Krankenstand in Ulm und dem Alb-Donau-Kreis 2021 leicht gesunken - Höhepunkt der Krankmeldungen lag im November

Der Krankenstand bei AOK-versicherten Arbeitnehmern in Ulm und dem Alb-Donau-Kreis ist im Jahr 2021 im Vergleich zum Vorjahr leicht gesunken. Laut den jüngsten Zahlen aus dem AOK-Gesundheitsbericht sank die Zahl der Arbeitsunfähigkeitsmeldungen in Betrieben trotz Pandemie von 5,2 auf 5,0 Prozent. Damit liegt die Region sowohl unter dem landesweiten Durchschnitt von 5,1 Prozent als auch dem Bundesdurchschnitt von 5,4 Prozent. Die meisten Krankmeldungen gab es mit 6,3 Prozent im November.

Datum: 21.03.2022 / Kategorie: Krankenstand

Ulm

Jedes beschäftigte AOK-Mitglied in der Region kam 2021 im Schnitt auf 18,1 krankheitsbedingte Fehltage. Mit 53,9 Prozent war mehr als die Hälfte der AOK-Versicherten in Ulm und dem Alb-Donau-Kreis mindestens einmal krankgeschrieben. Pro Krankmeldung waren sie im Schnitt 11,2 Tage arbeitsunfähig, 2020 waren es noch 12,3 Tage. „Nur 3,6 Prozent der Arbeitsunfähigkeitsfälle dauerten länger als sechs Wochen. Allerdings machten diese Langzeiterkrankungen in der Summe 39,7 Prozent aller Arbeitsunfähigkeitstage aus“, so Christian Nastea, Koordinator für das Betriebliche Gesundheitsmanagement in Ulm und im Alb-Donau-Kreis. „36,8 Prozent aller Krankschreibungen dauerten maximal drei Tage. Der tatsächliche Anteil an krankheitsbedingten Fehltagen dürfte hier jedoch höher ausfallen, da die AOK-Statistik nur diejenigen Fälle erfasst, bei denen eine ärztliche Krankschreibung vorliegt.“

 

Atemwegserkrankungen waren mit 18,1 Prozent der häufigste Grund für Krankmeldungen (2020: 22,1 %), gefolgt von Muskel- und Skeletterkrankungen mit 16,4 Prozent (2020: 16,9 %), Verletzungen mit 9,1 Prozent (2020: 6,7 %) und Erkrankungen des Verdauungssystems mit 6,0 Prozent (2020: 6,7 %).

 

Bezogen auf die meisten Fehltage führen die Muskel-Skelett-Erkrankungen mit 21,7 Prozent die Statistik an (2020: 22,3 %). Es folgen psychische Beschwerden mit 11,0 Prozent (2020: 11,3 %), Atemwegserkrankungen mit 10,9 Prozent (2020: 12,8 %) und Verletzungen mit 10,8 Prozent (2020: 10,6 %).

 

Die meisten Fehlzeiten zählt die AOK in Ulm und im Alb-Donau-Kreis für die Branche „Verkehr und Transport“ mit 5,9 Prozent, gefolgt von den Branchen „Energie, Wasser, Entsorgung und Bergbau“ mit 5,8 Prozent und „Öffentliche Verwaltung und Sozialversicherung“ mit 5,5 Prozent. Angestellte bei Banken und Versicherungen hatten mit 3,4 Prozent den niedrigsten Krankenstand.

 

Betrachtet man die Entwicklung der Krankenstände nach Alter und Geschlecht fällt auf, dass Arbeitnehmer zwischen 30 und 34 Jahren die niedrigste AU-Quote haben: Sie betrug bei den Frauen 2,8 Prozent und bei den Männern 3,6 Prozent. Männer sind über fast alle Altersgruppen hinweg etwas häufiger krankgeschrieben als Frauen. Besonders stark driften die Geschlechter in den letzten Arbeitsjahren auseinander: Von 60 bis 64 Jahren liegt der Krankenstand der Männer bei 9,8 Prozent, der der Frauen bei 8,7 Prozent.

 

Ein Blick auf die Zahlen der Gesundheitskasse für ganz Baden-Württemberg zeigt, dass im Pandemie-Zeitraum von März 2020 bis November 2021 von den 2,4 Millionen bei der AOK Baden-Württemberg versicherten Erwerbstätigen über 130.000 Beschäftigte mindestens eine Krankschreibung aufgrund einer Covid-19-Diagnose erhielten. Damit sind in den ersten 21 Monaten seit Beginn der Pandemie 5,5 Prozent der AOK-Mitglieder im Südwesten im Zusammenhang mit Covid-19 krankheitsbedingt an ihrem Arbeitsplatz ausgefallen.

 

 

 

Hinweis:

 

Grundlage für den Gesundheitsreport sind Krankheitsdaten aus dem Jahr 2021 von 86.242 in Ulm und im Alb-Donau-Kreis beschäftigen AOK-Mitgliedern (44,1 % weiblich, 55,9 % männlich). Die Zahlen der AOK gelten als repräsentativ, da sie mit einem Marktanteil von über 50 Prozent die größte Krankenkasse in der Region ist.

 

Berücksichtigt wurden nur durch eine ärztliche Bescheinigung gemeldete Arbeitsunfähigkeitsfälle (AU-Fälle). Als AU-Tage gelten Kalendertage, also auch Samstage, Sonn- und Feiertage. Ausgewertet wurden die Daten vom Wissenschaftlichen Institut der AOK (WIdO).

 

Thomas Wöllhaf

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