Zeitumstellung führt nur bei jedem Dritten zu Schlafproblemen

Gravierende Schlafstörungen wie Schlafapnoe nehmen auch in der Region zu –
Ursachen liegen vor allem im Lebensstil und an starkem Übergewicht  

Datum: 24.03.2015 / Kategorie: Wissenschaft / Statistiken / Studien / Zahlen

Ulm

Wenn am kommenden Sonntag die Uhren auf Sommerzeit umge-stellt werden, hat das für viele Menschen Schlaf- und Einschlaf-Störungen zur Folge. Erstaunlicherweise klagt darüber aber nur jeder Dritte laut einer AOK-Umfrage[i], die vom Forsa-Institut durchgeführt wurde. Die Beschwerden sind harmlos; nach einer Woche hat sich unser Körper umgestellt. Dauerhafte, gravierende Schlafstörungen sind jedoch ein zunehmendes Problem. Insbesondere die Zahl von Schlafapnoe-Patienten, die unter nächtlichen Atemaussetzern leiden, wächst: Die Diagnose stieg unter Versicherten der AOK Ulm-Biberach um fast 160 Prozent in sechs Jahren. Hauptursache ist Übergewicht.

Laut einer von der AOK Baden-Württemberg in Auftrag gegebenen Forsa-Umfrage kennt lediglich die Hälfte aller Erwachsenen Baden-Württembergs gar keine Schlafprobleme. Gut ein Drittel (37 Prozent) der Bevölkerung leidet „ab und an“ darunter. Jeder Zehnte sagt, er oder sie habe „häufig“ Probleme beim Ein- und Durchschlafen, jeder Zwanzigste „sehr häufig“. Ein gesunder Schlaf ist nötig, um sich den Herausforderungen des folgenden Tages zu stellen, das Immunsystem zu stärken und Erlerntes und Erlebtes zu verarbeiten.

Deshalb gehen immer mehr Personen wegen Schlafstörungen zum Arzt. Unter den AOK-Versicherten in Ulm, Biberach und Alb-Donau-Kreis waren 2013 4,1 Prozent in Behandlung, also 8.494 Personen. Sechs Jahre zuvor waren es lediglich 5.728. Damit stieg die Behandlungsrate um fast die Hälfte.

In Biberach lassen sich mit 4,5 Prozent besonders viele Personen behandeln. Ulm und der Alb-Donau-Kreis liegen mit einer Rate von 3,7 Prozent unter dem Schnitt. In Baden-Württemberg sind es 4 Prozent. Dagegen war der Anstieg der Patienten in Biberach über die sechs Jahre hinweg geringer. Die Anzahl der Schlafpatienten stieg um 39 Prozent (2013: 4.245 Betroffene), in Ulm und Alb-Donau-Kreis sogar um 57 Prozent (1.319 bzw. 2.930 Personen).

Auffällig ist die Zunahme von Schlafapnoe-Patienten, also Personen, die aufgrund von nächtlichen Atem-Aussetzern bis zu 100 Mal aufwachen – oft, ohne es zu merken. Dies kann gravierende gesundheitliche Probleme nach sich ziehen. Die Zuwachs-Rate in sechs Jahren liegt bei 160 Prozent! Litten 2007 noch 0,6 Prozent der Versicherten der AOK Ulm-Biberach daran, waren es im vorvergangenen Jahr 1,4 Prozent und 2.883 Personen. Dabei gibt es keine regionalen Unterschiede zwischen Biberach, Ulm und Alb-Donau-Kreis. Grund für 80 Prozent aller Schlafapnoe-Beschwerden ist starkes Übergewicht.

„Eine gesunde Lebensweise fördert einen guten Schlaf – vorausgesetzt, es liegen keine organischen Ursachen vor“, sagt Dr. Sabine Schwenk, Geschäftsführerin der AOK Ulm-Biberach. „Das muss ein Arzt abklären. Doch wer wegen der Zeitumstellung unter Schlaf-problemen leidet, sollte auf Schlafhygiene achten. Also: täglich zur gleichen Uhrzeit ins Bett gehen und aufstehen, auch am Wochenende, und vermeiden, schon vor dem Fernseher wegzunicken“, so Schwenk weiter. „Leicht verdauliche Kost und Alkoholverzicht am Abend unterstützen einen entspannenden, tiefen Schlaf.“ Gemäß der von der AOK in Auftrag gegebenen Forsa-Umfrage schlafen sechs von zehn Bewohnern Baden-Württembergs die empfohlenen sieben bis acht Stunden pro Nacht. Zwei Drittel der Befragten kommen mit fünf bis sechs Stunden Schlaf aus. Drei Prozent reichen nach eigenen Angaben sogar weniger als fünf Stunden Schlaf.

 

[i] Umfrage zum Thema Einschlafprobleme, durchgeführt vom 2. bis 11. März 2015 unter 507 in Baden-Württemberg lebenden Personen über 18 Jahre.

Thomas Wöllhaf

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