunken. „Im Jahr 2019 zählten wir im Alb-Donau-Kreis noch 244 Versicherte und in Ulm 131 Versicherte, die deswegen ärztlich behandelt wurden, 2020 waren es nur 18 bzw. 15 Versicherte“, sagt Dr. Sabine Schwenk, Geschäftsführerin der AOK Ulm-Biberach.

 

Die Hand-Fuß-Mund-Krankheit ist eine Infektionskrankheit, die durch Enteroviren der Gruppe A ausgelöst wird. Vielfach tritt sie meist im Spätsommer und Herbst in Gemeinschaftseinrichtungen auf, wie Kindertagesstätten und Grundschulen. Da die Viren über Tröpfchen- oder Schmierinfektion übertragen werden, lässt sich mit umfangreichen Hygienemaßnahmen am besten vorbeugen. „Wichtig ist es, sich regelmäßig die Hände zu waschen. Oberflächen und Gegenstände wie Türgriffe und Spielzeug sollten besonders gründlich gereinigt und desinfiziert werden", rät die AOK-Geschäftsführerin. „Um weitere Ansteckungen zu vermeiden, sollten erkrankte Kinder nicht in den Kindergarten und andere Gemeinschaftseinrichtungen gehen.“

 

Mehr als 80 Prozent der Menschen, die sich mit dem Virus angesteckt haben, zeigen keine Krankheitszeichen, können das Virus aber trotzdem weiterverbreiten. Von der Infektion bis zum Ausbruch der Krankheit vergehen in der Regel drei bis zehn Tage. Die Krankheit beginnt meist mit Fieber, Halsschmerzen und nachlassendem Appetit. Nach zwei Tagen erscheint im Mund ein schmerzhafter Ausschlag mit kleinen roten Flecken, Bläschen und Geschwüren. Davon sind die Zunge, die Mundschleimhaut und das Zahnfleisch betroffen. Um den Mund herum, an den Handflächen und Fußsohlen bildet sich ein nichtjuckender Ausschlag. Manchmal findet sich der Ausschlag aber auch an untypischen Stellen, wie dem Gesäß, im Genitalbereich, den Knien oder den Ellenbogen, und kann dort mit starkem Juckreiz verbunden sein. Die Krankheit verläuft normalerweise mit milden Symptomen und heilt nach fünf bis sieben Tagen von allein und ohne Folgen aus. Ernsthafte Komplikationen in Form von Entzündungen des Gehirns, der Hirnhäute, von Nerven oder Herz sind sehr selten. Wer die Krankheit überstanden hat, ist gegen das auslösende Virus immun. Da es aber viele verschiedene Enteroviren gibt, die die Krankheit verursachen können, ist eine erneute Erkrankung durch ein verwandtes Virus nicht vollkommen ausgeschlossen.

 

Eine spezifische, also eine direkt gegen die Krankheitserreger gerichtete Therapie gibt es nicht. Eine Behandlung der Symptome ist aber möglich. „Gegen die schmerzhaften Bläschen im Mund und gegen Fieber können schmerz- und fiebersenkende Medikamente und Mundspülungen eingesetzt werden“, sagt Sabine Schwenk. „So können Erkrankte trotz der Bläschen im Mund ausreichend trinken. Dies ist insbesondere bei kleinen Kindern wichtig.“ Durch die Entzündungen sind Zunge, Zahnfleisch und Mundschleimhaut empfindlicher als sonst. Daher sollte man auf heißes, hartes oder scharf gewürztes Essen verzichten. „Weiche Kost wie Brei, Joghurt und Bananen macht es leichter. Außerdem kann Eis die Schmerzen im Mund lindern.“

 

Thomas Wöllhaf

Pressesprecher

E-Mail: presse-ulb@bw.aok.de
Telefon: 0731 168-705
Telefax: 0731 16891-705
Mobil: 0174 2718994

Schwambergerstraße 14
89073 Ulm