Krankenstand in Biberach leicht gestiegen

Die Biberacher waren 2014 im Schnitt 18 Tage lang krankgeschrieben

Datum: 07.05.2015 / Kategorie: Krankenstand

Biberach

4,9 Prozent ihrer Gesamt-Arbeitszeit waren die Biberacher 2014 arbeitsunfähig. Das ist ein leichter Anstieg von 0,2 Prozent gegenüber 2013. Eine detaillierte Arbeitsunfähigkeitsstatistik ihrer Mitglieder für Stadt und Landkreis Biberach veröffentlicht die AOK Ulm-Biberach in ihrem neuen Gesundheitsbericht. Drei von fünf Mitglieder der Gesundheitskasse (59 Prozent) waren 2014 mindestens einmal krankgeschrieben. Im Durchschnitt dauerte die einzelne Krankschreibung 11 Kalendertage, gut einen halben Tag länger als im Vorjahr.

Krankheitsbedingte Fehlzeitenverursachen für Betriebe und die Volkswirtschaft insgesamt erhebliche finanzielle Belastungen. Deutschlandweit kosten sie etwa 103 Mrd. Euro (2013). Doch ebenso schwer wiegen die organisatorischen, sozialen und persönlichen Zusatz-belastungen für die Unternehmen und ihre Mitarbeiter. In Biberach stieg die Arbeits-unfähigkeits (AU)-Quote unter den AOK-Mitgliedern 2014 leicht um 0,2 auf 4,9 Prozent. Jedes Biberacher AOK-Mitglied blieb im Lauf des Jahres insgesamt 18 Tage krankheitsbedingt der Arbeit fern, das ist ein dreiviertel Arbeitstag mehr (4,3 Prozent) als im Vorjahr. In Biberach ist jeder zweite gesetzlich Versicherte bei der AOK.

Der krankheitsintensivste Monat ist – wenig erstaunlich – traditionell der Februar. Im milden Spätwinter 2014 lagen die Fehlzeiten im Februar lediglich bei 5,7 Prozent und damit deutlich unter denen des kalten Vorjahres-Februars mit 6,9 Prozent. Die wenigsten Fehlzeiten fallen im Ferienmonat August an. 2014 waren es in Biberach 4,1 Prozent, 2013 sogar nur 3,7 Prozent.

Arbeitsunfähigkeiten von mehr als sechs Wochen Dauer machten 3,8 Prozent aller Fälle aus – aber 40,5 Prozent aller Fehltage. Damit stellen Langzeit-Erkrankungen für Unternehmen und Kollegen eine besonders große Belastung dar. Doch zwei von fünf Krankschreibungen (38,2 Prozent) dauerten maximal drei Tage. Da in der AOK-Statistik nur diejenigen Fälle erfasst werden, in denen eine ärztliche Krankschreibung vorliegt, dürfte ihr tatsächlicher Anteil noch deutlich höher ausfallen.

Die häufigste Ursache für das Fernbleiben am Arbeitsplatz sind dementsprechend Atemwegs-Erkrankungen, die meist schnell auskuriert sind. Deshalb haben sie 2014 in Biberach zwar 23,5 Prozent aller AU-Fälle, aber nur 11,5 Prozent aller AU-Tage ausgemacht. Die Erkrankungen mit den meisten Fehltagen betreffen Muskeln und Skelett, also alles von Rückenschmerzen bis Brüchen. Sie waren der Grund für 23 Prozent aller AU-Tage und 17,6 Prozent aller AU-Fälle. Psychische Erkrankungen sind erfreulicherweise nach Jahren steigender Zahlen mit 8,6 Prozent aller Fehltage rückläufig.

Das Alter der Angestellten hat einen geringeren Einfluss auf die AU-Zeiten als viele denken. Hatten AOK-Mitglieder zwischen 15 und 39 Jahren relativ gleichmäßig rund 3,6 Prozent Fehlzeiten, stiegen diese ab dem 40. Lebensjahr leicht, aber kontinuierlich an. Allerdings machten selbst in der Gruppe der über 60-Jährigen die Fehlzeiten nur 7,8 Prozent aus.

Die AU-Quote der Frauen liegt immer, insbesondere jedoch in der Altersgruppe der 30- bis 39-Jährigen, deutlich unter der ihrer männlichen Kollegen. Sie beträgt 2,8 Prozent – der niedrigste Wert aller Altersgruppen unter den Biberacherinnen überhaupt! –, die der Männer hingegen 4,2 Prozent.

Neu in die Statistik der AOK Ulm-Biberach aufgenommen wurden Arbeitsunfälle. Über 10 Prozent passierten in der Land- und Forstwirtschaft. Mit 7,5 Prozent folgte das Baugewerbe; Verkehr und Transport machten 6 Prozent aus. Dabei stellen die drei Gewerbe nur 1 Prozent, 8 Prozent beziehungsweise 4,5 Prozent der AOK-Mitglieder.

Zur Auswertung:

Datenbasis der Auswertungen sind sämtliche Arbeitsunfähigkeitszeiten, die der AOK im Jahr 2014 gemeldet wurden. Berücksichtigt wurden alle erwerbstätigen AOK-Mitglieder in Biberach. Das sind 43.111 Personen, 60 Prozent davon männlich.

In die Bewertung gehen Wochenenden und Feiertage mit ein, die Analyse erfolgt also auf Basis von Kalendertagen. Kurzzeiterkrankungen von bis zu drei Tagen Dauer wurden nur erfasst, sofern eine ärztliche Bescheinigung vorliegt. Die regionale Zuordnung erfolgt nach dem Arbeitsort. Die Berechnung der Kennzahlen erfolgt auf Basis der tatsächlichen Versichertenzeiten.

Thomas Wöllhaf

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