Sport im Winter: Warum Training in der Kälte gut tut

Sport tut gut. Aber gerade im Winter fällt es manchmal besonders schwer, sich aufzuraffen und den inneren Schweinehund zu überwinden. Draußen ist es dunkel, kalt und ungemütlich. Da lässt es sich auf dem Sofa gut aushalten. Aber Bewegung ist nicht nur bei schönem Wetter wichtig, sondern auch jetzt im Winter: Die kalte Luft kurbelt den Kreislauf an, senkt den Blutdruck und stärkt das Immunsystem. Außerdem befeuchtet sie die Schleimhäute und schützt sie so vor Erregern. Ein toller Nebeneffekt: Beim Wintersport wird Stress abgebaut – und auch die Laune steigt.

Datum: 28.01.2022 / Kategorie: Gesundheitstipps

Ulm

Es lohnt sich, die trockene Heizungsluft gegen eine frische Winterbrise auszutauschen. Wenn der typische Winterblues auf das Gemüt drückt, tut Sport an der frischen Luft sowieso gut. „In den Wintermonaten wird das Immunsystem nicht etwa durch Kälte, sondern durch lange Aufenthalte in stickiger und überheizter Luft stark belastet“, erklärt Nicole Braun, Diplom-Sportwissenschaftlerin bei der AOK Ulm-Biberach. „Bewegung im Freien plus die Temperaturunterschiede zwischen drinnen und draußen regen die Immunabwehr an. Das Tageslicht kurbelt zudem die Vitamin-D-Bildung an und stärkt die Abwehrkräfte.“

 

Wer längere Zeit inaktiv war, sollte sich zunächst nicht allzu ambitionierte Ziele setzen. So lässt sich Frust vermeiden und sowohl das Herz-Kreislauf-System als auch Muskeln, Sehnen und Bänder können sich langsam an die neue Belastung gewöhnen. „Wärmen Sie sich vor dem Sport unbedingt einige Minuten auf. Muskeln und Sehnen sind bei Kälte sehr verletzungsanfällig“, sagt Nicole Braun. „Bei Minusgraden am besten durch die Nase atmen, damit nur vorgewärmte und feuchte Luft die Atemwege erreicht. Zu kalte Luft kann die Atemwege entzünden oder Erkältungen begünstigen. Sollten die Temperaturen einmal auf minus zehn Grad oder noch tiefer fallen, dann ist es besser, ein Indoor-Training einzuplanen.“ Bei Fieber und Infekten sollte komplett auf das Training verzichtet werden, um keine Herzmuskelentzündung zu riskieren.

 

„Damit man nicht zu sehr friert, aber auch nicht zu stark schwitzt, sollte man sich nach dem Zwiebelprinzip kleiden“, so die Ausdauersportlerin. „Am besten eignen sich mehrere Schichten aus Funktionsunterwäsche und atmungsaktiver, wind- und wasserdichter Funktionskleidung, die man nach Bedarf ablegen kann“. Mützen oder Stirnbänder sind wichtig, um über den Kopf nicht zu viel Wärme zu verlieren. Handschuhe und warme Socken schützen die Gliedmaßen. Auch auf Laufschuhe mit gutem Profil sollte man achten. Bei Dämmerung sind reflektierende Elemente auf der Kleidung oder eine neonfarbene Weste sinnvoll.

 

„Damit aus einem neuen Verhalten eine Gewohnheit werden kann, muss man einige Wochen durchhalten.“ Die Sportwissenschaftlerin empfiehlt deshalb, sich gerade für den Neuanfang Verbündete zu suchen, sich also zum Beispiel mit Freunden zu verabreden, die ebenfalls in Bewegung kommen wollen. Hilfreich ist es auch, vorausgesetzt die Corona-Situation lässt es zu, sich einer Laufgruppe im Sportverein anzuschließen, die zu festen Zeiten trainiert.

 

In den AOK-Gesundheitsangeboten finden sich zahlreiche Bewegungskurse unter qualifizierter Anleitung. Infos und Anmeldung unter aok.de/bw/gesundheitsangebote.

 

Thomas Wöllhaf

Pressesprecher

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