Kampf den Corona-Kilos: Wie es gelingt, überflüssige Pfunde dauerhaft zu verlieren

Die Pandemie hat das Leben auf den Kopf gestellt: kaum Bewegung, dafür viel ungesundes Essen. Viele Menschen konnten in der Corona-Zeit ihr Gewicht nicht halten. Eine Umfrage des Else Kröner-Fresenius-Zentrums für Ernährungsmedizin (EKFZ) an der Technischen Universität München (TUM) aus dem April 2021 zeigt, dass rund 40 Prozent der Befragen im Durchschnitt 5,5 Kilogramm zugelegt haben.

Datum: 25.02.2022 / Kategorie: Gesundheitstipps

Ulm

Vor allem 30- bis 44-Jährige (48 Prozent) und Menschen mit Übergewicht (45 Prozent) und Adipositas (53 Prozent) bringen nun mehr Pfunde auf die Waage. Je höher der Body-Mass-Index (BMI), desto häufiger wird von einer Gewichtszunahme berichtet. Bei Adipösen lag die Gewichtszunahme sogar bei durchschnittlich 7,2 Kilogramm. Nur 11 Prozent haben in der Corona-Zeit an Gewicht verloren. Mit einer Diät allein lässt sich der Wunsch nach einer schlankeren Taille jedoch nicht verwirklichen. „Die langfristige Gewichtsreduktion ruht auf drei Säulen“, erklärt Kerstin Geiselmann, Ernährungsexpertin bei der AOK Ulm-Biberach. „Wichtig sind die Ernährungsweise, das Ernährungsverhalten und das Bewegungspensum.“

 

Der Schlüssel zum Gewichtsverlust liege in einer ausgewogenen Ernährung. „Füllen Sie Ihren Teller am besten zu jeder Hauptmahlzeit halbvoll mit Gemüse und Salat. Dazu ein Viertel des Tellers sättigende Beilagen aus Vollkornprodukten oder Kartoffeln. Fettarmes Fleisch oder Fisch, Hülsenfrüchte, Eier und Milchprodukte machen das restliche Viertel auf dem Teller aus“, so die Ernährungsexpertin. Vielen Menschen falle das Abnehmen leichter, wenn sie nur drei Mahlzeiten essen und dazwischen ungefähr vier Stunden so genannte Esspausen einlegen. „Dadurch werden ein ständiges Auf und Ab des Blutzuckers, Heißhungerattacken und ein hoher Insulinspiegel umgangen, die zusätzlich den Fettabbau blockieren können.“

 

Es lohne sich außerdem, das Ernährungsverhalten unter die Lupe zu nehmen und sich zu hinterfragen „Warum esse ich?“. Es gibt zum Beispiel nicht nur den Magenhunger, der sich mit lautem Knurren bemerkbar macht, sondern auch den Herzhunger. „Ganz häufig essen wir, nicht weil wir hungrig sind, sondern weil wir eine innere Leere füllen wollen. Oder auch, weil wir gestresst sind, emotional überfordert und frustriert sind.“ Die Ernährungsexpertin rät daher: „Schenken Sie Ihrer Mahlzeit Aufmerksamkeit. Schmecken Sie bewusst und nehmen Sie sich Zeit zum Kauen. Gönnen Sie sich eine Genusspause, in der Sie beobachten, welches Gefühl Ihre Mahlzeit bei Ihnen hinterlässt. Sind Sie satt oder haben Sie noch Hunger?“

 

Wer das Gewicht dauerhaft reduzieren möchte, sollte zusätzlich zur Ernährungsumstellung die körperliche Aktivität steigern. Jede zusätzliche Aktivität, ob im Haushalt oder im Garten, auf dem Weg zur Arbeit oder im Büro, verbraucht Energie. „Es ist wichtig die vorhandene Muskelmasse zu erhalten und wenn möglich zusätzliche Muskelmasse aufzubauen. Unsere Muskelzellen verbrennen aktiv Kalorien und sorgen für einen höheren Grundumsatz. Das bedeutet, dass ich auch abends auf dem Sofa oder nachts im Schlaf mehr Kalorien verbrauche“, so Kerstin Geiselmann.

 

Die AOK unterstützt auf dem Weg zu einer dauerhaften Ernährungsumstellung und mehr Bewegung. Im Rahmen der Gesundheitsförderung bietet die Gesundheitskasse verschiedene Bewegungs- oder Kochkurse in der Region an, z. B. „Aktiv abnehmen! Bewusst essen“. Alle Kurse und Termine unter aok.de/bw/gesundheitsangebote.

 

Thomas Wöllhaf

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